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Ripe: Europas IPv4-Adressen sind aufgebraucht

Keine frischen IPv4-Adressen mehr für Europas Provider. (Foto: Shutterstock)

Wie die europäischen IP-Adressenzuteiler von Ripe mitteilen, stehen keine IPv4-Adressen für die Neuvergabe mehr zur Verfügung. Jetzt liegen die Hoffnungen auf potenziellen Adressrückläufern.

Immerhin eineinhalb Jahre hat der letzte IPv4-Block Europas noch gehalten, nachdem seinerzeit bereits 99,8 Prozent davon vergeben waren. Jetzt aber ist Schluss. Die Adressen sind alle weg, vergeben.

Ripe ruft zu schnellerer IPv6-Einführung auf

Ripe ruft nun alle Teilnehmer im Prozess dazu auf, die Anstrengungen für die flächendeckende Umsetzung des IPv6-Standards, der die Begrenzungen des IPv4-Raums nicht kennt, zu erhöhen. Anderenfalls würde das Wachstum des Internet durch einen reinen Mangel an Netzwerkadressen unnötig begrenzt, so Ripe.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend, sondern war lange absehbar. Schon 2011 hatte die globale IP-Adressverwaltung IANA die letzten IPv4-Blöcke an die regionalen Zuteilungsstellen übertragen. Seit 2012 hatte Ripe providerunabhängige Zuteilungen komplett eingestellt und nur noch kleine Blöcke von jeweils 1.025 Adressen an Provider vergeben.

IPv4-Warteliste ist eröffnet

Wer jetzt noch IPv4-Adressen benötigt, kann sich, sofern er bislang noch keine hat und Ripe-Mitglied ist, in eine Warteliste eintragen lassen. Diese Warteliste will Ripe so bedienen, wie IPv4-Adressen zurückgegeben werden.

Solche Rückgaben können etwa im Rahmen von Firmenpleiten oder sonstigen Einstellungen des Geschäftsbetriebs erfolgen. Ohne derartige Anlässe könnten Inhaber ihre Adressen zwar auch zurückgeben, eher jedoch werden Unternehmen, die den zugeteilten Adressraum nicht mehr benötigen, den Verkauf anstreben.

IPv4-Knappheit weltweit ähnlich

Bei den anderen regionalen Verwaltern ist die Lage ähnlich. Besonders prekär ist sie indes beim Asia-Pacific Network Information Centre (Apnic). Hier wurde sogar die zunächst angelegte Warteliste bereits gelöscht. Grund: mangelnde Erfolgsaussicht auf Zuteilung.

Nur die afrikanische Afrinic verfügt noch über etwa 2,7 Millionen IPv4-Adressen. Die Lacnic, zuständig für Latein-Amerika und die Karibik, konnte inzwischen 1,5 Millionen Adressen zurückholen. Und die amerikanische Arin baut auch an einer Warteliste.

Passend dazu: IPv6: Warum der neue Standard mehr bietet als 340 Sextillionen IP-Adressen

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