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Interview

Ralf Dümmel: Das ist der neue Star in der Höhle der Löwen

(Foto: Rieka Anscheit)

Ihn kannte bis heute Abend kaum jemand: Ralf Dümmel. Doch der Investor will sich in der Höhle der Löwen nicht verstecken. Im Gegenteil: Er verspricht so viele Deals wie noch nie.

So stellt man sich einen Millionär vor: Schwarzer Designer-Anzug, rotes Einstecktuch, das Haar zum Seitenscheitel gekämmt, eine dicke Uhr am Handgelenk. Ralf Dümmel will nicht nur optisch perfekt in die Höhle der Löwen passen. Der 49-Jährige Handelsmogul rückt in der dritten Staffel der beliebten Gründershow an die Stelle von Vural Öger, der im Frühjahr unrühmlich seinen Abschied erklärt hatte.

Vom Verkaufsassistent zum Millionär

Zu verdanken hat Dümmel seinem Platz im Jurysessel aber vor allem einer steilen Karriere bei DS Produkte – einem Hamburger Handelskonzern, der Konsumgüter aller Art in die Welt vertreibt. Angefangen hatte Dümmel 1988 zunächst als Verkaufsassistent des damaligen Firmengründers. Schon nach einem Jahr übernahm er bereits die komplette Verantwortung für den Einkauf und Verkauf. Mit den Jahren trug er dazu bei, das Familienunternehmen zu Europas größtem Lieferanten von Non-Food-Artikeln für den Versand-, Lebensmittel- und Einzelhandel zu machen.

Ralf Dümmel nimmt in der neuen DHDL-Staffel den Platz von Vural Öger ein. (Foto: Vox)
Ralf Dümmel nimmt in der neuen DHDL-Staffel den Platz von Vural Öger ein. (Foto: Vox)

Heute kann man das Imperium von Dümmel, der seit 1996 auch Gesellschafter von DS Produkte ist, in einem Showroom am Firmensitz bestaunen. In dem mit edlem Holzlaminat ausgekleideten Zimmer stapeln sich Unmengen an Konsumgütern – Staubsauger, Uhren,  Wasserbombenmaschinen – bis unter die Decke. Die Kassenschlager hat Dümmel auf einer Anrichte in der Mitte des Raumes platziert. Goldene Bilderrahmen weisen wie Pokale die verkauften Stückzahlen aus.

Doch was hat der Mann als Startup-Investor auf dem Kasten? Im Interview mit t3n.de spricht Dümmel über seine Stärken, sein fehlendes Faible für Apps und über einen Gründer, den er schon letztes Jahr kurz nach einer Sendung angerufen hat.

t3n.de: Herr Dümmel, Sie sind das mit Abstand unbekannteste Gesicht in der neuen DHDL-Jury. Wie kam es eigentlich dazu?

Ralf Dümmel: Kuriose Geschichte. Jemand aus meinem Netzwerk hat meinen Namen an Vox weitergegeben, eines Abends erhielt ich dann einen Anruf von der Person, die mich da ins Spiel gebracht hat – mit dem Hinweis, dass ich doch sicher nichts gegen ein Treffen mit der Produktionsfirma hätte. Ich war total überrascht.

„Zweimal haben wir sogar versucht, an einen der Gründer ranzukommen.“

t3n.de: Und wie ging es weiter?

Dümmel: Es gab dann ein Treffen in Köln, was sowohl für mich als auch für die Produktionsfirma super angenehm war. Wir haben schnell gemerkt, dass das zusammenpasst. Die Sendung passt auch perfekt zu unserem Unternehmen, DS Produkte, das viel mit Konsumgütern handelt. Die Sendung ist wie dafür gemacht.

t3n.de: Haben Sie die Sendung bis dahin überhaupt verfolgt?

Dümmel: Ja, habe ich. In der Firma haben wir jeden Mittwoch über die Folge vom Vortag diskutiert, auch im Management. Zweimal haben wir sogar versucht, an einen der Gründer ranzukommen.

t3n.deWieso? Wollten Sie mit investieren?

Dümmel: Wir wollten das Produkt kaufen.

t3n.deVon welchem Produkt sprechen wir?

Dümmel: Tragfix hieß das Ding. So eine Verschlussvorrichtung für stinkende oder gerissene Müllsäcke. Wir hätten das Produkt im Discount-Handel gut vermarkten können, darum haben wir da angerufen.

t3n.deHat es geklappt?

Dümmel: Leider nicht. Der Gründer sagte nur, er werde sich melden, sobald er seine 3.000 E-Mails abgearbeitet hätte. Der wusste in dem Moment gar nicht, was er da verpasst. Aber okay, die Gründer werden von der Aufmerksamkeit im Nachgang der Sendung ja auch praktisch überfahren. Und wenn dann mit DS Produkte noch ein Unternehmen anruft, das kaum einer kennt…

„Nicht mal bei Youtube habe ich mir die Sendungen noch mal angeschaut.“

t3n.deHaben Sie sich auf die Sendung vorbereitet? 

Dümmel: Gar nicht. Nicht einmal bei Youtube oder sonst irgendwo im Netz habe ich mir die Sendungen noch mal angeschaut.

t3n.de: Warum nicht? Gerüchten zufolge soll Carsten Maschmeyer sogar einen Körpersprachenspezialisten engagiert haben.

DHDL-Investor Ralf Dümmel im Showroom von DS Produkte. (Foto: Rieka-Anscheit)
DHDL-Investor Ralf Dümmel im Showroom von DS Produkte. (Foto: Rieka Anscheit)

Dümmel: Ich wollte keine Gefahr laufen, mich zu verstellen. Das hat ja auch immer mit so Sachen wie Sitzpositionen und Verhaltensweisen zu tun. Sowas schaut man sich unbewusst schnell ab. Ich will lieber authentisch und ehrlich sein. Deshalb vergleiche ich das übrigens gerne mit einem Bewerbungsgespräch.

t3n.de: Was meinen Sie?

Dümmel: Es heißt ja immer, die Gründer würden in der Show um die Löwen werben. DHDL ist aber keine Einbahnstraße. Wir als Investoren werben ja auch um die Gründer, schließlich wollen wir zusammen eine Idee groß machen.

t3n.de: Sie haben kaum Erfahrung als Investor. Was spricht für Sie?

Dümmel: Neu sind für mich nur die Kameras. Dass jemand mir ein Produkt vor die Nase hält und sagt, er wolle mir das verkaufen, das mache ich seit 28 Jahren.

t3n.de: Aber wo liegen ihre Stärken? Im Vertrieb? 

Dümmel: Auch, ja. Vor allem aber im Bereich Produktion, Logistik und Einkauf habe ich die Vorteile auf meiner Seite. Auch Marketing und Schutzrechtanmeldung gehören zu meinem Tagesgeschäft. Da kann ich Gründern wirklich helfen.

„Für Apps bin ich nicht der richtige Mann.“

t3n.de: In was investieren Sie denn am liebsten?

Dümmel: In Menschen.

t3n.de: Wie abgedroschen…

Dümmel: Stimmt. Aber ein Produkt kann noch so gut sein – wenn Gründer und Investor nicht zusammen passen, wird es extrem schwer, eine Idee groß zu machen. Gerade in der Höhle der Löwen ist die menschliche Chemie wichtig.

t3n.de: Weil alles so schnell geht?

Dümmel: Genau. Es sind ja nur gut anderthalb Stunden Zeit, um in ein fremdes Unternehmen zu investieren. Ich sag immer: Wir Löwen verloben uns in der Sendung mit dem Startup und heiraten bestenfalls wenige Wochen später. Da muss man sich als Investor seiner Sache schon sehr sicher sein. Ich mache das ja nicht nur zu Wohltätigkeitszwecken. Ich will auch Geld verdienen.

t3n.de: Und welche Produkte kommen da für Sie in Frage?

Dümmel: In erster Linie Produkte zum Anfassen. Darauf sind wir spezialisiert, da liegt mein Know-how.

t3n.de: Bei Apps oder digitalen Geschäftsmodellen sind sie also raus?

Dümmel: Man soll niemals nie sagen. Aber die Frage ist doch: Welche Art von Unterstützung wünscht sich ein Gründer von mir? Will er nur mein Geld? Oder sucht er auch einen strategischen Partner für das Tagesgeschäft? Und da kann ich nur sagen: Im Digitalbereich oder bei Apps bin ich sicher nicht der richtige Mann, der einen jetzt wahnsinnig nach vorne bringen kann.

t3n.de: Was erwarten Sie denn im Gegenzug von den Gründern?

Dümmel: Einen ganz, ganz starken Willen und Risikobereitschaft. Da gehört auch viel Fleiß zu. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, ein großes Unternehmen aufzubauen. Eine gute Idee alleine reicht ja nicht aus. Bevor man sie überall herumerzählt, muss man sie sich ja erst mal schützen lassen. Und dafür braucht es Kapital.

t3n.de: Stimmt es, dass Sie in der Sendung mit Ihrem Privatvermögen investieren?

Dümmel: Wir haben eine Investment-Firma für das Thema gegründet, was am Ende auch mein Privatvermögen ist, ja.

„Ich habe mir kein Limit gesetzt.“

t3n.de: Wie viel Geld werden Sie ausgeben?

Dümmel: Ich habe mir kein Limit gesetzt, was nicht heißt, dass ich Geld zum Fenster rausschmeiße. Wenn Idee und Thema stimmen, werde ich investieren. Dafür bin ich finanzstark genug.

t3n.de: Ein Großteil der vereinbarten Deals ist in der vergangenen Staffel gar nicht zustande gekommen. Wie wollen Sie sicherstellen, dass das nicht passiert? 

Dümmel: Sicherstellen kann man das ja gar nicht. Man kann nur sehr hart dafür arbeiten, dass möglichst viele Deals am Ende auch zustande kommen. Ich kann aber sagen, dass die Abschlussquote bei meinen Investments extrem hoch sein wird.

t3n.de: Warum?

Dümmel: Weil ich sehr bemüht bin, das Wort, was ich da in der Sendung abgebe, auch einzuhalten. Jeder Gründer bekommt meine Handynummer und kann mich jederzeit anrufen. Logischerweise habe ich auch ein Team aus Anwälten und Experten im Hintergrund, das mich fachlich bei Deals unterstützt und diese begleitet.

t3n.de: Einige Gründer haben sich auch darüber beklagt, dass der Kontakt zu den Löwen schnell nachgelassen hätte.

Dümmel: Ich bringe mich überall ein. Mit jedem Gründer habe ich mehrmals zusammengesessen und viele Telefonate geführt. Mit einem Gründer war ich übrigens sogar in Asien. Ich habe mir immer gesagt: Wenn du das mit der Sendung machst, dann auch richtig. Nur mal eben mein Gesicht ins Fernsehen halten, aus dem Studio rausgehen und danach nichts mehr mit den Deals zu tun haben, ist sicherlich der falsche Weg, um erfolgreich zu sein. Übrigens werden meine Investments auch von mehreren Partnerschaften profitieren, die ich auf den Weg gebracht habe.

t3n.de: Was für Partnerschaften?

Dümmel: Der Otto-Versand wird die Produkte, in die ich investiere, immer direkt nach den Sendungen auf seiner Startseite platzieren. Die wird jeden Tag von rund einer Million Menschen besucht. Sogar Karstadt habe ich ins Boot geholt.

t3n.de: Ach, Werbung im Schaufenster?

Dümmel: Richtig. Karstadt wird seine ganzen Schaufenster umdekorieren und die Produkte im Geschäft anbieten. Auch mit Supermarktketten wie Kaufland, Rewe oder Edeka haben wir gesprochen. Sie werden es also nicht schaffen, an den von mir finanzierten Produkten vorbeizukommen. Es sei denn, Sie lassen den Fernseher aus und gehen nicht mehr vor die Tür.

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2 Reaktionen
David

Mega Typ und Vollblut Unternehmer. Als Start-Up mit einem Non-Food Produkt für den Massenmarkt, das sich Online verkaufen lässt ist Herr Dümmel eine Goldgrube. Er hat ja nicht umsonst gesagt er möchte die Gründer Startups in die er investiert zu Millionären machen. Und bei seiner Arbeitsweise und dem Engagement ist das auch durchaus glaubwürdig. Ich bin gespannt auf weitere Investments.

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G. Sick

Ich bin auf Dümmel gespannt. Er ist ein echter Handelsprofi. Der wird - nachdem was man so liest - vielen sicher helfen können, wenn er überzeugt ist, die nicht in Tech machen. Stark

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