Porträt

Extreme Programming: So arbeitet Pivotal im Silicon Valley

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Die gesamte Arbeitsweise von Pivotal baut auf guter Teamarbeit und Kommunikation auf. Deswegen auch die Entscheidung für ein offenes Büro. Sie wollten nicht einfach nur wie irgendein Startup aus dem Silicon Valley aussehen, sagt Bajic. Denn genau das sehe er immer wieder überall auf der Welt. Doch dann würden Mitarbeiter mit Noise-Cancelling-Kopfhörern arbeiten – getreu dem Motto: bloß nicht ansprechen.

„Gespräche im Hintergrund vermitteln Fortschritt.“

Mitarbeiter bei Pivotal dürften nur in Ausnahmefällen Kopfhörer tragen, beispielsweise für Telefongespräche. Denn Extreme Programming funktioniert nur mit offener Kommunikation. Auf die Frage, ob ein Großraumbüro wegen der erhöhten Lautstärke nicht dem Wunsch nach fokussierter Arbeit widerspräche, erwidert Bajic mit einem Kopfschütteln: „Gespräche im Hintergrund vermitteln Fortschritt.“

Es gibt kein Homeoffice bei Pivotal. Denn die einzelnen Projekt-Teams sollen beisammen sitzen. (Bild: Pivotal Software)

Es gibt kein Homeoffice bei Pivotal. Die einzelnen Projekt-Teams sollen beisammen sitzen. (Bild: Pivotal Software)

Für die Projekte werden kleine Teams gebildet. Sie bestehen aus einem Projektmanager, einem Designer und höchstens zehn Entwicklern. Die Teams sitzen alle beisammen und sollen jederzeit miteinander kommunizieren können. Die Entwickler arbeiten dabei immer zu zweit: Pair-Programming ist das Stichwort – ein wichtiger Bestandteil von Extreme Programming. Die beiden Entwickler haben zwar einen eigenen Computer, der Inhalt wird allerdings auf einem der beiden Bildschirme nur gespiegelt. Die Hände hat immer nur einer der beiden an der Tastatur. Die Rollen werden dabei immer wieder getauscht. Genau wie die einzelnen Teams – es sollen nicht immer die gleichen Leute zusammenarbeiten.

Lebenslanges Lernen wird bei Pivotal so zum täglichen Lernen. Denn das häufige Wechseln sorgt für einen ständigen Wissensaustausch. Entwickler sollen immer wieder mit Programmiersprachen und Umgebungen konfrontiert werden, in denen sie noch keine Erfahrung haben. In dem Fall agieren sie im Pair-Programming als der passive Part und lernen vom Partner. Die Arbeitsweise funktioniere für Pivotal deswegen auch nur ohne Homeoffice. Laptops werden nur selten für einen Außeneinsatz verteilt.

Die Entwickler arbeiten zu zweit. Pair-Programming soll den Wissensaustausch zwischen den Programmierern steigern. (Bild: Pivotal Software)

Die Entwickler arbeiten zu zweit. Pair-Programming soll den Wissensaustausch zwischen den Programmierern steigern. (Bild: Pivotal Software)

Der Kunde wird ins Projekt integriert

Pivotal startet Projekte immer erst mit eigenen Entwicklern. Doch mit dem weiteren Voranschreiten des Projekts müsse der Kunde mit eigenen Entwicklern irgendwann einbezogen werden, sagt Bajic. Die Mitarbeiter werden dann mit denen von Pivotal nach und nach ausgetauscht. So arbeitet der Kunde aktiv am Projekt mit. Denn die Software muss nach getaner Arbeit von Pivotal meistens weiterentwickelt werden. Ein Software-Projekt ist schließlich nie komplett abgeschlossen. Dabei werden dem Kunden auch die Pivotal-Arbeitsweisen näher gebracht. Das gehe so weit, dass die Räumlichkeiten des Kunden angepasst werden müssten, sagt Bajic. Denn wenn ein Büro keine Kommunikation untereinander zulässt, ist Extreme Programming schlicht nicht möglich.

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2 Kommentare
Beat
Beat

Ist das Büro nun in San Francisco oder „mitten im Silicon Valley“? San Francisco ist nicht mitten im Silicon Valley.

Antworten
Andreas Domin

Hallo Beat,

da hast du recht. Das Büro ist in San Francisco. Danke für den Hinweis.

Viele Grüße
Andreas

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