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Rekognition: Amazons Gesichtserkennung sieht jetzt deine Angst

(Foto: Shutterstock)

Amazon hat das Gesichtserkennungssystem Rekognition überarbeitet. Die Erkennung soll verbessert worden sein. Außerdem kann das System eine weitere Emotion erfassen. Bei einem Test der ACLU offenbarte das System hingegen wieder Schwächen.

Neue Merkmale, alte Schwächen und weiterhin viel Kritik: Amazon hat seinem Gesichtserkennungssystem Rekognition beigebracht, eine zusätzliche Emotion zu erfassen. Die Software hat aber weiterhin Probleme, Menschen richtig zu erkennen.

Amazon hat eine neue Version von Rekognition herausgebracht, die Gesichter besser analysieren kann. So soll das System unter anderem das Alter einer Person genauer einschätzen. Verbessert und erweitert worden sei zudem die Stimmungsanalyse, teilt Amazon mit.

Bisher erfasste das System sieben Emotionen: „Fröhlich“, „Traurig“, „Wütend“, „Überrascht“, „Angeekelt“, „Gleichmütig“ und „Irritiert“. Hier soll die Erfassung verbessert worden sein. Zudem sei mit der Angst eine weitere Gefühlsregung hinzugekommen. Zu den „Verbesserungen an der Genauigkeit und Funktionalität“ der Gesichtsanalysefunktionen gehören laut Amazon schließlich auch „Verbesserungen an der Genauigkeit der Geschlechteridentifikation“. Rekognition stand in der Kritik, weil das System Frauen schlechter erkennt als Männer.

So recht scheinen die Probleme nach wie vor nicht behoben zu sein: Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) hatte das System mit Fotos von kalifornischen Abgeordneten getestet. Die ACLU hatte dabei 120 Fotos der Politiker mit einer Datenbank von 25.000 Polizeifotos abgleichen lassen. Dabei hielt Rekognition fälschlicherweise 28 Abgeordnete für Verdächtige, die von der Polizei festgenommen und fotografiert worden waren. Einer von fünf Geprüften sei damit falsch identifiziert worden, kritisierte die ACLU. Die Bürgerrechtler setzen Rekognition in der Standardeinstellung für die Erkennung ein, die eine Identität mit einer Genauigkeit von 80 Prozent bestimmen soll. Unklar ist, ob der Test mit der aktuellen, laut Amazon verbesserten Version durchgeführt wurde.

Einer der falsch erkannten Abgeordneten war Phil Ting. Der Demokrat hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, nach dem Gesichtserkennungssysteme nicht in Bodycams der Polizei integriert werden sollen.

Auch die Polizei nutzt das System

Amazon hat Rekognition 2016 vorgestellt. Das System erkennt Menschen und Objekte in Videos und Bildern, wenn es über entsprechende Vorlagen verfügt. Das Unternehmen vermarktet das System unter anderem an die Polizei. So ist es etwa in Orlando, Florida, und im Sheriffbüro in Oregon im Einsatz.

Kritiker sehen darin eine Gefahr und haben Amazon mehrfach aufgefordert, Rekognition nicht mehr an staatliche Stellen zu verkaufen. Sie befürchten, dass das System zur Überwachung eingesetzt wird, und sehen darin eine Gefahr für die Privatsphäre der Bürger, gerade angesichts der aktuellen politischen Lage in den USA.

Aber nicht alle offiziellen Stellen wollen solche Systeme: Der Stadtrat von San Francisco hat vor einige Monaten beschlossen, dass die städtischen Behörden und die Polizei keine Gesichtserkennungssysteme einsetzen dürfen.

Autor des Artikels ist Werner Pluta.

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