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Facebook: Mit Research-App 187.000 Nutzer-Daten abgegriffen

(Foto: dpa)

Facebook hat mit seiner umstrittenen Datensammel-App Research die Daten von 187.000 Nutzern abgegriffen. Jetzt bringt der Social-Network-Riese mit Study eine Ü18-Version der App.

Um an Daten zur Nutzung von rivalisierenden Apps zu gelangen, hatte Facebook Nutzer dafür bezahlt, die VPN-App Research zu installieren. Nachdem Apple die Vorgänger-App Onavo im Sommer 2018 aus dem App-Store geworfen hatte, nahm Facebook die Research-App nach Bekanntwerden der erneuten Datensammelei selbst aus dem App-Store. Jetzt hat Facebook Details dazu bekannt gegeben, von wie vielen Nutzern der Konzern Daten abgegriffen hat – und eine neue Datensammel-App gibt es mit Study auch schon.

Facebook: Fast jeder 5. Research-Nutzer war unter 18

Von 2016 bis Anfang 2019 war die Research-App laut Facebook aktiv. Insgesamt sollen Daten von 187.000 Nutzern abgegriffen worden sein, davon 34.000 im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Das geht aus einer Antwort des Social-Network-Konzerns auf eine entsprechende Frage des US-Senators Richard Blumenthal hervor, die dem Tech-Portal Techcrunch vorliegt. 31.000 der Nutzer, davon 4.300 Teenager, kommen aus den USA. Die restlichen Daten stammen von Nutzern aus Indien. Der von Facebook im Januar genannte Teenager-Anteil von rund fünf Prozent stimmt also nicht.

Insbesondere die Praxis, auch Daten von Teenagern zu sammeln und diese dafür zu bezahlen, hatte Facebook viel Kritik eingebracht. Dass die App – wie zuvor Onavo – nicht mehr im App-Store zu finden ist, hat aber vielmehr damit zu tun, dass Facebook das sogenannte Enterprise Certificate Program für das Verteilen von Research verwendete. Das ist aber für die interne Nutzung durch Entwickler in Unternehmen vorgesehen. Facebooks Vorgangsweise dürfte damit gegen die Richtlinien des App-Stores verstoßen haben.

Das waren die Social Networks vor Facebook
Six Degrees war das erste soziale Netzwerk. (Screenshot: Six Degrees)

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Darüber hinaus ist Apple auch die umfassende Datensammelei ein Dorn im Auge. Die Research-App soll sich Zugang zu privaten Nachrichten in sozialen Medien und zu Chats in Messaging-Apps verschafft haben, inklusive Fotos und Videos. Auch Daten über E-Mail-Inhalte, Websuchen und Browseraktivitäten sowie Informationen über den aktuellen Standort waren für Facebook auslesbar. Facebook betont allerdings, dass Daten über die Gesundheit der Nutzer sowie finanzielle Details nicht gesammelt und ausgewertet werden sollten. Ganz ausschließen ließ sich das aber nicht, wie ein Facebook-Sprecher gegenüber Techcrunch erklärte. Mittlerweile seien die Daten aber gelöscht.

Neue Datensammel-App von Facebook im Play-Store

Jetzt hat Facebook mit Study eine neue App an den Start gebracht, mit der – mit Wissen und Zustimmung der Nutzer – Daten über das Nutzungsverhalten gesammelt werden. Vorerst wird es diese App nur für Android-Nutzer im Google-Play-Store geben. Facebook verspricht, dass mehr auf Transparenz und eine adäquate Bezahlung achten zu wollen. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, um die App nutzen zu können. Facebook erhofft sich von den Daten Informationen über die Nutzung konkurrierender Apps. Bei der Whatsapp-Übernahme sollen die Daten etwa eine realistische Einschätzung des Kaufpreises möglich gemacht haben.

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