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Prezit: Der DHDL-Deal scheiterte aufgrund des deutschen Abfallsystems

Prezit ist ein Abfalleimer mit Komprimierfunktion. (Foto: © Prezit)

Prezit-Gründer Alexander Baechler hat einen Abfalleimer mit Komprimierfunktion entwickelt. In „Die Höhle der Löwen“ sicherte er sich ein Investment. Doch zum vereinbarten Deal kam es nicht.

Vier Löwen stiegen aus, einer ein: Das Produkt von Alexander Baechler sorgte am Dienstag in „Die Höhle der Löwen“ für gemischte Reaktionen. Jahrelang ärgerte sich der Schweizer über volle Mülleimer in seinem Haus. Der Maschinenbauingenieur Baechler entwickelte daraufhin Prezit, einen Abfalleimer mit Komprimierfunktion.

Prezit: Ein Abfalleimer mit Sparfunktion

Die Funktionsweise: Statt den überquellenden (und stinkenden) Müll mit der Hand zu pressen, können Käufer sich einfach auf den geschlossenen Eimer stellen. Durch ein Arretiersystem soll der Müll über Stunden am Boden gehalten werden, sodass später bis zu drei Mal mehr Abfall in den Eimer gefüllt werden kann. Das spare Zeit und Nerven, erklärte Baechler den Löwen vor laufenden Kameras. In der TV-Show warb Baechler jetzt um ein Investment von 125.000 Euro für 25 Prozent seiner Firma.

Prezit-Gründer Alexander Baechler mit seinem Abfallsystem. (Foto: © Prezit)

Prezit-Gründer Alexander Baechler mit seinem Abfallsystem. (Foto: Prezit)

Lange sah es jedoch nicht danach aus, dass der 32-Jährige einen Deal bekommen könnte. „Das scheint mir ein echter Rohrkrepierer zu sein“, monierte etwa Frank Thelen. Der Investor störte sich unter anderem an der komplizierten Bauweise des Prezit und der Tatsache, dass ein Pressvorgang des Abfalleimers ja nur am Abend sinnvoll ist, weil tagsüber sonst kein neuer Abfall nachgefüllt werden kann.

Wie Thelen stiegen daraufhin auch Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl und Judith Williams aus den Verhandlungen mit dem Unternehmer aus. Einzig Ralf Dümmel sah das Potenzial in Prezit: Der Handelsexperte einigte sich mit Alexander Baechler auf ein Investment von 125.000 Euro für 30 Prozent seiner Firmenanteile.

Darum platzte der Prezit-Deal

So wie in der Show vereinbart kam der Deal jedoch nicht zustande, wie Baechler auf Nachfrage von t3n einräumt. Schuld daran war aber nicht etwa ein fehlendes Patent, sondern schlichtweg der Umgang mit Müll in Deutschland: „Das deutsche Abfallsystem unterscheidet sich stark vom Schweizer System, deshalb war es schwierig, vorauszusehen, wie gut das Produkt im deutschen Handel ankommt“, sagt Baechler. Das Problem: In der Schweiz muss für jeden neuen Abfallsack eine Gebühr von bis zu 2,50 Euro gezahlt werden. „Jeder versucht also, möglichst viel in einen Sack zu kriegen, um möglichst wenig teure Säcke kaufen zu müssen.“ In Deutschland wiederum werden die Entsorgungsgebühren von Verpackungsherstellern getragen. Endverbraucher erhalten die Abfallsäcke kostenlos an der Kasse. „Da fällt dann der Spareffekt durch ein System wie Prezit weg“, sagt Baechler.

Deshalb zog auch DHDL-Investor Ralf Dümmel sein Angebot vorerst zurück. Vorerst deshalb, weil sich der Handelsexperte mit Baechler darauf verständigte, zunächst die Resonanz abzuwarten, die sein Abfalleimer in den Tagen nach Ausstrahlung der Sendung erhält. Darüber hinaus hat Dümmel ihm Unterstützung beim Vertrieb zugesagt. „Ich werde direkt nach der Show beim Teleshopping-Sender QVC auftreten“, sagt Baechler. Die Anschubhilfe hat der Schweizer in jedem Fall nötig: Bisher hat er erst 450 Exemplare seines Abfalleimers mit Komprimierfunktion verkauft.

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