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Project Zero – Amazons neue Offensive gegen gefälschte Produkte

(Foto: BigTunaOnline / Shutterstock)

Amazon will es mit dem neuen Programm Project Zero Unternehmen künftig erleichtern, Produktfälschungen selbst von der Plattform zu entfernen. Bisher mussten sie dazu bei Amazon anfragen.

Schon länger klagen Markenhersteller und Händler darüber, dass auf Amazon in großem Umfang Fälschungen ihrer Produkte angeboten werden und deren Identifizierung und Entfernung schwierig ist. Vor wenigen Wochen hat der E-Commerce-Riese dieses Problem sogar gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC eingestanden. Schließlich ist sich Amazon im Klaren darüber, dass der Verkauf von gefälschten Produkten auch auf die eigene Plattform zurückfallen könnte.

Amazon: Mit Machine Learning und Marken-Support gegen Produktfälschungen

Weil die bisherigen Anstrengungen, diese Praktiken zu unterbinden, offenbar nicht ausreichend sind, startet Amazon jetzt eine neue Offensive gegen Produktfälscher und gestohlene Artikel. Dazu hat Amazon am Donnerstag ein Programm namens Project Zero gestartet, mit dem die Zahl der Produktfälschungen auf der Plattform auf Null (Zero) gedrückt werden soll. Dabei soll Machine Learning zum Einsatz kommen. Zudem wird auf die Hersteller und Markeninhaber gesetzt, die Fälschungen am besten erkennen dürften.

Bisher mussten Unternehmen, die Produktfälschungen auf der Amazon-Plattform entdeckt hatten, das an Amazon melden. Anschließend wurde die Entdeckung überprüft und das Produkt entfernt – ähnlich wie bei Youtube Beschwerden über Urheberrechtsverletzungen behandelt werden. Mit dem Start des neuen Programms sollen zertifizierte Unternehmen die Möglichkeit erhalten, solche gefälschten Produkte ohne die Erlaubnis von Amazon selbst zu entfernen.

Zunächst wird Amazon selbst auf große Marken und Hersteller zugehen und sie zur Teilnahme an dem Programm einladen, wie The Verge berichtet. Amazon verlangt von den teilnehmenden Unternehmen aber, dass sie sich im Vorfeld an entsprechenden Trainings beteiligen. Damit soll vermieden werden, dass Produkte fälschlicherweise aus dem Sortiment entfernt werden. Um Missbrauch zu verhindern, würden das Programm und die Einhaltung der Regeln von Amazon-Mitarbeitern überwacht.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Darüber hinaus will Amazon im Rahmen von Project Zero auch ein automatisches Erkennungssystem etablieren, das anhand von Logos und eingetragenen Warenzeichen Fake-Produkte ausmachen soll. Außerdem bietet Amazon künftig einen eigenen Seriencode ein, den Unternehmen schon bei der Produktion auf ihren Artikeln anbringen sollen – quasi eine eigene Art digitales Wasserzeichen oder Kopierschutz. Dieser Service soll Firmen zwischen 0,01 und 0,05 US-Dollar pro Stück kosten.

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2 Kommentare
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Interessant wird es bei gebrauchter Software.

Wie z. B. OEM Keys, da diese eigentlich eine Grauzone sind. In der EU erlaubt da Software getrennt von Hardware verkauft werden darf und wo anders auf der Welt an die Hardware gebunden werden kann.

Ich als Hersteller würde mir dafür die Finger lecken und gleich mal sofort alles fremde sperren.

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EDIT: Eigentlich kann dadurch dann jeder Hersteller nur zertifizierten Händlern das Verkaufen erlauben.

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