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Repräsentative Umfrage: Deutsche kennen sich mit Strahlungsrisiken nicht aus

Mobilfunk-Sendemast mit intensiver UV-Belastung. (Foto: Shutterstock)

Die Deutschen fürchten sich vor der radioaktiven Belastung durch Kernkraftwerke und der Strahlung im Zusammenhang mit Mobilfunk. Wesentliche Risiken verkennen sie dabei jedoch.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Deutschen zu tatsächlichen und gefühlten Strahlungsrisiken veröffentlicht (PDF). Dabei zeigen sich gravierende Informationsdefizite.

Mobilfunk und Kernkraft dominieren das Angstempfinden

Zusammengefasst lassen sich die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage „Was denkt Deutschland über Strahlung?“ mit wenigen Sätzen beschreiben. So verbinden die Befragten den Begriff Strahlung vor allem mit Mobilfunk und Kernkraft, wobei das Risiko der Kernkraft überschätzt, die Gefahr durch den Luftbestandteil Radon hingegen unterschätzt wird.

Zudem äußern 70 Prozent der Deutschen das subjektive Gefühl, die Strahlenbelastung steige kontiniuierlich an. Der Schutzfunktion des Staates vertrauen die Befragten dabei zwar nicht mehr, haben jedoch auch keine Strategien zur Eigenprävention. Insgesamt fühlen sich die Deutschen in Sachen Strahlung nicht gut informiert. Nur mit dem Thema Sonnenschutz weiß die Mehrheit der Bevölkerung richtig umzugehen.

Strahlenbelastung durch Radon kennt kaum jemand

Rund drei von vier Befragten beunruhigt das Thema radioaktive Strahlung durch Atomkraftwerke und mehr als jeder zweite sorgt sich wegen der Mobilfunkstrahlung. Lediglich knapp 23 Prozent bereitet das natürlich vorkommende Edelgas Radon Sorgen. Dabei ist es die größte Quelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung. Radon stellt nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar.

Auszug aus der Umfrage. (Quelle: BfS)

Das BfS konstatiert gravierende Informationslücken

BfS-Präsidentin Inge Paulini sagte der dpa: „Die Studie zeigt, dass die Risiken der Atomkraft in der Bevölkerung überschätzt und die Gefahr von beispielsweise Radon unterschätzt werden.“ Auch sei der Umgang mit Technik ambivalent: „Einerseits gibt es den selbstverständlichen Umgang mit neuer Technik und andererseits eine gefühlte Bedrohung durch die damit einhergehende Strahlenbelastung.“

Immerhin wisse nahezu die Hälfte der Befragten nicht, dass die Strahlenbelastung durch Mobiltelefone höher ist als die Belastung durch die Strahlung der Sendemasten. Auch in früheren Umfragen hatte sich dieses Wissensdefizit gezeigt. So glauben immer noch 49,2 Prozent der Befragten fälschlicherweise, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann.

Im Rahmen der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage im Auftrag des BfS wurden zwischen dem 11. Juli und dem 10. September 2019 2.000 Personen telefonisch befragt.

Passend dazu: Handy-Strahlung: Das sind die Smartphones mit den höchsten Werten

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3 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Literaturtipp zu Risiko: Die Bücher von Gerd Giegerenzer

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mike
mike

Hmm,
weiss ja nicht, wie repraesentativ eine Umfrage untern 2.000 Befragten wirklich ist. Bei 82 Millionen Menschen in Dtl scheinen mir 2.000 nicht sonderñich repraesentativ. Viele Aussagen im Text wuerde ich unterstreichen. Aber warum die Naturstrahlung Radon herangezogen wird, finde ich fragwuerdig. Denn diese Strahlung gehoert zum Leben scheinbar mit dazu und kann nicht veraendert werden. Warum sollen sich die Menschen darueber also Gedanken machen und Angst davor haben? Klingt nach etwas Panikmache von der Dame. Die Handy-, Handymasten- und Atomstrahlung ist aber menschengemacht und eine Zusatzstrahlung zu der natürlichen Strahlung. Vielleicht ist genau diese zusätzlich von Menschenhand generierte Strahlung der Peak, der Krankheiten auslöst. Wer weiss wer weiss. Aber Aussagen von Prrspnen diverser Ämter würde ich grundsätzlich anzweifeln :) hehe

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Dieter Petereit

Du kannst auch eine Umfrage mit 1.000 Personen repräsentativ gestalten. 2.000 ist sogar schon eine große Stichprobe. Und wenn Radon der zweitwichtigste Lungenkrebsfaktor ist, hätte wohl ein größeres Bewusstsein dessen erwartbar sein dürfen.

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