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Plastc: Die 9-Millionen-Dollar-Kreditkarte ist Geschichte

Die Hightech-Kreditkarte von Plastc. (Foto: Plastc)

Die High-Tech-Kreditkarte von Plastc sollte das Portemonnaie ablösen. Jetzt ist dem Millionen-Projekt das Geld ausgegangen.

Es war eine ambitionierte, aber charmante Idee: Statt ein mit Plastikkarten vollgestopftes Portemonnaie mit sich herumschleppen zu müssen, sollte nur noch eine einzige Karte nötig sein, um in Ladengeschäften bezahlen und Bonuspunkte einsammeln zu können: Plastc.

Die schwarze Hightech-Kreditkarte der gleichnamigen Firma aus den USA war etwas dicker als eine herkömmliche Kreditkarte, dafür jedoch mit einem berührungsempfindlichen Display ausgestattet. Auf Knopfdruck sollten Nutzer einfach zwischen ihren darauf gespeicherten Bezahl- und Bonuskarten umschalten können.

Neue Finanzierung scheitert in letzter Minute

Doch daraus wird nichts. Wie Plastc jetzt mitteilte, ist der Firma trotz Millioneninvestment das Geld ausgegangen. „Nach großen Fortschritten bei der Entwicklung hat Plastc alle Optionen ausgeschöpft, das zur Fortführung des Projekts nötige Kapital zu beschaffen“, heißt es in einer Erklärung auf der Website.

Zwar habe es in den vergangenen Wochen vielversprechende Angebote von Investoren gegeben, etwa einen unterschriftsreifen Deal über 6,75 Millionen US-Dollar. Diese seien jedoch „in letzter Minute“ zurückgezogen worden. In diesem Zuge habe das Unternehmen alle Mitarbeiter fristlos entlassen müssen.

80.000 Vorbestellungen seit Gründung

Plastc wollte eine High-Tech-Kreditkarte mit E-Ink-Display auf den Markt bringen. (Foto: Plastc)

Was nach einer Startup-Pleite von vielen klingt, ist tatsächlich eine der größten Crowdfunding-Pleiten überhaupt. Seit der Gründung 2013 konnte Plastc nach eigenen Angaben mehr als 80.000 Vorbestellungen für seine Hightech-Kreditkarte verbuchen. Die so erzielten Finanzmittel beliefen sich auf über neun Millionen US-Dollar und sollten für die weitere Entwicklung der Kreditkarte genutzt werden.

Zu einer Auslieferung kam es jedoch nie. Trotz namhafter Kooperationspartner wie unter anderem der Bank of America, verzögerte sich der ursprünglich für Sommer 2015 angesetzte Marktstart im Laufe der Jahre immer wieder. Zuletzt war von einem Termin im vergangenen September die Rede.

Auch die Konkurrenz glücklos

Damit zeichnete sich bereits ein Schicksal ab, das auch die Konkurrenz von Plastc in der jüngeren Vergangenheit ereilte. Unternehmen mit ähnlichen Konzepten wie Coin, Swyp oder Stratos konnten sich ebenfalls nicht durchsetzen. Dabei soll Plastc nach eigenen Angaben kurz vor der Serienfertigung gestanden haben.

Den Kunden von Plastc hilft das wenig. Nicht nur ist ihr Geld weg – sie müssen wohl auch in Zukunft mit einem vollgestopften Portemonnaie Vorlieb nehmen. Eine Sammelklage ist in Vorbereitung.

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