Ratgeber

Kein Buzzword-Bingo: Was sind Progressive Web Apps?

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Progressive Web Apps sind das Beste beider Welten

Unter dem Eindruck der Erkenntnis, dass auch Google großen Wert auf die Erhaltung des offenen Web legen muss, erscheint es geradezu logisch, dass sich die Kalifornier massiv an der Durchsetzung des Konzeptes der „Progressive Web Apps” beteiligen. Diese finanzstarke Unterstützung sollten wir begrüßen. Denn so bleiben uns zweifelsfrei bestehende Isolationstendenzen seitens Facebook und Co. voraussichtlich noch auf lange Sicht erspart.

Die ”Progressive Web App” ist ein Konzept, das die Stärken beider Welten, nämlich der der nativen Entwicklung für Mobilgeräte und der der Entwicklung auf der Basis offener Webstandards, verbindet und vereint.

Eine ”Progressive Web App” ist eine aufgebohrte Version bisher schon existierender mobiler Websites. Aufgebohrt in diesem Sinne bedeutet, dass sie über Features und Fähigkeiten verfügt, die man bislang nur aus dem Bereich der nativen Entwicklung kannte. Diese neue Generation von Web-Apps ist also in der Lage, viele der Fähigkeiten heutiger Mobilapps zu bieten, so dass letztere in weiten Teilen unnötig werden.

Na ja, könnte man jetzt einwenden. Wenn die neue Generation von Web-Apps nur die Fähigkeiten bereits existierender nativer Apps zu bieten hat, wieso sollten wir dann darauf setzen? Die Antwort darauf hat mehrere Facetten.

Zum einen wies ich bereits darauf hin, dass es für uns alle negative Folgen haben wird, sollten wir uns vom offenen Web abwenden und wieder zurück in „Walled Gardens” á la AOL und Compuserve gehen. So betrachtet ist es fast schon eine Frage der Ehre, mindestens aber der Philosophie, die man zu unterstützen bereit ist.

Zum anderen hat eine Web-App natürlich ganz eigene Vorteile. Eine Web-App wird über die Google-Suche gefunden und kann aufgerufen und genutzt werden. Es ist nicht erforderlich, sie in einem der App-Stores zu lokalisieren und von dort zu installieren. Web-Apps müssen nicht für jedes Update erneut durch die Prozesse des App-Stores laufen und dann zumeist umfangreich als Update installiert werden.

Progressive Web Apps sind die Zukunft mobiler App-Nutzung.

„Progressive Web Apps” vereinen nun die Vorteile nativer Apps hinsichtlich der Schnittstellennutzung, der lokalen Datenhaltung, der Möglichkeit, Benachrichtigungen einzublenden und einige Details mehr, mit der unkomplizierten schnellen Verfügbarkeit webbasierender Angebote und deren unmittelbare Aktualität, die keiner Updateprozesse bedarf.

Der Unterschied zwischen Web-App und „Progressive Web App”

Eine auf den kleinen Bildschirm eines Mobilgerätes optimierte Web-Ansicht ist die kleinste Version einer Web-App. Im Grunde ist es lediglich eine mobil zu konsumierende Website, die dabei mehr oder weniger nach App aussieht. Die Optik an Apps zu orientieren, ist dabei durchaus ratsam, wenn man sich an den Klassiker „Don’t make me think” von Steve Krug erinnert.

Progressive Web Apps: Plakative Beispiele auf Google Developers

Progressive Web Apps: Plakative Beispiele auf Google Developers

Die „Progressive Web App” geht ein paar Schritte weiter. Sie ist darauf ausgelegt, möglichst viele, wenn nicht alle geräte- und browserspezifischen Features nutzbar zu machen. Dies geschieht progressiv.

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Dein t3n-Team

2 Kommentare
Michael Schmid

Unsere Agentur hat hier auch eine progressive Web App als E-Commerce System mit Angular 2 umgesetzt.

http://www.kennzeichenschmiede.de

Die größten Vorteile von Web Apps:
Schnell zu entwickeln
Schnell zu bedienen
Schnell zu ändern

Antworten
RS
RS

Hallo,

ich sehe die Sache anders. Ich stehe dieser Technologie kritisch gegenüber.

Wenn ich zugriff auf das System über das Web bekomme, sehe ich das als äußerst Heikel. SSL hin oder her. Ein SSL Zertifikat ist kein Problem. Wenn der Browser nun generalisiert die Erlaubnis hat auf die Kamera, die Sensoren und optimalerweise noch auf GPS zuzugreifen, steht mir als Webseitenanbieter die Welt offen. Und bin ich nun ein böser Webseitenanbieter, der eine Undergroundseite für Einbrecher betreibt, viel Spass, denn wer braucht Facebook, so bekäme man Realtime – Daten. Noch 5 Minuten bevor die Person wieder da ist, habe ich den Einbruch begangen, ich sehe ja, wo sie sich befindet. Und das alles nur weil die Person mal versehentlich auf meiner Webseite mit süßen Katzenbildern war, die SSL verschlüsselt ist und ganz harmlos aussieht und ich ihr anbiete, Sie zu benachrichtigen, wenn neue Bilder vorhanden sind.

Außerdem bräuchte man dann keine Webtechnologien im eigentlichen Sinne mehr. Dann liefe auf HTML, CSS, JS und ResponsiveDesign verzichten und direkt Code versenden, der dann vor Ort compiliert wird und im Window immer gleich angezeigt wird. Dann muss ich mein Formular wirklich nur einmal entwickeln, auf allen Geräten testen und optimieren und kann mir dann wesentlich sicherer sein, dass es zu keinen bösen Überraschungen kommt.

Wenn es eine App sein soll, dann richtig. HTML, CSS und JS sind keine Technologien dafür, meiner Meinung nach.

Antworten

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