Ratgeber

PR-Agenturen: So findet ihr die passende für euch

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Kleiner Qualitätscheck: Kundenportfolio

Ein guter Anhaltspunkt hierzu bieten (ehemalige) Kunden der Agentur. Schaut euch genau an, mit wem die Agentur bereits gearbeitet hat. Natürlich werden Agenturen immer die größten und bekanntesten Kundennamen nennen – selbst wenn unter Umständen die Zusammenarbeit bereits Jahre zurückliegt und der Kunde damals eventuell noch ein unbekanntes Startup war. Achtet deshalb nicht nur auf große Namen, sondern auch auf thematische Überschneidungen mit eurem eigenen Unternehmen sowie den Zeitpunkt, die Art und Dauer der Projekte. Denn thematische Vorerfahrung verkürzt nicht nur die inhaltliche Einarbeitungszeit, sondern verspricht auch ein passendes Journalistennetzwerk – das A und O der Pressearbeit. Statt der großen bekannten Agentur kann für euch deshalb auch eine kleinere, aber dafür spezialisierte Agentur sinnvoll sein.

Sind die Kundenkooperationen nur von kurzer Dauer, sollte euch dies stutzig machen. Denn Kunden zu halten, ist unter Umständen anstrengender, als neue Kunden zu gewinnen. Häufige kurze Kooperationen können darauf hinweisen, dass die Agentur ihren Kunden im Pitch den Himmel auf Erden verspricht, bei der darauffolgenden Zusammenarbeit allerdings an den hohen Erwartungshaltungen scheitert. Ideal ist es deshalb, wenn ihr aus eurem Netzwerk persönliche Erfahrungswerte mit dem Anbieter erhalten könnt.

Teamzusammensetzung: Es menschelt überall

Falls ihr die Möglichkeit habt, ist außerdem ein kurzer Check des Teams aufschlussreich. Wer und wie viele Teammitglieder würde mit euch de facto zusammenarbeiten? Lernt ihr nur die Mitarbeiter kennen, die Neukunden pitchen oder auch die Teammitglieder, die mit euch zusammenarbeiten würden? Wie qualifiziert und kompetent sind alle Beteiligten und was wäre die konkrete Aufgabenverteilung?

Behaltet dabei im Hinterkopf, dass die Kunden-Pitches und -Kommunikation häufig von hochrangigeren Kollegen übernommen werden – die eigentliche Kundenarbeit dann allerdings von juniorigen Teammitgliedern geleistet wird. Kommuniziert ihr nur mit seniorigen Mitarbeitern, die nicht selbst auf dem Account arbeiten, sondern lediglich Rückmeldungen zu den operativen Kräften weitergeben, kann dies zu Reibungsverlusten führen: Informationen gehen verloren und die Qualität bleibt auf der Strecke.

„Weiche“ Auswahlkriterien nicht unterschätzen

Neben diesen offensichtlichen Kriterien ist es in eurem eigenen Interesse, auch noch weitere, indirekte Faktoren bei der Auswahl zu berücksichtigen: Management und Mitarbeiterbindung sowie Umgangston. Denn auch solche indirekten Faktoren strahlen auf eine eventuelle spätere Zusammenarbeit ab.

Damit ihr qualitativ hochwertige Ergebnisse erhaltet, ist es wichtig, dass die zuständigen Mitarbeiter sich voll und ganz auf die Kundenarbeit konzentrieren können. Die Voraussetzung dafür sind souveränes Management und kompetente Mitarbeiterführung. Versucht deshalb auch herauszufiltern, was die Mitarbeiter über ihre Agentur sagen – entweder im persönlichen Gespräch oder durch Plattformen wie Kununu, Glassdoor und Co. Gibt es häufige Wechsel oder verlassen Mitarbeiter kurzfristig von heute auf morgen die Agentur? All das können Warnzeichen für euch sein – denn früher oder später wirken sich solche internen Probleme auch auf die Kundenarbeit aus.

Achtet auch darauf, wie die Mitarbeiter mit euch und untereinander kommunizieren. Sind sie bereits im Pitch-Prozess kurz angebunden oder gar unhöflich, sollte euch dies ein Warnzeichen sein. Gerade in der Kommunikationsbranche, in der es viel um Überzeugungskraft geht, sind Menschenkenntnis, gute Umgangsformen, Parkettsicherheit sowie Empathie ein Muss. Denn wenn sich jemand bereits einem potenziellen Kunden gegenüber im Ton vergreift, wie verhält er sich erst gegenüber Journalisten?

Auch wenn dies eine lange Liste zu sein scheint und dabei auch indirekte Faktoren berücksichtigt werden: Es ist in eurem eigenen Interesse, dass ihr im Vorfeld etwas Zeit und Ressourcen investiert, damit ihr nach bestem Wissen und Gewissen den passenden Partner für eure Kommunikationswünsche auswählt.

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2 Kommentare
Fin F.

Ich denke die perfekte Agentur gibt es einfach nicht. Es ist immer ein Kompromiss…

Antworten
Gerdt Fehrle

Die perfekte Agentur mag es nicht geben, die passende schon.

Antworten

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