Analyse

Rettungsversuch bei Soundcloud: So könnte ein Neustart gelingen

Die Soundcloud-Gründer Eric Wahlforss und Alexander Ljung. (Foto: dpa)

Soundcloud steckt in der Krise. Dabei birgt der Service noch immer das Potential, ein wichtiger Teil des digitalen Musik-Ökosystems zu sein. Ein fiktiver Rettungsversuch.

Ich bin Soundcloud-Fan. Als Musiknerd nutze ich es, um neue, spannende Musik zu entdecken. Als Podcaster zahle ich gleich zwei Abonnements, um meine Podcasts zu hosten. Dass es Gründer und CEO Alexander Ljung & Team gelungen ist, von Berlin aus eine international relevante Plattform zu bauen, ist bewundernswert. Setze ich jedoch meine Analystenbrille auf, sieht die Welt düsterer aus.

Vergangene Woche machte die Nachricht von Massenentlassungen bei Soundcloud die Runde. t3n.de berichtete:

Der Berliner Musikstreaming-Dienst Soundcloud hat überraschend 173 seiner zuletzt 420 Mitarbeiter entlassen. Dies meldete Gründerszene zuerst unter Verweis auf einen am Donnerstagabend von Firmengründer Alexander Ljung veröffentlichten Blogeintrag. Demnach schließt Soundcloud seine Büros in San Francisco und London, um seine operativen Aktivitäten künftig in Berlin und New York zu bündeln.

Neben den andauernden Verkaufsgerüchten ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Unternehmen schwer damit tut, ein funktionierendes Geschäftsmodell zu finden. Um die Situation in Gänze zu verstehen, müssen wir Soundclouds Rolle im Ökosystem der digitalen Musik betrachten.
Heute gehört der Großteil aller relevanten Musikrechte den Labels. Das hat Einfluss auf den digitalen Musikmarkt. Sämtliche Streaming-Dienste müssen die Musik lizenzieren, um sie legal nutzen zu können. Weil die Labels in den Verhandlungen am längeren Hebel sitzen —ihnen gehört schließlich die Musik, die der Streaming-User hören will — tun sich sämtliche Streaming-Dienste schwer damit, profitabel zu werden.

Gerne wird deshalb spekuliert, ob sich die Streaming-Dienste nicht einfach selbst in ein „Label” verwandeln könnten. Sprich, sie würden direkt Artists finanzieren und dafür die Rechte an ihrer Musik erwerben. Die Blaupause hierzu stammt von Netflix, das genau dies im TV- und Filmgeschäft tat. In der Theorie klingt dies gut: Mit eigenen Inhalten kann ein Dienst sein Angebot differenzieren, die Abhängigkeit vom Lizenzgeber reduzieren und hat langfristig ein deutlich attraktiveres Geschäftsmodell.
In der Praxis jedoch haben die Streaming-Plattformen bislang davor zurückgeschreckt (wenngleich derzeit Gerüchte grassieren, Spotify würde mit Künstlern unter Pseudonym direkt zusammenarbeiten, was das Unternehmen jedoch vehement bestreitet). Der Grund dafür ist simpel: Die Labels besitzen den sogenannten „Katalog”, also die besagten Rechte. Aus Label-Sicht ist der Katalog das wichtigste Asset. Würde ein Streaming-Dienst ernsthaft einen eigenen Katalog aufbauen, sähen die Labels darin vermutlich einen versuchten coup d’etat. Sie würden es wohl kaum einfach hinnehmen. Und mit dem Katalog haben sie einen wichtigen Hebel in ihrer Hand. Daher traut sich bislang kein Streaming-Service auf das Label-Terrain.

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2 Kommentare
Oliver
Oliver

Souncloud ist für mich die einzige Musik-App, daher überlege ich zur Zeit ernsthaft mir Soundcloud Go zu besorgen. Ich nutze Soundcloud nicht unbedingt täglich, aber nunmehr seit über 4 Jahren. Vielleicht ist es an der Zeit etwas zurückzugeben.

Der fiktive Rettungsplan klingt übrigens schlüssig und vernünftig. Gefällt mir!

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keller mision
keller mision

VIELEICH BESTEHT DIE MÖGLICHKEIT SCHON BEI TITELANGABE GESCHÜTZT ODER FREIGEGEBEN IST WÄRE FÜR HOBBY DJ SEHR HILFREICH DAMIT KÖNNTEN FEHLER VERMIEDER WERDEN UND ABMAHNUNGEN WÄREN UNNÖTIG WÄRE ES NICHT MÖGLICH EIN KONZEPT WIE BEI MIX CLOUD ZU ÜBERDENKEN

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