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Ratgeber

11 Praxistipps für deinen Kurztrip ins Silicon Valley

(Foto: zimmytws / Shutterstock)

Diversity, Co-Creation und Collaboration. Die Flexibilisierung der Arbeit, Gig-Economy und die Individualisierung. All diese Megatrends schleichen sich derzeit in die deutsche Wirtschaft ein und teilen sich dabei eine Mutter: das Silicon Valley.

Seit 500 Jahren pilgern risikofreudige Menschen von der ganzen Welt nach Amerika, um die Welt zu erobern. Die Goldgräbermentalität ist immer noch vorhanden und bündelt sich vor allem in einem kleinen Tal südlich von San Francisco. Wer sich in Zeiten der Fake News nicht auf andere verlassen möchte, kommt mit Hilfe von Websites wie Urlaubspiraten.de bereits für unter 400 Euro ins Gründerparadies.

1. Warum reist du überhaupt ins Valley?

Lautet deine Einstellung: Einfach inspirieren lassen, den Spirit aufsaugen und mal gucken, wie die das alles so machen? Dann lass es lieber bleiben! Die Personen vor Ort werden dich als aller erstes fragen, was du dort machst. Diese Frage solltest du deshalb gut beantworten können. Hast du keine gute Antwort, endet ein Kaffeetrinken auch mal nach drei Minuten und du hast deine Chance verpasst. Mein Ziel war es herauszufinden, was die Menschen im Silicon Valley unter dem Begriff „Design-Thinking“ verstehen, um das neue Wissen in meine Workshops in Deutschland einzubringen. Ich führte Interviews, ging in Vorlesungen und nahm an Meetups teil.

2. Wen willst du kennenlernen?

Die Zeit ist begrenzt und ohne klaren Fokus wirst du die falschen Personen treffen. Falsch im Sinne von: Da war mehr drin. Alles dreht sich um Menschen, auch wenn wir das oft vergessen. Technologie gibt es nur, um den Menschen das Leben zu vereinfachen. Also scheu dich nicht vor großen Namen. Collaboration wird von jedem gelebt, auch von Ideo-Gründer David Kelley und anderen Valley-Urgesteinen. Falls du ein wenig Nachhilfe benötigst, lies vorher das Buch „Never eat alone“ von Keith Ferrazzi. Warum ich weiß, das es klappt? Ich habe den Infineon-CFO auf einen Kaffee getroffen, hatte Mail-Kontakt mit David Kelly und wurde bei SAP als Jury-Mitglied für einen Design-Thinking-Workshop eingeladen.

3. Wie kannst du bereits vor deiner Reise Termine vereinbaren?

Nochmal: Angucken reicht nicht. Eine Kultur lebt immer von den Menschen und mit denen muss man reden, um sie zu verstehen. Schreibe über Linkedin Leute aus dem Valley an und vereinbare ein Kaffeetrinken. Es reichen drei kurze Sätze: Was du machst, was du möchtest und wie du der Person helfen kannst. Überlege dir auch, ob nicht einer deiner deutschen Kontakte Verbindungen ins Valley hat. Ein deutscher Kontakt in München hat mir zum Beispiel den Austausch mit dem Infineon-CFO nahegelegt. Natürlich hat der viel zu tun. Meine erste Email wurde nicht beantwortet, also bat ich in einer zweiten Email um kurze Rückmeldung und fragte, ob grundsätzlich Interesse besteht. Das hat geklappt! Gib also nicht auf, wenn die erste Email nicht sofort zu einer netten Antwort führt. Dranbleiben!

4. Was möchtest du schaffen? Was ist dein großes Ziel?

Egal ob drei, neun oder 14 Tage im Valley. Die Zeit ist immer zu kurz, um sie dafür einzusetzen, sich vor Firmenschildern abzulichten. Der Fokus sollte immer auf den Menschen liegen. Ist dein derzeitiges Lieblingsthema Design-Thinking? Dann wäre ein mögliches Ziel, nach deiner Rückkehr in Deutschland, einen Vortrag über dessen Auslegung im Silicon Valley zu halten oder einen Artikel über deine Erkenntnisse zu verfassen. Setze dir selbst ein großes Ziel, um alle weiteren kleinen Entscheidungen daran festzumachen. Das spart Zeit und ermöglicht dir gezielt Termine und Gespräche zu führen. Mein konkretes Ziel war, direkt nach meiner Rückkehr in zwei europäischen Städten Workshops über Design-Thinking im Silicon Valley zu veranstalten und einen Artikel über meine Erkenntnisse zu schreiben.

5. Wie startest du am besten in den Tag?

In Deutschland träumen viele von einem Studium in Stanford oder einer Stelle bei Google. Um dir ein besseres Bild davon zu machen, welche Menschen dort ein- und ausgehen, bietet es sich an, morgens dorthin zu spazieren und dich in eines der zahlreichen Cafés zu setzen. Man merkt schnell, dass auch bei Google nur mit Wasser gekocht wird. Wer dort ein- und ausgeht, ist wie du und ich: ein Mensch auf dem Weg zur Arbeit, kein Superheld. Das kann dich motivieren. Stanford bietet auf seiner Website zudem eine Reihe von kostenlosen Vorlesungen an. So kannst du dich kurz wie ein Stanford-Student fühlen und tolle Menschen kennenlernen. Ein Bekannter von mir hat sich regelmäßig in geschlossene „Computer-Science“-Vorlesungen geschlichen, selbst das geht.

6. Wo übernachtest du?

Es gibt ein dutzend Unterkünfte im Silicon Valley, die ein ziemlich einfaches Ziel verfolgen: internationalen Entrepreneuren ein Zuhause bieten und die Zusammenarbeit fördern. Such dir ein Haus aus, bewirb dich und steige tief ein. Kein Verstecken im Apartment oder Hotel. Wenn du das suchst, brauchst du gar nicht erst losfahren. Empfehlen kann ich dir dieses Haus: http://www.startupembassy.com. Der Besitzer, Carlos, ist mit einem Unternehmen im Valley gescheitert, musste dann bei Freunden übernachten und hat aufgrund dieser Erfahrung ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut: die Startup Embassy. Familiär, freundlich, kreativ und produktiv. Einfacher kannst du keine Gleichgesinnten kennenlernen. Ich habe in der Startup Embassy in einem Fünf-Bett-Zimmer gewohnt und von den vielen verschiedenen Menschen in meiner direkteren Nähe profitiert. Sie nehmen dich mit auf Events, zu interessanten Terminen oder auf Partys – wobei die Bordsteine in Palo Alto gegen 22 Uhr hochgeklappt werden. Hast du einen Kontakt zu Studenten, kannst du im Anschluss maximal noch Zimmerpartys mitnehmen.

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