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Rewe-Chef Lionel Souque: „Online wird uns über Jahre Geld kosten“

Rewe will Filialen modernisieren und den E-Commerce optimieren. (Foto: Rewe)

Zwei Milliarden Euro will Rewe 2018 in die Modernisierung investieren, auch mit Blick auf Amazon. In einem Interview spricht Konzernchef Lionel Souque nun über die Konkurrenz – und die eigenen Pläne. 

Der Rewe-Chef Lionel Souque stellt sich auf wachsende Bedeutung des Onlinehandels mit Lebensmitteln ein. „Langfristig könnten bis zu zehn Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittelhandel ins Netz abwandern“, sagte Souque der Wirtschaftswoche.

Der Kölner Handelsriese plant deshalb weitere Investitionen ins Onlinegeschäft. Im Frühsommer soll ein neues Lager nahe Köln in Betrieb gehen, von dem aus Lebensmittel weitgehend automatisiert versendet werden. Es soll dabei helfen, das Onlinegeschäft langfristig profitabler zu machen. Doch räumte der Manager ein: „Online wird uns über Jahre Geld kosten.“

Wie Rewe Amazon die Stirn bieten will

„Stand heute tut uns Amazon nicht weh.“ 

Mit dem weiteren Ausbau des Onlinegeschäfts will sich Rewe auch gegen den Angriff des Internet-Giganten Amazon wappnen, der mit seinem Lieferdienst Fresh inzwischen auch in Deutschland frische Lebensmittel anbietet. „Stand heute tut uns Amazon nicht weh“, sagte Souque. Dazu sei der Umsatz von Angeboten wie Fresh noch viel zu gering. Doch habe Amazon gezeigt, dass es in der Lage sei, ganze Branchen umzuwälzen. „Dagegen müssen wir uns wappnen“, meinte Souque.

Auch seine Supermärkte will der Kölner Handelsriese in den kommenden Jahren aufwerten und so die Filial-Modernisierungen der Discounter Aldi und Lidl kontern. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Abstand zum Discount wieder größer wird“, sagte der Rewe-Chef. Dabei helfen soll ein neues Konzept namens Supermarkt 2020, das derzeit in zehn Testmärkten erprobt wird, und bei dem Rewe stark auf Themen wie Frische, Convenience und auf gastronomische Angebote setzt. In den rund 300 Läden, die die Handelskette pro Jahr in Deutschland neu eröffnet oder von Grund auf modernisiert, solle das neue Konzept bereits integriert werden.

Lionel Souque ist der Vorstandsvorsitzende von Rewe. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Rewe: 2 Milliarden Euro für die Modernisierung

Die Konkurrenz sieht Souque aber nicht nur in den klassischen Händlern. In einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er kürzlich, dass auch Foodora und Delivery Hero Konkurrenten seien. „Wenn jemand dort eine Pizza bestellt, kauft er sie nicht mehr bei Rewe ein“, so der Rewe-Chef. Er setzt deshalb auf eine massive Investitionsoffensive: Rund zwei Milliarden Euro wollen die Kölner allein 2018 in die Modernisierung des Angebots stecken. dpa/lhn

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