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Radikalisierung auf Telegram: Nazis, Waffen, Drogen und Attila Hildmann

240 Pfund für eine halbe Unze Crystal – ist Telegram ein rechtsfreier Raum? (Grafik: Screenshots aus Telegram; dpa)

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In den Chats schmieden Neonazis Pläne, Händler bieten Kokain und Pistolen an. Telegram ist soziales Netzwerk, Videoplattform und Marktplatz in einem – nur eben ohne Regeln.

Auf dem Messenger Telegram einen Waffenhändler zu finden, dauert ungefähr so lange, wie man braucht, um das Wort „Waffen“ in das Suchfenster einzugeben. Dasselbe gilt für Crystal Meth, Heroin, Kokain, Facebook-Likes und geklaute Netflix-Kanäle. Was es auf Telegram noch gibt: reichweitenstarke Kanäle von Rechtsradikalen wie Attila Hildmann oder Martin Sellner.

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Laut eigenen Angaben nutzen Telegram monatlich 400 Millionen Menschen. Täglich sollen 1,5 Millionen neue Nutzer dazukommen. Die App landet damit auf Platz fünf der beliebtesten Messenger der Welt – hinter Whatsapp, dem Facebook Messenger, Wechat und QQ.

Wie kann es sein, dass man in einer so weit verbreiteten App so augenscheinlich illegale Inhalte findet?

Viele kennen Telegram vor allem als Whatsapp-Alternative. Aber Telegram hat Features, die den Messenger von Whatsapp unterscheiden: Die App hat den Ruf, anonym und verschlüsselt zu sein; fast nichts wird gelöscht oder moderiert, und während Whatsapp die Reichweiten von Gruppen auf 256 Nutzer beschränkt, können Telegram-Gruppen 200.000 Menschen erreichen. Telegram-Kanäle haben überhaupt keine Beschränkung – der Kanal „Hindi HD Movies“ erreicht über 5.800.000 Nutzer. Telegram ist damit soziales Netzwerk, Videoplattform und Marktplatz in einem – nur eben ohne die Regeln und Gesetze, die für Facebook, Youtube oder Amazon gelten.

Neonazis, Prepper und der „Tag X“

In Deutschland hat es die App bisher vor allem in Verbindung mit Rechtsradikalen und Verschwörungsmythen in die Schlagzeilen geschafft: Neonazi- und Prepper-Gruppen aus dem Umfeld des Hannibal-Netzwerks planten dort einen Umsturz, legten für „Tag X“ Listen zu Vorratsdepots, Waffen und ihren Feinden an und berieten sich, wie viele Leichensäcke sie wohl brauchen würden.

„Mit Beginn der Coronakrise ist die Anzahl der Nachrichten auf allen Messengern stark gestiegen“, erklärt Josef Holnburger. Holnburger studiert an der Uni Hamburg und beschäftigt sich mit Political Data Science. Mit Kommilitonen hat er, wie er am Telefon sagt, „in Python ein paar Skripte geschrieben“, um zu schauen, wie sich die Anzahl der Abonnenten in Telegram-Kanälen verändert. Seit Beginn der Corona-Pandemie, so Holnburger, sind vor allem „Kanäle der Verschwörungserzählung Qanon von 10.000 auf 120.000 Abonnenten explodiert.“ Qanon ist eine teils rechtsextreme Verschwörungserzählung, die von einem angeblichen Kampf Donald Trumps mit geheimen Mächten handelt.

Oliver Janich, ein Verschörungstheoretiker aus dem Qanon-Umfeld, erreicht auf Telegram mittlerweile über 137.000 Abonnenten. Weil sie auf anderen Plattformen wie Youtube oder Instagram gesperrt wurden, wandern aber auch Rechtsradikale wie Martin Sellner auf Telegram ab. Der Unterschied zwischen Youtube und Telegram: In Telegram-Kanälen ist die Kommentarfunktion oft ausgestellt. „Aus dem persönlichen Umfeld gibt es auf Telegram keinen Widerspruch mehr. Meine Prognose ist: Die gegenseitige Verstärkung der Verschwörungsideologien geht weiter, die Äußerungen werden radikaler werden“, so Holnburger.

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9 Kommentare
Benutzer
Benutzer

Es sind nicht nur Rechte auf Telegramm, auch viele linke sind es. Allen gemeinsam ist eben das keine Moderation oder andere Beeinflussung stattfindet.

Es wird also eher an der Beeinflussung liegen als am Content, denn den Mist gibt’s auch über WhatsApp.

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Die Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit

Merkwürdig, die deutschen Medien feiern die Opposition in Belarus, während sie Systemkritiker aus Deutschland gegen das deutsche System verteufeln.
Merkt ihr gar nicht, dass Deutschland zu einem sozialistischen Staat geworden ist, mit einer ehemaligen FDJ’lerin an der Spitze?
Peinlich, wenn man die Grundsätze des Journalismus mit Füßen tritt und ein Speichellecker der Regierung ist.

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hola klaus
hola klaus

mehr linksextremismus geht kaum noch in der überschrift

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office11

Radikalisierung auf deutschen Straßen!
Nazis, Waffen, Drogen und Attila Hildmann, Mafia, Axtmöder, Vergewaltiger und Kinderschänder tummeln sich auf deutschen Straßen und benutzen diese eifrig. Innenministerium erwägt Verbot von deutschen Straßen.

Telegram ist ein Messagingdienst mit hunderten millionen Nutzern. Das da auch Nazis, Waffen- und Drogenhändler dabei sind ist ein simple statistische Tatsache. Die benutzen bestimmt auch das Telefon. Wollen wir das jetzt auch überwachen? … Ach so, das machen wir ja schon.

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Jemand
Jemand

Stimmt, den Nazis wird damit sogar noch vorgehalten, dass diese schlauer als der Rest wären, denn andere verwenden ja kein Telegramm.

Aber wie ist es mit t3n und anderen Medien, werden diese dann auch von oben herab moderiert was zu sagen ist, oder könnt ihr noch frei entscheiden, warum lehnt ihr euch dann gegen unmoderiertes auf?

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Freie Meinung
Freie Meinung

Hmmm, in Weißrussland nutzen Patrioten den Messenger und in Deutschland Idioten oder Verbrecher. Ganz recht. Zum Glück nutzen eure Leser den nicht. Da bin ich ganz sicher. Ansonsten würde der Artikel etwas schräg rüberkommen.

Munter bleiben

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Max Pret
Max Pret

Wow Martin Sellner kannte ich noch gar nicht. Danke für den Tipp. Hab den gleich Mal abonniert.

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Die Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit

Naja, 135 Abonnenten auf telegram sind recht wenig. Das schafft man mit minimalen Marketing innerhalb von einem Tag. Telegram bietet so viele Chancen, man muss die nur nutzen.

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Die Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit

Martin Sellner penetriert nicht mit Nachrichten wie Attila Hildmann und ist ruhig und sachlich, von daher klar empfehlenswert ihm zu folgen.

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