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Portugal: Chefs dürfen nach der Arbeit nicht mehr anrufen

In Portugal wurden neue Regeln für die Arbeit im Homeoffice erlassen. Durch die angepassten Bestimmungen sollen Arbeitnehmer:innen besser geschützt werden.

1 Min. Lesezeit

Anruf nach Feierabend? In Portugal illegal. (Bild: selinofoto / Shutterstock)

Das portugiesische Parlament hat am Freitag neue Arbeitsgesetze für die Arbeit aus dem Homeoffice verabschiedet. Die neuen Gesetze sollen dabei für zusätzlichen Schutz der Arbeitnehmer:innen sorgen, die ihre Arbeit außerhalb des Unternehmensgeländes verrichten. Das berichtet die Seattle Times.

Mit den Gesetzen reagiert die portugiesische Regierung auf den Trend, dass während der Corona-Pandemie immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Aufgrund der Vielzahl neuer Homeoffice-Arbeitender sah sich das Parlament gezwungen, das geltende Arbeitsrecht dementsprechend anzupassen.

Bußgelder für Unternehmen, die die Privatsphäre stören

Dazu gehören unter anderem auch Strafen gegen Unternehmen, die die Privatsphäre ihrer Mitarbeitenden und deren Familien stören. Es soll demnach vermieden werden, dass Arbeitnehmer:innen außerhalb ihrer geregelten Bürozeiten noch kontaktiert werden. Natürlich sind auch hier Szenarien denkbar, in denen diese Regelung außer Kraft gesetzt wird. Ausnahmen bestätigen eben die Regel. Hier sollte dann tatsächlich von Fall zu Fall entschieden werden. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer Feierabend hat, hat Feierabend und wird nicht mehr angerufen oder angeschrieben, bis am nächsten Tag wieder der Arbeitsbeginn ansteht. Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten, müssen mit Bußgeldern rechnen.

Arbeitgeber:innen werden auch dazu verpflichtet, ihren Angestellten die Ausgaben, die im Homeoffice arbeitsbedingt anfallen, zu erstatten. Dazu gehören auch Strom- und Internetrechnungen, bei denen ersichtlich ist, dass diese durch die Arbeit von zu Hause aus gestiegen sind. Außerdem sollen Vorgesetzte mindestens alle zwei Monate ihre Mitarbeiter:innen zusammenrufen, um eine Isolation dieser zu verhindern.

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Eine umfassendere Maßnahme, die Arbeitnehmer:innen das Recht eingeräumt hätte, jegliche arbeitsrelevante Kommunikationssystem abzuschalten, sobald sie sich im Feierabend befinden, wurde vom Gesetzgeber abgelehnt.

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2 Kommentare
anxious coward
anxious coward

Wenn ich den Kollegen tagsüber nicht erreiche, weil er sich tagsüber um seine Kinder kümmert, dann wird es am Ende bisschen schwierig bei kurzfristigem synchronem Kommunikationsbedarf des Teams. Das kann dann in Ausnahmefällen ja schon mal 20:30 Uhr sein, dass es eine Möglichkeit gibt.
Ich denke es wäre schön, wenn es nicht so eine Fraktionsbildung betrieben würde sondern geschaut wird, was für Bedarfe Teams heutzutage haben und nicht alles über einen Kamm geschoren wird.
Den Begriff „geregelten Bürozeiten“ gibt es imho nicht unbedingt, in der aufkommenden ich-ich-ich und ich-nehme-mich-selbst-sooo-wichtig Gesellschaft heute will ja jeder seine Arbeitszeiten selbst definieren. Passt irgendwie nicht so gut zusammen finde ich. Beides geht nicht.

Antworten
Jacqueline Zühlke
Jacqueline Zühlke

Ich kannn anxious coward nur zustimmen. Auf der einen Seite will man Flexibilität, auf der anderen Seite „Bürozeiten“. Pausen sind unheimlich wichtig. Durch negativen Stress ausgelöste Erkrankungen nehmen deutlich zu. Das man hier Mitarbeiter schützen möchte ist naheliegend. Ich denk das muss aber heute individuell gestaltbar sein, da es schlicht auch abhängig von der Positionsbeschreibung ist. Als Informatikerin muss ich eben manchmal auch um 23 Uhr Wartungsarbeiten vornehmen oder in Notfällen erreichbar sein. Das kann man sich entsprechend auch vergüten lassen. Dazu wird vereinbart, in welchen Zeiten man regulär erreichbar sein sollte und auf welche Art kommuniziert wird. Ich denke das ist heute machbar. Firmen die ihre Mitarbeiter ausnutzen wird es immer geben.

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