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Die Republica 2018 öffnet ihre Tore – nur nicht für die Bundeswehr

Republica 2018: Die Digitalszene trifft sich zum zwölften Mal. (Foto: dpa)

Die Republica-Konferenz befindet sich in ihrem zwölften Jahr. Das Event der digitalen Vordenker und ihrer Gefolgschaft wächst stetig. Alle sind dabei. Bis auf die Bundeswehr.

2018 könnte das Jahr sein, in dem die Tech-Euphorie ein für alle Mal einem Pessimismus gewichen ist. Hassbotschaften, Fake-News und Datenskandale beweisen, dass die Chancen des Netzes nicht ohne Risiken kommen. Auch deshalb wirken Seifenblasen und der neongrüne Slogan „Pop“ auf der diesjährigen Republica irgendwie fehl am Platz. Doch das „Pop“ steht den Veranstaltern zufolge für das, was die Massen erreiche und somit die Gesellschaft verändere. Die Seifenblasen stehen für Filterblasen, in denen jeder Einzelne in dieser digitalisierten Gesellschaft sich bewegt. Das Internet ist somit bei weitem kein Nerd-Phänomen mehr.

Republica 2018: Die Digitalelite trifft auf Popstars und Politiker

Zwischen Popkultur und Politik. Die Republica-Konferenz in Berlin bietet breites Themenspektrum. (Foto: dpa)

Und in dem Kontext passt das Motto dann doch wieder: „Ist Fake längst akzeptierter Mainstream, über den sich niemand mehr wundert? Was macht alternative Fakten so sexy für besorgte Bürger? Und wo steckt der Pop im Populismus?“ – mit diesen Fragen haben die Veranstalter in Berlin die Hauptbühne im Station-Eventspace eröffnet. Die Doppeldeutigkeit des Claims überrascht, bettet sich jedoch ein in eine neue Ära. Während die Konferenz vor elf Jahren noch als kleines Klassentreffen der digitalen Bohème begann und mit Claims wie „Leben im Netz“ aufmachte, ist sie jetzt Mainstream. Das Themenspektrum ist breiter, die Konferenz wird Popkultur.

Anders als in den Anfangstagen drehen sich die Panels, Vorträge und Workshop längst also auch um Themen wie Influencer-Marketing, die Musikindustrie und die Zukunft der Arbeit. Vor vier Jahren war beispielsweise der Sänger und Schauspieler David Hasselhoff da, vor drei Jahren Youtuber Lefloid und vor zwei Jahren der Künstler Friedrich Liechtenstein. In diesem Jahr sind der Schauspieler Lars Eidinger und Comedian Abdelkarim die angesagtesten VIP. Bei aller Hingabe zur Masse will die Konferenz ihren politischen Geist jedoch nicht aufgeben. Das Netz war und bleibt noch immer ein hochpolitisches Thema. Auch in diesem Jahr sind deshalb wichtige Politier vor Ort.

So dürfen sich die Anwesenden auf Katarina Barley (SPD) freuen, die Bundesjustizministerin spricht zum Thema digitale Freiheitsrechte. Auch Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) sowie der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) diskutieren auf den Bühnen. Einzig und allein die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), fehlt in diesem Jahr. Wie schon ihr Quasi-Vorgänger und Parteikollege Alexander Dobrindt es als Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur stets getan hat. Internationaler Politstar ist die Whistleblowerin Chelsea Manning, die für ihre Leaks fast sieben Jahre in US-Militärhaft saß. Sie plädiert am Tag eins dafür, den Autoritarismus gemeinsam zu stoppen.

Keine Bundeswehr auf der Republica: Der erste Tag beginnt mit einem Shitstorm

Die Bundeswehr will auf der Republica rekrutieren. Den Veranstaltern passt das gar nicht. (Foto: Facebook - Bundeswehr Karriere)

Anders als in den vergangenen Jahren, wird die Republica erstmals vier Tage lang ihre Tore eröffnen. Denn nach den ersten drei Konferenztagen folgt ein digitales Netzfest im Park am Gleisdreieck. Die Veranstaltung ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Foren der digitalen Vordenker geworden – und sie wächst kontinuierlich: Nahmen 2014 etwa 5.000 Besucher teil, waren es 2017 bereits 9.000. In diesem Jahr sollen mehr als 10.000 Besucher die Konferenz aufsuchen. Nicht dabei, ist die Bundeswehr. Die Veranstalter haben der Parlamentsarmee einen Stand auf dem Gelände mit der Begründung verweigert, dass die Besucher sich von Uniformen gestört fühlen. Außerdem solle nicht rekrutiert werden.

Den ersten Tag startete die Konferenz deshalb mit einem Shitstorm im Netz. Die Bundeswehr sah sich gezwungen vor den Türen der Republica ihre Flyer zu verteilen und im Netz gegen die Veranstalter zu wettern: „Nachdem die #Bundeswehr im vergangenen Jahr keinen Stand haben durfte, weil die Anmeldung angeblich zu spät erfolgt sei, konnten die Organisatoren diese Begründung in diesem Jahr nicht anführen. Nun verweigern sie unseren #Soldaten aber den Zutritt in #Uniform. Die vorgebliche Toleranz der Konferenz hat also seine Grenzen – Uniformen sind unbequem.“ Der Beitrag hat bis dato über 1.000 Interaktionen hervorgerufen.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: „Wir müssen den Autoritarismus stoppen – und zwar jetzt!“ – Chelsea Manning auf der Republica 2018.

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