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Gadgets & Lifestyle

Ping und Twitter vernetzen sich

Apple versucht sein doch recht träge gestartetes Social Network für iTunes, Ping, durch eine gegenseitige Verknüpfung mit dem Microblogging-Dienst Twitter in Gang zu bekommen. Die weltweit mehr als 175 Millionen Twitter-Nutzer sollen sich schon bald mit dem Apple-Netzwerk verbinden können, um Musikempfehlungen mit ihren Followern zu teilen. Momentan ist die Verknüpfung nur für die Nutzer in den USA möglich. Twitter kommt damit Facebook zuvor, das sich auch in Verhandlungen über eine Kooperation mit Apple befinden solll.

Ping meets Twitter - Soziale Empfehlungen für Musik

Als Apple sein in die iTunes-Plattform integriertes Social Network Ping aus dem Hut zauberte, stellte sich schnell die Frage, ob bei den Nutzern ein weiteres Netzwerk angenommen wird. Bis heute hat sich an dieser Frage auch nichts geändert. Zwar gibt es außer der Verkündung, Ping habe zwei Tage nach der Einführung bereits eine Million Nutzer bekommen, keine offiziellen Nutzerzahlen von Apple, doch alleine dieser Umstand lässt nichts Gutes vermuten. Wäre der Start von Ping erfolgreich verlaufen, so hätte die Marketing-Abteilung aus Cupertino das schon zu nutzen gewusst. Doch es blieb ruhig, bis in der letzten Woche erste Gerüchte über Verhandlungen mit anderen Netzwerken auftauchten und der Name Facebook immer wieder genannt wurde.

So sieht die Verknüpfung von Twitter und Ping im Webinterface von Twitter.com aus (Bild: Twitter).

So kommt die jetzt bekannt gegebene Kooperation mit dem Microblogging-Dienst Twitter doch etwas überraschend. Wer in beiden Netzwerken unterwegs ist, kann seine Accounts nun also miteinander verknüpfen. Ping-Nutzer können ihre Aktivitäten im iTunes-Store direkt an ihre Follower bei Twitter weiterreichen und die bekommen nicht nur einen Link, sondern können sich empfohlene Songs auch direkt über das Webinterface von Twitter als Vorschau-Clip ansehen. In diesem Zusammenhang erscheint auch das Gerücht über eine bevorstehende Verlängerung der Vorschaulänge von 30 auf 90 Sekunden in einem anderen Licht und wird umso wahrscheinlicher. Letztlich soll nach Willen von Apple und Twitter ein Musikempfehlungsnetzwerk entstehen, bei dem die Nutzer neu entdeckte Musikstücke oder komplette Alben auch gleich kaufen können. Wie genau Twitter an den Verkäufen beteiligt wird, die über die Kooperation generiert werden, ist nicht bekannt gegeben worden.

Twitter stellt die neue Zusammenarbeit mit Ping in einem kurzen Video vor:

Ping meets Facebook - Werden aus Konkurrenten Freunde?

Die Gerüchte über Verhandlungen zwischen Apple auf der einen Seite und dem weltweit größtem Social Network Facebook auf der anderen Seite werden von der Kooperation zwischen Ping und Twitter ganz sicher beeinflusst. Hatte Mark Zuckerberg als CEO von Facebook mit seinen über 500 Millionen Nutzern bislang einen gewaltigen Trumpf in der Hand, mit dem er Steve Jobs und Apple Bedingungen diktieren konnte, so sieht es jetzt, nachdem sich zwei direkte Konkurrenten zusammen getan haben, schon etwas anders aus.

Facebook ist sicher daran interessiert am boomenden digitalen Musikmarkt teilzunehmen und über die Ping-Twitter-Kooperation zeigt Apple, wie es gehen könnte. Der iTunes Store gehört schon jetzt zu den wichtigsten Playern auf dem Markt. Erst Anfang des Jahres wurde die Marke von 10 Milliarden geknackt. Durch den Schritt ins Social Web könnten sich diese Zahlen nochmals deutlich erhöhen und dabei auch für Kooperationspartner zu einer nicht unerheblichen Einnahmequelle werden. Ob Facebook hier wirklich gewillt ist, Twitter das Feld zu überlassen, muss doch stark bezweifelt werden. Es dürfte in den Verhandlungen also vor allem um die Umsatzbeteiligung gehen, die Apple Facebook zahlen müsste.

Ping als Sargnagel für MySpace

Bei MySpace und der News Corp. wird man die Kooperation zwischen Ping und Twitter sicher nicht gerne registriert haben. Sollte es nun auch noch zu einer Zusammenarbeit mit Facebook kommen, so könnte das endgültige Aus von MySpace schneller kommen, als gedacht. Erst kürzlich wurde die neue Ausrichtung von MySpace als Netzwerk für Musikliebhaber bekannt gegeben, ein Social Network im herkömmlichen Sinne wollte man nicht mehr sein. Nun könnte dieser Plan durch Ping und seine Kooperation mit Twitter und vielleicht schon bald auch mit Facebook ernsthaft gefährdet sein. Rupert Murdoch und seine News Corp. als Eigentümer von MySpace hatten ja erst kürzlich bekundet, am Ende der Geduld zu sein. Das einst größte Social Network ist in seiner Existenz jetzt ganz unmittelbar bedroht und könnte schon bald Geschichte sein.

Alle Trümpfe in der Hand hält dagegen Apple. Der iTunes Music Store ist für sich genommen schon so erfolgreich, dass ein Ankurbeln der Umsätze und Gewinne über das soziale Musiknetzwerk Ping und dessen Verknüpfungen nicht zwingend notwendig ist. Sollte sich das neue Modell als nicht erfolgreich herausstellen, so könnte man es einfach wieder abschalten. Wird es dagegen ein Erfolg, und die Aussichten dafür stehen gar nicht mal so schlecht, kann Apple seine Marktposition beim Verkauf digitaler Musik noch weiter ausbauen und bekommt gleichzeitig ein Standbein im Social Web.

Weitere Informationen und Links zum Thema Pink und Twitter:

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