Deutscher Großkonzern kauft Berliner Startup Relayr für 300 Millionen Dollar

Paul Hopton und Jackson Bond haben das Startup Relayr mitgegründet. (Foto: Michael Hübner)

Mit intelligenten Sensoren in Schokoriegel-Optik wurde Relayr bundesweit bekannt, jetzt gelang dem Berliner Startup der Exit: Für 300 Millionen Dollar übernimmt der Rückversicherungskonzern Munich Re 100 Prozent der Anteile an der Firma aus Berlin-Kreuzberg. Dies haben Munich Re und Relayr am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt. Das Startup soll weiter eigenständig agieren.

Munich Re kauft Relayr für Millionen

„Das Internet der Dinge beeinflusst bereits jetzt unsere Welt und hat das Potenzial, die traditionelle Erst- und Rückversicherung grundlegend zu verändern. Es ermöglicht neue Geschäftsmodelle und Services und bringt neue Wettbewerber auf den Markt”, lässt sich Torsten Jeworrek, Vorstand von Munich Re, zitieren. „Diese Akquisition folgt klar unserer Strategie: Wir kombinieren eigenes Risikowissen, Fähigkeiten zur Datenanalyse und Finanzkraft mit der technologischen Expertise von Relayr. Auf dieser Basis wollen wir neue Ideen für die Zukunft von Gewerbe und Industrie entwickeln.“

Vorzeige-Startup für das Internet der Dinge

Relayr wurde 2013 von Harald Zapp, Jackson Bond, Michael Bommer und Paul Hopton gegründet und gilt als Vorzeige-Startup für das Internet der Dinge. Mit sogenannten Retrofitkits vernetzt es Anlagen mit dem Ziel, aus klassischen Maschinenbauverkäufern begehrte Serviceanbieter zu machen. Für diese Idee hat das Startup mehr als 66 Millionen Dollar Risikokapital eingeworben, unter anderem von Kleiner Perkins. Erst im Frühjahr war auch die Telekom mit einem großen Investment eingestiegen. Munich Re hingegen war seit Längerem schon Kunde von Relayr.

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