Fundstück

Sichtbare Frequenzen: Dieser Künstler plottet Bilder aus WLAN-Signalen

(Foto: Tadej Pibernik/Shutterstock)

In seinem Kunstprojekt „Wifi Impressionist“ zeichnet der Niederländer Richard Vijgen elektromagnetische Landschaftsbilder, die die steigende Dichte urbaner WLAN-Signale eindrucksvoll visualisieren.

Inspiriert wurde der „Wifi Impressionist“ von den Stadtbildern des englischen Künstlers William Turner, der im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert lebte. So sieht Vijgen seine Visualisierungen als moderne Stadtbilder. Turner mag Vijgen auch deshalb als Inspiration benannt haben, weil dieser für seine außerordentlich hohe Arbeitsgeschwindigkeit bekannt war.

Elektromagnetische Landschaftsbilder per Plotter

Schneller als Vijgen wird er indes kaum gewesen sein, denn der Niederländer zeichnet seine elektromagnetischen Landschaften nicht etwa selbst. Vielmehr setzt er dafür einen Plotter ein, der auf einem Stativ befestigt und mit einem Signalempfänger sowie einem kleinen Computer für das Processing gekoppelt ist. Damit legt Vijgen die Assoziation einer Staffelei nahe, die konventionelle Künstler mit bester Perspektive auf das zu zeichnende Objekt platzieren.

Der Wifi Impressionist im Einsatz. (Foto: Richard Vijgen)

Ebenso geht der Niederländer vor, der bislang elektromagnetische Bilder der Städte Amsterdam, Rotterdam und Amsterdam erstellt hat. Er positioniert seine Zeicheneinheit an einer Stelle, die ihm künstlerisch geeignet erscheint und lässt seinen Wifi Impressionist arbeiten. Der ordnet jedem empfangenen Signal eine vertikale und horizontale Position zu und überträgt dann einen Punkt, der zudem die Signalstärke reflektiert, auf die Leinwand. So ergibt sich auch die Bezeichnung „Impressionist“, denn auch im Impressionismus spielen viele einzelne Punkte, die zu einem Bild werden, eine Rolle.

Elektromagnetisches Stadtbild. (Foto: Richard Vijgen)

Über die Zeit zeichnet Vijgens Plotter ein chaotisch wirkendes Geflecht verschiedenster Signale, die das Bild der Stadt repräsentieren würden, wenn wir in der Lage wären, es zu sehen. Für Vijgen ist der Unterschied marginal, immerhin seien wahrnehmbares Licht und Funksignale bloß unterschiedliche Frequenzen des gleichen elektromagnetischen Spektrums.

Zum Weiterlesen: Kann ein Computer kreativ sein?

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