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Rechtsformwahl – das sind die wichtigsten Kriterien

Die Rechtsformwahl kann undurchsichtig sein. Doch mit den richtigen Tipps wird sie zum Kinderspiel. (Foto: Adobe Stock/fotovika)

Die Rechtsformwahl kann undurchsichtig sein. Doch mit den richtigen Tipps wird sie zum Kinderspiel. (Foto: Adobe Stock/fotovika)

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Ein wichtiger Aspekt beim Gründen ist die Auswahl der passenden Rechtsform für dein persönliches Gründungsvorhaben. Wie du dich im Dschungel der diversen Rechtsformen zurechtfindest, liest du hier.

Formelle Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen

Hast du dich für eine Selbstständigkeit mit Hauptsitz in Deutschland entschieden, ist der erste Schritt bereits gemacht. Bevor du jedoch mit deinem Business so richtig durchstarten kannst, musst du einige allgemeine und berufsspezifische Bedingungen erfüllen. So ist es allgemein verpflichtend, dass du volljährig bist und dir für den Beruf, mit dem du gründen willst, kein offizielles Berufsverbot ausgesprochen wurde. Des Weiteren bist du dazu verpflichtet, deine Selbstständigkeit vor dem Unternehmensstart beim Gewerbe- beziehungsweise Finanzamt anzumelden. Welches Amt in deinem konkreten Vorhaben zuständig ist, hängt letztlich davon ab, ob du freiberuflich oder gewerblich arbeiten willst. Natürlich gibt es auch viele Business-Ideen, für die gar keine spezielle Berufsvoraussetzung mehr nötig ist. Aber es  gibt es einige Gründungsvorhaben, die an bestimmte Berufe gebunden sind: In diesen Fällen kann dann die sogenannte Nachweispflicht über die Berufsqualifikation relevant werden. Hierzu ein Beispiel: Angenommen du willst im Handwerk gründen, dann musst du deine Qualifikation nicht nur durch einen erfolgreich absolvierten Abschluss nachweisen, sondern obendrein noch über den Master des Handwerks verfügen – den Meisterbrief. Erst dann erfüllst du die nötigen Voraussetzungen, um deine Idee in die Tat umsetzen zu können.

Nadel im Heuhaufen: Rechtsformen im Überblick

Also gut, die Voraussetzungen sind erfüllt und der Businessplan geschnürt. Doch eine Sache fehlt noch: die Wahl der passenden Rechtsform.

Innerhalb der in Deutschland geltenden Unternehmensformen Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaft bietet der Gesetzgeber eine ganze Reihe an Rechtsformen für Gründer an. Rechtsformen sind letztlich dafür da, die Pflichten und Rechte von Unternehmen untereinander zu regeln sowie die Verpflichtungen dieser gegenüber dem Staat und anderen Marktteilnehmern festzuhalten. Entscheidend ist – und das lässt die Sache für viele undurchsichtig erscheinen –, dass sich Rechtsformen hinsichtlich des bürokratischen Aufwandes, der Haftungsmöglichkeiten und weiterer Aspekten unterscheiden.

Du willst dich tiefer mit den Aspekten Finanzierung und Haftung auseinandersetzen? Beim Rechtsformfinder der Gründerplattform erhältst du umfassende Informationen.

Um dir hier etwas Klarheit zu verschaffen, findest du nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten Rechtsformen inklusive ihrer spezifischen Eigenschaften.

  Rechtsform Startkapital Gründer Haftung Geschäftsführung Formalitäten und Kostenumfang Eintrag Handelsregister Buchführungspflicht
Einzelunternehmen Einzelunternehmen keins 1 unbeschränkt und mit Geschäfts- und Privatvermögen - Eigentümer = GF
- Alleinentscheidung
Gewerbeanmeldung/ gering nur Kaufmann ja
Personengesellschaft GbR keins 2 unbeschränkt und mit Gesellschafts- und Privatvermögen gemeinschaftlich durch alle Gesellschafter, sofern nicht anders geregelt Gewerbeanmeldung/ gering nein nein
OHG keins 2 unbeschränkt und mit Gesellschafts- und Privatvermögen durch alle Gesellschafter. Jeder Gesellschafter zu Einzelvertretung berechtigt. Bestellung von Prokurist möglich. Gewerbeanmeldung/ gering ja ja (Jahresabschluss, Inventur)
KG keins 2 unbeschränkt mit Gesellschafts- und Privatvermögen. Kommanditisten beschränkt auf Höhe der Kommanditeinlagen. jeder voll haftende Gesellschafter ist allein zur GF und zur Vertretung der KG berechtigt Gewerbeanmeldung/ gering ja ja (Jahresabschluss, Inventur)
PartG
(für Freiberufler)
keins > 1 Für Verbindlichkeiten haften die Gesellschaft und darüber hinaus die Partner gemeinschaftlich. Für berufliche Fehler haftet nur der jeweilige Partner (Privatvermögen). Alle Partner = Geschäftsführer keine Gewerbeanmeldung/ sehr gering nein nein
Kapitalgesellschaft AG min. 50.000€ 1 beschränkt auf Gesellschaftsvermögen, ggf. persönliche Haftung des Vorstandes Geschäftsführung durch Vorstand Gewerbeanmeldung, viele Formalitäten/ sehr hoch ja ja (Jahresabschluss, Inventur)
GmbH min. 25.000€. Einzahlung bei Gründung: min. 12.500€ 1 beschränkt auf Gesellschaftsvermögens durch Geschäftsführer und Gesellschaftspolitik: Gesellschafterversammlung, sofern vorhanden Aufsichtsrat. Bestellung Prokurist möglich. Gewerbeanmeldung, viele Formalitäten/ hoch ja ja (Jahresabschluss, Inventur)
UG min. 1€ pro Gesellschafter. Pflicht zur Rücklagenbildung bis 25.000€ 1 wie GmbH wie GmbH wie GmbH ja ja (Jahresabschluss, Inventur)
Eigene Darstellung – inhaltliche Quellen: IHK Rhein-Neckar; IONOS

Welche Rechtsform solltest du also wählen?

Das Wichtigste vorab: Ein Richtig oder Falsch gibt es bei der Auswahl der Rechtsform prinzipiell nicht. Denn dein Unternehmen verändert sich mit der Zeit und damit auch die Anforderungen an die dafür nötige Rechtsform. Des Weiteren hängt die Wahl der passenden Rechtsform auch von deinem persönlichen Status ab: Willst du als Gewerbetreibender, Kleingewerbetreibender oder vielleicht sogar Freiberufler gründen? Diese Frage solltest du vorab für dich selbst klären, da dir je nach Entscheidung unterschiedliche Rechtsformen zur Verfügung stehen.

Um jedoch die für den Anfang passende Rechtsform zu finden, solltest du dich an den Kriterien aus der Tabelle orientieren. Ist es dir beispielsweise wichtig, nicht mit deinem Privatvermögen haften zu müssen, könnte eine Rechtsform der Kapitalgesellschaft das Richtige für dich sein – bedenke aber, dass hier zum Teil hohe Kosten in Bezug auf das Mindeststartkapital auf dich zukommen können. Ist dir die persönliche Haftung hingegen nicht so wichtig und du willst hohe unternehmerische Freiheit genießen, könnte eine Rechtsform der Personengesellschaft genau dein Ding sein. Solltest du dir dennoch nicht sicher sein, kannst du das Rechtsform-Tool von der Gründerplattform zu Rate ziehen. Du beantwortest einfach die Fragen, und das Tool macht dir am Ende einen Vorschlag für die am besten zu dir passende Rechtsform.

Kommt Zeit, kommt Rat: Der Rechtsformwechsel

Wie du vielleicht schon zwischen den Zeilen lesen konntest, ist deine Entscheidung über die erste Rechtsform keine Entscheidung für die Ewigkeit. Denn ein Wechsel der Rechtsform ist aufgrund des deutschen Umwandlungsgesetzes (§§ 190 – 305 UmwG) möglich. Es beschreibt, wie ein Wechsel abzulaufen hat, was die Voraussetzungen sind und welche Überführungsmöglichkeiten es gibt (zum Beispiel die Umwandlung einer GbR in eine OHG).

Doch warum solltest du überhaupt darüber nachdenken, die Rechtsform im Laufe deiner Selbstständigkeit zu wechseln? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Haftungsbeschränkung: Wächst der Wert deiner Personengesellschaft, steigt gleichzeitig deine persönliche Haftungssumme. Wird dir dieses Risiko mit der Zeit zu heikel, solltest du darüber nachdenken, dein Unternehmen in eine Kapitalgesellschaft umzuschreiben.
  • Austritt eines Gesellschafters: Einige Rechtsformen wie die GbR erfordern die Gründung durch mehr als eine Person. Steigt aber ein Gesellschafter aus, so muss die Rechtsform gewechselt werden, wenn kein Ersatz gefunden wird.
  • Eintritt eines Gesellschafters: Es kann passieren, dass du dich mit der Zeit dafür entscheidest, aus wirtschaftstaktischen Gründen eine weitere Person in dein Unternehmen zu integrieren, ohne diese an der Geschäftsführung zu beteiligen. Möglich ist das beispielsweise bei einer GmbH.
  • Börsengang: Läuft es mit deinem Unternehmen so gut, dass du Eigenkapital durch eine Börsenmitgliedschaft gewinnen willst, musst du dein Unternehmen zum Beispiel in eine AG umwandeln.
Jetzt die richtige Rechtsform finden!

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