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„Popcorn Time für Musik“: Aurous erreicht schon drei Tage nach dem Launch eine Klage der Labels

Aurous holt sich Musik von anderen Streaming-Anbietern. Ob das legal ist, wird das Gericht entscheiden. (Bild: Screenshot)

Das neue Portal Aurous macht Musik-Streaming nach einem ähnlichen Prinzip wie Popcorn Time zugänglich. Drei Tage nach dem Launch ist die Zukunft bereits ungewiss, denn der erste Rechtsstreit droht.

Aurous holt sich Daten von Spotify und SoundCloud

Kostenloses Musik-Streaming ohne Werbeunterbrechung: Das verspricht die neue Plattform Aurous, die diese Woche an den Start ging. Der Service wird als „Popcorn Time für Musik“ bezeichnet, weil das Tool ähnlich wie das Filmportal, das vergangenes Jahr wegen diverser Rechtsstreite aus dem Netz verschwand.

Aurous holt sich nicht wie die großen Konkurrenten die Musikwerke von den Labels, sondern über Drittanbieter. Das Portal nutzt laut Entwickler Andrew Sampson mehr als 120 APIs, um sich Zugang zu SoundCloud, YouTube und Spotify zu verschaffen. Die Website und App macht sich auch Bittorrent zunutze, allerdings werde statt Torrent-Downloads auf bestehende Playlisten zurückgegriffen, sagt Sampson. „Wir nehmen Inhalte von lizensierten Quellen. Rechtlich ist das okay“, betont der Aurous-Betreiber.

Aurous holt sich Musik von anderen Streaming-Anbietern. Ob das legal ist, wird das Gericht entscheiden. (Bild: Screenshot)

Aurous holt sich Musik von anderen Streaming-Anbietern. Ob das legal ist, wird das Gericht entscheiden. (Bild: Screenshot)

Sammelklage der großen Labels

Das sieht die Musikindustrie naturgemäß anders. Wie Digital Music News berichtet, haben die großen Labels Universal, Sony, Warner Music, Atlantic und Capitol Records am Dienstag eine Klage eingereicht. Sie werfen Aurous eine „unverhohlene Urheberrechtsverletzung“ vor. „Wie Grokster, Limewire und Grooveshark ist es weder legal noch lizensiert“, schreiben die Kläger.

Der Aurous-Entwickler hat sich zu dem anbahnenden Rechtsstreit noch nicht geäußert. In einem Interview meinte Sampson noch am Montag, dass er eine einstweilige Verfügung ignorieren würde. Er habe nicht vor, Lizenzgebühren an die Urheber zu zahlen, da er auf legale Musik zurückgreift.

via www.theverge.com

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6 Kommentare
Dirk B.

„Wir nehmen Inhalte von lizensierten Quellen. Rechtlich ist das okay“
Ich denke nicht, dass das rechtlich okay ist, da die Lizenzen nicht für Aurous eingeräumt wurden. Wenn Musik-Dateien über Aurous mittels Bittorrent heruntergeladen und gleichzeitig wieder (unbemerkt) zum Upload angeboten werden, stellt dies eine eindeutige Urheberrechtsverletzung dar.
https://ggr-law.com/urheberrecht/faq/aurous-nutzung-legal-illegal-abmahngefahr/

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Benni

Grundsätzlich ist das doch hochinteressant und ich warte da schon länger drauf: Eine Anlaufstelle, die meine abonnierten Streamingangebote bündelt. Da muss ich dann nicht mehr zwischen Netflix und Amazon Instant Video switchen. Ich würde auch behaupten, dass die meisten hier mehr als einen Streaming-Dienst abonniert haben. Warum also nocht eine Benutzeroberfläche, die mehrere Dienste bündelt?
Dass die hier vorgestellte Lösung nicht legal ist, sollte wohl jedem klar sein, da sie ja, nach der Beschreibung hier, ihre Inhalte von anderen Diensten „klaut“. Ob die Quellen nun lizensiert sind oder nicht, macht in dem Fall ja keinen Unterschied. Das kann auch der Erfinder nicht glauben, ansonsten muss man an seinem Verständnis von “ legal“ zweifeln.
Seitdem Netflix und Amazon selbst Inhalte produzieren, ist es für den Nutzer nur noch unübersichtlicher und nerviger geworden, zwischen den Diensten immer wechseln zu müssen. Aber auch die unterschiedlichen Inhalte auf Netflix USA und Deutschland sind, für mich, schon zu nervig. Da muaa unbedingt eine Lösung her. Die hier ist es leider noch nicht ganz.

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Level3
Level3

Was Bittorrent angeht ist das so eine Sache für sich, darüber lässt sich streiten. Aurous würde sich das Leben leichter machen wenn man sich von diesem „Feature“ trennt. Aber den Rest sehe ich nicht als illegal an. Spotify und Co. nutzen schließlich auch die Youtube API.

1.) Grundlegend ist zu sagen, das Mitschneiden (streamen und downloaden) von Sendungen aus öffentlichen Medien ist legal für den Hörer.

2.) Für die APIs sind die Betreiber wie Youtube und Co. verantwortlich. Sie selbst „hosten“ die Videos und bieten eine API Schnittstelle (serverseitig) zur Verbreitung von Inhalten an. Die Verbreitung ist somit gewollt. Ob die Inhalte geschützt sind oder nicht kann der Nutzer nicht einschätzen und ist Aufgabe des Anbieters der sie auf seinen Servern „hosted“ und dem Anwender (Webmaster) zugänglich macht. Eine Sammelklage sollte daher an Youtube, Soundcloud und Co. gerichtet werden die es überhaupt ermöglichen diese serverseitigen Schnittstellen zu nutzen bzw. anbieten um geschützte Inhalte oder vermeidliche Lizenzen zu umgehen.

3.) Youtube und Co. handeln als öffentliche Medien, wie ein Radiosender auch, und haben über die Gültigkeit der Rechte zu sorgen und nicht der Hörer oder der Webmaster dem die Tools kostenlos angeboten werden. (Man muss nicht mal eine AGB über ein Nutzerkonto akzeptieren um Youtube Videos einzubinden! Was das mindeste wäre um Rechtssicherheit zu schaffen) Demnach liegt es auch in ihrer Verantwortung entsprechende Musikstücke die nicht zur Weiterverbreitung an Dritte vorgesehen sind über die eigene API Schnittstelle zu sperren, embedded Code zu deaktivieren oder komplett vom Server zu löschen.

Fazit und Lösung des Problems: Torrent (P2P) aus Aurous entfernen. Alles gut. Dann wäre Aurous ein reiner Streaming Dienst und jede Klage bezüglich API Nutzung würde auch andere Dienste betreffen und das große aufbäumen der Labels würde sich rasch in Luft auflösen.

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Julian S.
Julian S.

Wer sich den Quellcode mal zerpflückt oder mal Charles laufen lässt wird sehen, dass die Musik von 3 unterschiedlichen illegalen Seiten geladen werden. (exkl. SoundCloud, YouTube und Vimeo)

Von einer Spotify-API hab ich bisher noch nichts gesehen. Die Infos zu den Tracks werden von Last.fm geladen … und die angesprochene „P2P-Funktionalität (Torrent)“, die im Blog von Aurous beschrieben wird, bedeutet wohl soviel wie: Wir umgehen die Rate-Limits der APIs (Last.fm, YouTube, SoundCloud), indem wir Suchanfragen von anderen Benutzern cachen …

Naja …

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Level3
Level3

Tatsache ist, es gibt einen ganzen Developer Bereich bei Spotify: https://developer.spotify.com

Mit P2P irgendwelche Limits zu umgehen ist kein Verbrechen. Jeder User hat eine Bandbreite die im P2P geteilt wird. Das Problem ist nur der Inhalt der darüber verbreitet wird. P2P ist nichts schlechtes, viele Firmen nutzen dies bei ihren Clients. Wie gesagt, es klagen nur die Labels und nicht Youtube oder Spotify!

Welche illegalen Seiten? Kannst sie ruhig beim Namen nennen, nur verlinken solltest du nicht. ;)

Suchanfragen von Nutzern cachen macht Google auch und sicherlich auch t3n. Verstehe deshalb nicht was du versuchst schlecht zu reden. Was du beschreibst, bis auf die ominösen illegalen Seiten ohne Namen, sind dies alles Geschäftspraktiken die überall anzutreffen sind und keineswegs illegal.

Sollten tatsächlich Titel von „illegalen Seiten“ gestreamt werden, die über keine Lizenz verfügen, dann muss Aurous diese natürlich aussperren, keine Frage.

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Julian S.
Julian S.

Spotify erlaubt über die Web API nur 30 Sekunden-Previews. Komplette Tracks sind im Moment nicht drin. Viele wünschen das auf der Spotify Github Issues Seite … aber das gibt es einfach noch nicht.

Es gibt Bestrebungen das Websocket-Protokoll von play.spotify.com zu rekonstruieren, aber das Projekt liegt schon etwas länger auf Eis (Premium-Account vorausgesetzt). Und mal davon ab, sind im Source-Code keine Hinweise auf zur Spotify API.

Wegen den API-Limits: Manche denken es werden ggf. Songs per P2P gestreamt. Das wird es aber wohl nicht. Ich wollte das auch nicht schlecht reden, die Idee ist ziemlich clever!

Das ist aus dem Java-Source, von der MacOSX Aurous App (von heute): http://imgur.com/Gt7jhpq

Über Charles Proxy kann man auch nachvollziehen woher die MP3s kommen … und das sieht nicht so legal aus ^^plee

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