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Rapid Prototyping: So kannst du schnell und effizient Ideen testen

Googles neue Plattform soll Kreativschaffende unterstützen. (Foto: SFIO CRACHO/ Shutterstock)

Prototyping ist nicht nur für Ingenieure relevant. Wie auch Dienstleister von dieser Methode profitieren und schnell und effizient Pilotprojekte starten.

Neue Ideen auf den Markt zu bringen kostet Zeit und Geld – oftmals investieren Unternehmen ins Ungewisse. Das muss jedoch nicht sein, denn Rapid Prototyping ist eine effiziente und kostengünstige Alternative, schnell neue Ideen zu testen und zu entwickeln. Hier zunächst einige Anwendungen.

Fake-Door-Prinzip

Ein gutes Beispiel von Prototyping zeigte McDonalds mit dem McSpaghetti, der als Idee entstand. Bevor McDonalds aber viel Geld in Tests und die Entwicklung des Gerichts investierte, wollten sie zunächst die Idee in ausgewählten Filialen testen. Man setzte den McSpaghetti auf die Speisekarte und jedes Mal, wenn jemand ihn kaufen wollte, entschuldigte man sich, dass er bereits ausverkauft wäre, und gab der Person einen Rabatt für ein anderes Gericht. Die Anzahl der Nachfragen wurde gezählt und nach der Testphase war klar – die Idee ist nicht marktreif, da die Nachfrage zu gering war. So konnte mit wenig Aufwand eine Idee getestet und abgeklopft werden, ob sie massentauglich ist oder nicht.

Lokale und zeitlich begrenzte Testläufe

Das Testen in ausgewählten Filialen wie im Fall von McSpaghetti ist generell eine gute Taktik, um herauszufinden, ob die Idee etwas taugt oder nicht. Bevor man eine Idee groß publik macht, testet man sie entweder im kleinen Kontext oder in einem festgelegten Zeitfenster. Eine zeitliche Begrenzung, eher schon ein One-Night-Stand, war in der Testphase auch Airbnb. Die Airbnb-Gründer boten ihr eigenes Apartment in San Francisco an – eher aus der Not heraus, da einer der Mitbewohner auszog und die Mieten in San Francisco sehr hoch sind. Wegen einer wichtigen Design-Konferenz waren alle Hotels in der Stadt ausgebucht und drei Designer übernachteten deshalb in deren Wohnung. Daraufhin entstand die Idee, auch anderen Menschen Wohnungen zur Verfügung zu stellen und Airbnb wurde gegründet. Ein Glücksfall für die Airbnb-Gründer, doch wie können auch andere Unternehmen Rapid Prototyping einsetzen und Ideen auf ihre Umsetzung prüfen?

Was genau ist Rapid Prototyping?

Bevor es zu den Tools geht, zunächst einmal: Was genau ist Rapid Prototyping? Merete Beckmann, Design-Thinking- und Innovationscoach bei Google, erklärt: „Rapid Prototyping ist das schnelle und iterative Design von Prototypen, um Ideen zu testen. Der Prozess umfasst drei iterative Schritte und verschiedene Methoden, die kombiniert werden können und immer näher zum eigentlichen Produkt führen. Die drei Schritte sind Denken, Bauen und Lernen.“

Die Grundidee: Denken – Bauen – Lernen

Die Grundidee stammt aus dem Design-Thinking und besteht aus drei Säulen:

1. Denken

Hier wird Papier oder Sketching genutzt, um eine Idee visuell sichtbar zu machen. Die Idee soll vor Augen geführt werden und fassbar sein. Dabei gibt es die Möglichkeit, Kurzvideos zu erstellen, Mockups oder Storyboards zu kreieren. Regeln, wie genau die Idee aussehen soll, gibt es nicht. Hauptsache, es passiert schnell und ein erster Entwurf entsteht möglichst zeitnah!

2. Bauen

Dies bedeutet konkret, digitale Prototypen zu bauen, eine Minimalversion des physischen Produktes zu zeichnen oder den idealen Ablauf der Customer-Journey darzustellen. In dieser Phase geht es darum, möglichst wenig Zeit und auch Geld für den ersten Prototypen zu investieren. Die Basisfunktion des Produktes oder der Dienstleistung steht dabei im Vordergrund und soll minimalistisch abgebildet werden.

3. Lernen

Das ist der wesentliche und spannende Punkt. Loslassen und dem Tester konzentriert zusehen und zuhören. Genau das liefern, was der Nutzer haben möchte, und alles andere weglassen. Was wir während des Workshops tun sind kleine Rollenspiele. Es werden Gruppen gebildet, um gemeinsam etwas zu bauen. Einer aus der Gruppe präsentiert, die anderen ziehen zur nächsten Gruppe, hören sich die Ideen für ein anderes Projekt an und geben Feedback. Durch die direkte Rückmeldung verbessert sich das Produkt oder die Dienstleistung. Im Idealfall läuft dieser Prozess mehrmals ab, bis die neue Idee verständlich und nützlich ist. Die Fragen und Bedenken werden direkt in die nächste Präsentation eingebaut und automatisch verbessert.

Hilfreiche Tools für Rapid Prototyping

  • App House bietet kostenlos nützliche Tools, Informationen und Templates zum Download für Bereiche wie Technologie und Leadership.
  • D.School von der Universität Stanford in den USA stellt hilfreiche und kostenlose Design-Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung.
  • Design Kit hält zur Inspiration für Interessierte ebenfalls viele nützliche Methoden und auch Case-Studies bereit.

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