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Kolumne

Das Potenzial von Working-Out-Loud im agilen Methoden-Mix

Experimentieren und Kombinieren sind Teil von Working-Out-Loud. (Bild: Shutterstock)

In seiner WOL-Kolumne „Zirkeltraining“ erklärt WOL-Coach und Gastautor Ingo Stoll, worauf es bei Working-Out-Loud ankommt und welche Gedanken ihm rund um das Trendthema durch den Kopf gehen. Dieses Mal: Wie lässt sich WOL mit anderen Methoden kombinieren?

Aus der Kategorie „Things that make you go hmmm …“: Mir fällt in letzter Zeit immer wieder auf, dass ich mich ungewollt mit Menschen in Diskussionen darüber wiederfinde, ob WOL wirkt oder nicht. Das Seltsame daran ist, dass die Allermeisten davon noch nie einen WOL-Zirkel begonnen, geschweige denn abgeschlossen haben. Es hindert sie aber keinesfalls an einer dedizierten Meinung. Wenn du erstmal wissen willst, was sich hinter dem Begriff grundsätzlich verbirgt, lies am besten unseren Grundsatzartikel zum Thema: Working-Out-Loud – das steckt hinter dem Hype-Begriff.

WOL oder nicht, ist das hier die Frage?

Die Diskussionen lassen sich im Grunde auf Glaubenssätze eindampfen. Richtig oder falsch? Schwarz oder weiß. Mailand oder Madrid? WOL-Anhänger oder WOL-Gegner? Dazwischen scheint es nur deutungshoheitliches Niemandsland zu geben. Der Dualismus lebt und er zwingt uns in die Positionierung. Und bekanntlich sind alle, die nicht für uns sind, gegen uns. Willkommen im Lagerwahlkampf.

Aber warum ist das eigentlich so? Warum ist der Methodenstreit so heftig? Vielleicht dämmert uns langsam, was Komplexität bedeutet. Wir sind gewohnt, dass immer einer die Antwort, das Konzept – sprich die Lösung hat. Zumindest das Versprechen darauf. Aber das ist leider eine Illusion. Wenn wir aber nicht wissen können, dann müssen wir glauben. Und so befinden wir uns in verbalen Glaubenskriegen um die Frage, wie wir mit der digitalen Transformation und ihrer agilen Herausforderung umgehen sollen.

Den Dualismus überwinden

Es mag uns nicht leichtfallen, den Dualismus zu überwinden. Aber genau das liegt in der Natur aller Social-Collaboration-Konzepte. Inhaltlich geht es immer um Vernetzung, Offenheit und das kollektive Explorieren neuer Wege. Dumm ist nur, dass wir im System noch im alten Denken verhaftet sind. Da müssen wir im Vertrieb beweisen, dass „unsere Methode“ besser ist als die andere, wenn wir in die Umsetzung kommen wollen. Dieses Dilemma ist schwer auszuhalten, denn wer in seiner Haltung die Co-Creation verinnerlicht hat, fremdelt mit alten Rivalitätsvorstellungen.

Erfreulicherweise erhebt Working-Out-Loud in keiner Weise den Absolutheitsanspruch auf die Lösung unserer Zeit – ganz im Gegenteil. Und deshalb freue ich mich über Ansätze wie das „WOL+ Canvas“ von Simon Dückert. Businessmodell Canvas trifft auf WOL, paart sich mit OKR und Selbstreflexion. Herrlich! Das Ergebnis ist ein nützliches Mash-up diverser Methoden aus der bunten Vielfalt der neuen, agilen Arbeitswelt. Und darum geht es doch.

Experimente wagen!

Also, lasst uns weiterdenken: Wie sieht WOL + Design-Thinking aus? Oder WOL + Lean Startup? Was haltet ihr von WOL + Gastro = Selbstwirksamkeit in 12 Gängen? Und was ist mit WOL-Exkursionen = Eine vernetzte Reise über 12 Stationen? Und dann die ganzen Technologiepotenziale: WOL + LEGO + IoT + Machine Learning = …?

Was fällt euch spontan ein? Postet eure Gedanken und Ideen gerne in den Kommentaren zur Kolumne: WOL + ______________ = ________________.

Schluss mit dem Abteilungsleiterdenken. Es geht eben nicht um „WOL oder X?“, sondern um „WOL + X!“. Ich plädiere für einen Social-Business-Buddhismus, in dem einzelne Konzept überwunden werden und das Bewusstsein eines großen, verbundenen Ganzen herrscht. Was für ein unfassbares Potenzial sich da auftut … Und wir fangen ja gerade erst an, zu experimentieren.

In diesem Sinn: Fröhliches Kombinieren, Cross-Innovieren und Kollaborieren.

Übrigens, den ersten Teil von Ingos „Zirkeltraining“ findest du hier: Working-Out-Loud: Du musst es WOLlen!

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3 Reaktionen
Isabelle Ayere

Danke für Deine These: „Dieses Dilemma ist schwer auszuhalten, denn wer in seiner Haltung die Co-Creation verinnerlicht hat, fremdelt mit alten Rivalitätsvorstellungen.“! Gerade diese „alten“ Strukturen fordern oft Methoden-Begründung und Ergebnis-Effizienz, bevor sie sich auf die „Neue“ einlassen wollen. Sich nicht auf Diskussionen einzulassen und die Ergebnisse für sich sprechen zu lassen, mag daher in mancher Workshop Situation eine Gelassenheitsübung darstellen. Also: Haltung wahren/

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Ingo Stoll

Danke Isabelle, genau das ist der Weg: *Haltung bewahren*!

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