News

Keine Entlastung: Uber und Lyft machen die Straßen noch voller

Uber und Lyft machen die Straßen voller statt leerer. (Foto: Jonathan Weiss / Shutterstock)

Uber und Lyft machen in Kernstädten einen erheblichen Anteil am Stadtverkehr aus, zeigt eine hauseigene Studie. Staus werden so nicht weniger. Im Gegenteil.

Über Ridesharing-Dienste wie Uber und Lyft kann praktisch jeder Mitfahrer finden oder sich mitnehmen lassen. Die Hoffnung war, dass diese Dienste so den Verkehr entlasten, weil Autos besser genutzt werden. Das Gegenteil ist der Fall, wie eine Studie im Auftrag der beiden Unternehmen jetzt gezeigt hat.

Obwohl Uber und Lyft nur einen kleinen Teil der genutzten Verkehrsmittel ausmachen, sind sie demnach für einen erheblichen Teil der insgesamt gefahrenen Kilometer verantwortlich.

Ridesharing-Anbieter sorgen für Staus

Das Mobilitäts-Beratungsunternehmen Fehr & Peers hat im Auftrag von Uber und Lyft für sechs Metropolen berechnet, welchen Anteil die gefahrenen Kilometer der Fahrzeuge der beiden Unternehmen am gesamten Stadtverkehr haben. Konkret ging es um den Verkehr in Boston, Chicago, Los Angeles, San Francisco, Seattle und Washington im September 2018.

In San Francisco legen Uber und Lyft demnach anteilig die meisten Kilometer zurück: Hier haben sie einen Anteil von knapp 13 Prozent an den insgesamt gefahrenen Kilometern in der Kernstadt, während es etwa in Seattle nur 1,9 Prozent sind.

Dabei wurden jeweils neben der Kernstadt auch ausgewählte umliegende Bezirke in die Berechnung einbezogen. Auf regionaler Ebene liegt der Anteil von Uber und Lyft an den gefahrenen Kilometern demnach nur bei einem bis knapp drei Prozent.

Fahrten ohne Fahrgast

Die Studie zeigt auch, wie viele Kilometer Fahrzeuge von Uber und Lyft ohne Fahrgast zurücklegen. Demnach entfällt rund ein Drittel der Fahrten auf die Suche nach einem Fahrgast und weitere zehn Prozent auf die Fahrt zum Fahrgast. Nur 54 bis 62 Prozent der gefahrenen Kilometer werden demnach mit Fahrgästen zurückgelegt.

Uber und Lyft relativieren Ergebnisse

Uber und Lyft haben damit zwar eingestanden, dass sie den Stadtverkehr nicht entlasten. In ihren Statements zur Studie relativieren sie die Ergebnisse aber. Chris Pangilinan, Leiter Global Policy for Public Transportation bei Uber, schreibt in einem Blogeintrag dazu: „Obwohl TNC (Transportation Network Companies, Anm. d. Redaktion) wahrscheinlich zu einer Zunahme der Verkehrsbelastung beitragen, wird deren Ausmaß durch den des privaten und gewerblichen Verkehrs in den Schatten gestellt.“

Peter Day, Leiter Politik und Analyse bei Lyft, verweist außerdem darauf, dass Ridesharing-Dienste vor allem nachts und am Wochenende vermehrt genutzt würden. Zu dieser Zeit sei die Wahrscheinlichkeit von Staus gering. Außerdem würden viele Fahrten von mehreren Personen gemeinsam genutzt – dadurch würden die gefahrenen Kilometer geteilt.

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Tosten
Tosten

„Demnach entfällt rund ein Drittel der Fahrten auf die Suche nach einem Fahrgast und weitere zehn Prozent auf die Fahrt zum Fahrgast. Nur 54 bis 62 Prozent der gefahrenen Kilometer werden demnach mit Fahrgästen zurückgelegt.“

Wie bei allen Taxis? Same für die restlichen Aussagen. Schließlich stehen diese Unternehmen nicht in Konkurrenz zum Privatverkehr – vorerst.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung