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Startups

Rehype.it! Dieser Startup-Makler handelt mit gescheiterten Gründungen

Rehype.it ist der Startup-Makler für insolvente Gründungsprojekte. (Foto: InstaMockup)

Scheitern Gründer mit einem Startup, verstauben Idee und erste Codeschnipsel oft lieblos in der Ecke. Die neue Verkaufsplattform rehype.it will das ändern und bietet derartigen Projekten jetzt eine zweite Chance.

Rehype.it will gescheiterte Startups wieder auf Erfolgskurs bringen

Rehype.it: Die Plattform versteht sich als Startup-Makler und will gescheiterten Projekten oder brachliegenden Codes neues Leben einhauchen. (Logo: Rehype.it)
Rehype.it: Die Plattform versteht sich als Startup-Makler und will gescheiterten Projekten oder brachliegenden Codes neues Leben einhauchen. (Logo: Rehype.it)

Entdeckt, gehyped, gescheitert – so ist es nicht nur bekannten Startups wie Amen, Gidsy oder Moped ergangen. Glaubt man den unterschiedlichen Statistiken, streichen entweder neun von zehn oder zumindest die Hälfte aller Jungfirmen innerhalb der ersten drei Jahre nach ihrer Gründung wieder die Segel. Die Gründe sind vielfältig, reichen von der klassischen Insolvenz über Zeitnot bis hin zu einem unrühmlichen Zwist zwischen den Geschäftspartnern. Die Konsequenzen sind aber immer gleich: Geschäftsideen, Quellcodes, Domains und gewachsene Nutzerstrukturen sterben leise in der Ecke.

Dagegen will jetzt die deutsche Plattform rehype.it etwas unternehmen – und der Name ist wörtlich zu nehmen: „Dein Startup ist insolvent? Na und? Bei uns kannst du alle Bestandteile deines Projekts zu Geld machen“, heißt es auf der Website von rehype.it. Egal ob Quellcodes, User Base oder ganze Startups – rehype.it versteht sich als eine Verkaufsplattform, auf der Gründer und Tüftler für jedes ihrer Projekte einen passenden Käufer finden sollen.

„Wollen Startups eine zweite Chance geben“

Dass dies zu einer ernstzunehmenden Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten werden könnte, glaubt auch Katharina Lewald, die bei rehype.it für die Kommunikation verantwortlich ist. „Viele Menschen in Deutschland können super programmieren, haben jedoch keine Zeit oder kein Geld ihr Projekt zu vermarkten“, sagt sie und ergänzt, dass andere zwar „tolle Geschäftsideen, aber keinen passenden Co-Gründer mit Know-how und guten Kontakten“ hätten.

Nicht zuletzt gebe es auch immer wieder Startups, die aus verschiedensten Gründen den Insolvenzverwalter aufsuchen müssten. „Diesen Projekten möchte rehype.it eine zweite Chance geben“, sagt Lewald. Neu ist die Idee nicht, in den USA beispielsweise findet sich mit Sideprojectors.com ein vergleichbares Portal schon länger.

Rehype.it geht im Laufe des Tages online. Ein exklusiver Screenshot findet sich unten, der mit einem Klick vollständig geöffnet werden kann.

Bei Rehype.it werden Startups und Projekte zu Festpreisen und nur mit Qualitätskontrolle gehandelt: Urheber erhalten Geld, Käufer eine Idee und die Plattform eine Provision. (Screenshot: Rehype.it)
Bei Rehype.it werden Startups und Projekte zu Festpreisen und nur mit Qualitätskontrolle gehandelt: Urheber erhalten Geld, Käufer eine Idee und die Plattform eine Provision. (Screenshot: Rehype.it)

So funktioniert der Verkauf deines Startup-Projekts

Obwohl sich Rehype.it am einfachsten als eine Art „eBay für Startups“ umschreiben lässt, will das Portal alles andere als eine Auktionsplattform sein. Gehandelt wird nur zu Festpreisen, und das auch nicht ohne vorherige Qualitätsprüfung. Stellt ein Verkäufer ein Projekt zur Disposition, wird es von rehype.it zunächst auf Plausibilität geprüft und anschließend mit Bild- und Videomaterial online geschaltet. Interessierte Käufer können sich ein Exposé zum Angebot einholen und im nächsten Schritt über das interne Messaging-System Kontakt zum Verkäufer aufnehmen. Sind sich beide Parteien über die Modalitäten des Geschäfts einig, kommt es zum Verkauf. So der Idealfall.

Die Regel wird das allerdings nicht sein, das weiß man auch bei rehype.it: „Der Schutz von Verkäufern und Käufern ist bei uns ein wichtiges Thema“, erklärt Lewald auf Nachfrage. Man betont jedoch, nur als Vermittler und keineswegs als Treuhänder zwischen den Geschäftspartnern aufzutreten. Das hat rechtliche Gründe. Damit alles reibungslos abläuft, setzt man auf viel Vertrauen, die Plausibilitätsprüfung und verweist auf ein internes Meldesystem gegen unseriöse Verkäufer.

Rehype.it setzt auf differenziertes Geschäftsmodell

Gründer und Projektler können sich innerhalb der ersten 90 Tage kostenlos registrieren und die Verkaufsplattform nutzen. Das soll für das nötige Nutzerwachstum sorgen, damit im Anschluss die differenzierte Monetarisierungsstrategie von rehype.it greifen kann. Dann nämlich werden sowohl Verkäufer als auch Käufer zur Kasse gebeten: Jedes neu eingereichte Projekt kostet einmalig 99 Euro, interessierte Käufer zahlen hingegen 6,90 Euro im Monat, um Zugang zu den Exposés der Angebote zu erhalten.

Kommt es zu einem Verkauf, werden bei einem Verkaufspreis von bis zu 100.000 Euro zehn Prozent Provision für rehype.it fällig. Bei Projektverkäufen, die über 100.000 Euro liegen, beträgt die Provision sechs Prozent oder wird individuell mit den Plattformbetreibern vereinbart. Ob der Erfolg von Rehype.it so klar vorgezeichnet ist, wie es das Geschäftsmodell vorgibt, wird sich zeigen. Vorbereitet wäre man in der Zentrale in Konstanz. Rehype.it hat sich vorsorglich die Marke „Startup-Makler“ schützen lassen.

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7 Reaktionen
Katharina

Hallo Marvin! Die Info, dass wir uns "die Startup-Makler" haben schützen lassen, stimmt. Sie kommt direkt von uns. Da dies jedoch erst wenige Tage her ist, ist die Eintragung wahrscheinlich wirklich noch nicht überall einsehbar. Viele Grüße, Katharina von rehype.it

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YDesCo

Auf jeden Fall ist die Seite gerade schon wieder nicht erreichbar ;-)

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Moment Mal

bin ja gespannt, wann es Rehype.it dann auf der eigenen Plattform zum Kaufen gibt ;-)

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Gebrauchtwagen

Dann könnte man realisierte Ideen kaufen und darauf warten das sie jemand anders erfolgreich umsetzt. Dann kann man Lizenzen verlangen.
Vielleicht ist deswegen im Europäischen Startup-Szene so wichtig, einen laufenden Prototyp zu haben. USA legen mehr Wert auf viele viele User und Monetarisierungs-Ideen.

@Kopfnuss: Viele Startups werden ja einfach so geschlossen.
Potentielle Anschuldigungen wegen Insolvenzbetrug oder Insolvenzverschleppung und Geschäftsführer-Durchgriffs-Haftung und Rufschädigung der Investoren will man sich vermutlich ersparen. Sauberes Beenden ist vermutlich am stress-freiesten.

Allerdings gehts hier wohl eher um Software-Firmen und nicht so sehr was man im "Insolvenz-Kaufhaus" findet also normale Geschäftsgründungen bzw. deren Insolvenzen. Eigentlich sollten alle Gründer ihre Erstausstattung dort einkaufen um zu lernen das man (meist sehr robuste) Gewerbemöbel oder ISDN-Equipment und Laser/FAX/Kopierer-Drucker auch günstig erhalten kann. Fahranfänger fangen ja oft genug auch nur mit einem möglichst billigen Gebrauchtwagen an.

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Marvin

Ich glaube eher, der Insolvenzverwalter verwaltet das Geld, vielleicht noch die Domain, aber mehr nicht. Denn der Rest dürfte vom "geistigen Eigentum" gedeckt sein und interessiert sowieso nicht.

...
Vorbereitet wäre man in der Zentrale in Konstanz. Rehype.it hat sich vorsorglich die Marke „Startup-Makler“ schützen lassen.

Dies scheint eine Fehlinformation zu sein, wenn man nach den Resultaten vom DPMA sowie den des OHIM geht. International wird es wohl kaum eingetragen worden sein. Vermutlich ist es noch nicht elektronisch aufbereitet worden, aber woher habt ihr dann diese Information?

Liebe Grüße!

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Kopfnuss

Ist das dann eher eine Plattform für Insolvenzverwalter? Denn diese dürften ja die Rechte an den Domains, Codes, Projekten, etc. haben...

Antworten
Fritz

Der Link zu http://www.sideprojectors.com ist korrekt, der Text aber nicht (www.sideprojects.com)

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