Digitale Gesellschaft

Ran an die Konsole, Kinder! Warum Videospiele intelligenter und sozialer machen

Controller scheinen laut einer Studie ein sehr gutes Spielzeug für Kinder zu sein.

Videospiele stehen seit Jahren immer mal wieder in der Kritik: Es wurden Vorwürfe laut, dass Kinder gesundheitliche Schäden vom regelmäßigen Zocken tragen könnten. Eine Studie aus den USA zeigt, dass diese Sorge offenbar unbegründet ist.

Videospiele sind besser als ihr Ruf. (Foto: Shane's Stuff / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Machen uns Videospiele sozialer?

Sie sollen uns krank, drogenabhängig und depressiv machen: Seit Jahrzehten stehen Videospiele in der Kritik, weil sie unsere Gesundheit beeinträchtigen sollen. In Studien fanden Wissenschaftler über die Jahre heraus, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die besonders viel im Internet surfen und speziell Videospiele zocken, einem höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sind und eher an Depressionen erkranken sowie häufiger Drogen nehmen.

Doch es gibt bekanntlich keine Studie, zu der es keine Gegenstudie gibt: In der Wissenschaft sorgen Forscher der Columbia University und der Paris Descartes University nun mit ganz anderen Ergebnissen für Furore. Sie argumentieren, dass Videospiele die kognitiven Fähigkeiten der Kinder erhöhen und sie sozialer machen.

Die Untersuchung beruht auf der europäischen School Children Mental Health Europe (SCHME) Studie. Für letztere wurden 2010 etwa 3000 Kindern zwischen sechs und elf Jahren aus sechs europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, befragt. Auch die Lehrer und die Mütter mussten eine Einschätzung abgeben. Die US-Wissenschaftler wollten gemeinsam mit ihren französischen Kollegen anhand dieser Daten herausfinden, wie lange Grundschulkinder täglich vor der Konsole sitzen und ob sich dies auf ihre schulischen Leistung beziehungsweise ihre Gesundheit auswirkt.

„Videospiele sind vorteilhaft für kognitive Funktionen und die Psyche“

Das Ergebnis: Die Videospiele haben demnach keinen negativen Effekt, sondern einen positiven. Demnach haben Kinder, die mehr als fünf Stunden in der Woche vor der Konsole hocken, eine 1,75 Mal höhere Chance von hohen intellektuellen Fähigkeiten sowie eine 1,88 Mal höhere Chance auf gute akademische Bewertungen.

„Unseren Daten zufolge sind Videospiele vorteilhaft für kognitive Funktionen sowie teilweise für die Psyche“, schreiben die Wissenschaftler. Demnach haben Kinder, die regelmäßig Videospiele konsumieren, auch weniger Probleme mit ihren Klassenkameraden.

Bevor ihr jetzt eure Kinder vor die Konsole setzt, bleibt aber noch zu sagen, dass die Studie keine Langzeiteffekte überprüft hat, sondern lediglich auf einer einzigen Befragung beruht. Repräsentativ ist diese übrigens nicht.

 

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