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Protest gegen die Urheberrechtsreform: Zehntausende waren auf der Straße

Demonstration gegen die EU-Urheberrechtsreform, insbesondere Artikel 13, in Berlin. (Foto: dpa)

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Deutschland gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform und mögliche Beschränkungen im Internet demonstriert. Am Dienstag wird es ernst.

Eine der größten Protestaktionen gab es in München, wo nach Angaben der Polizei rund 40.000 Menschen unter dem Motto „Rette Dein Internet“ auf die Straße gingen. „Macht unser Internet nicht kaputt“ und „Das Internet bleibt wie es ist“, hieß es auf den Plakaten der vorwiegend jungen Demonstranten.

In Köln zogen nach Schätzungen der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen durch die Innenstadt, die Polizei sprach zu Beginn von rund 4.500. In Düsseldorf waren es laut Polizei etwa 4.000 Demonstranten, in Hamburg bis zu 6.000 Menschen, in Hannover rund 3.200. In Berlin versammelten sich mehrere tausend Menschen am Potsdamer Platz, um an der deutschen Wikipedia-Zentrale vorbei zum Brandenburger Tor zu ziehen. Auf den Schildern der überwiegend jüngeren Demonstranten waren Sprüche wie „Niemand hat die Absicht eine Zensur zu errichten“ oder „Rettet unser Internet“ zu lesen.

Am Dienstag will das EU-Parlament entscheiden

Insgesamt waren Proteste in rund 40 deutschen Städten geplant, zu denen die Kampagne „Save your Internet“ aufgerufen. Am Dienstag will das Europaparlament über die Urheberrechtsreform entscheiden, mit der das Urheberrecht an das Internet-Zeitalter angepasst werden soll. Die Kritiker wenden sich vor allem gegen Artikel 13, der in der aktuellen Version des Gesetzestextes als Artikel 17 geführt wird.

Dieser Artikel sieht vor, dass Anbieter-Plattformen wie Youtube in Zukunft bereits beim Hochladen überprüfen sollen, ob Inhalte urheberrechtlich geschütztes Material enthalten. Das ist nach Meinung vieler Kritiker nur über automatisierte Filter möglich, bei denen die Gefahr bestehe, dass viel mehr als nötig aussortiert wird. dpa

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