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Herkömmliche Verkehrsschilder taugen nicht für selbstfahrende Autos

Selbstfahrende Autos: Die voll digitale Straße wäre das Beste, aber zu teuer. (Foto: Posteriori / Shutterstock)

Herkömmliche Verkehrsschilder bieten Risiken für selbstfahrende Autos. Ein amerikanisches Startup glaubt, eine Lösung gefunden zu haben.

Selbstfahrende Autos brauchen Verkehrszeichen, die algorithmisch ausgewertet werden können. Zwar ließe sich eine Steuerung auch durch das Senden von Funksignalen gewährleisten, das wäre indes flächendeckend mit einem nicht leistbaren Kostenaufwand verbunden. Alternativen sollen daher spezielle Verkehrsschilder sein, die etwa an QR-Codes erinnern oder auf andere Weise rein maschinenlesbar sind. Das ist eine der Erkenntnisse des Automated Vehicles Symposium im amerikanischen Orlando, von dem Heise ausführlich berichtet.

Spezielle Verkehrszeichen, die Menschen nicht lesen können

Dort tritt mit Connected Wise ein Startup an, um Sicherheitsrisiken für selbstfahrende Autos zu minimieren. Diese Risiken bestehen insbesondere durch die fehlerhafte Erkennung konventioneller Verkehrszeichen durch die Bordkamera. Zudem können Verkehrsschilder manipuliert werden und so die Steuerung des Bordcomputers irritieren und zu falschen Fahrzeugreaktionen führen. Heise verweist auf das Beispiel eines leicht schräg stehenden Stop-Schilds, das ein Selbstfahrer in einer Nebenstraße aus einem ungünstigen Winkel auf sich beziehen könnte. Dieser würde dann ein Bremsmanöver einleiten und so möglicherweise einen Auffahrunfall provozieren.

Die AI-Experten von Connected Wise, das seinen Sitz in Orlando im US-Bundesstaat Florida hat, haben zwei Vorschläge zur Lösung des Problems.

Bunte Schilder in Klötzchenoptik

Bunte Schilder mit klaren geometrischen Formen könnten wie eine Art QR-Code dem Bordsystem des Fahrzeugs Anweisungen übermitteln. Connected Wise bringt bis zu 150 geometrische Merkmale auf einem Schild an, von denen aber bereits zehn ausreichen sollen, um die korrekte Anweisung zu verstehen. So soll die Steuerung auch bei schlechter Sicht gewährleistet bleiben.

Verkehrsschild in Klötzchen-Optik von Connected Wise. (Foto: Daniel AJ Sokolov ( heise.de)

Die Anweisung selber ergibt sich dabei nicht direkt aus dem Schild. Vielmehr führt das Auslesen des Schildes lediglich zu einer Datenbankabfrage, die dem Auto dann die korrekte Anweisung übermittelt. So können Schilder einmal installiert und dennoch flexibel mit geänderten Anweisungen versehen werden.

Folien, die Licht aus dem UV-Spektrum reflektieren

Da es indes vielerorts bereits regelrechte Schilderwälder gibt, könnte der zweite Vorschlag des Startups noch interessanter sein. Wie der CEO Enes Karaaslan gegenüber Heise verriet, arbeitet Connected Wise bereits an durchsichtigen Folien, die nur im ultravioletten Spektrum Licht reflektieren. Durch den Verzicht auf den UV-Filter in der Bordkamera des Fahrzeugs könnte man diese befähigen, für das menschliche Auge unsichtbare Formen und Farben aus den Folien zu lesen.

Der Vorteil des Verfahrens bestünde darin, dass die Folien auf bestehende Beschilderungen aufgeklebt werden könnten. Damit würde deren Funktion beibehalten und keine weiteren Schilder erforderlich werden. Auch wenn das auf den ersten Blick plausibel klingt, ergeben sich doch direkt Fragen zur Praxistauglichkeit, die Connected Wise noch anhand umfangreicher Tests beantworten muss.

t3n meint:

Egal, ob Schild oder Folie, ohne die Autobauer und die nationalen Gesetzgeber geht bei beiden Vorschlägen gar nichts. Ob die durchsichtige Folie starker Verschmutzung und bewusster Beschädigung nachhaltig standhält, bleibt zu beweisen. Wahrscheinlich ist es nicht. Auch die Schilder in Klötzchenoptik dürften mindestens in der Frage der Nachhaltigkeit ebenfalls nur eine fraglich gute Lösung darstellen. Was passiert, wenn die Schilder altern, etwa verblassen? Dem menschlichen Fahrer reicht ein vager optischer Eindruck vom ehemaligen Schild im Kontext mit der konkreten Fahrsituation. Der automatische Fahrer ist auf klare Anweisungen ohne allzu große Interpretationsspielräume angewiesen.

Dieter Petereit

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4 Kommentare
Kai Hofmann
Kai Hofmann

Also die beste Lösung ist ganz klar, wenn a) die Autos normale Verkehrsschilder erkennen können (was nicht schwer sein sollte – Stichwort: Pattern-Matching) und b) jedes Verkehrsschild durch die Behörden auch mit genauer Position und Richtung etc. quasi virtuell zur Verfügung gestellt werden muss(!). D.h. kein Verkehrsschild ist gültig ohne virtuelles Gegenstück und umgekehrt. Die Fahrzeuge können das dann auch immer schön abgleichen und melden wenn ein Verkehrsschild zuviel/zu wenig in der realen Welt (im Vergleich zur virtuellen Welt) vorhanden ist.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

„D.h. kein Verkehrsschild ist gültig ohne virtuelles Gegenstück und umgekehrt.“

Mir fallen ad hoc mehrere verkehrsrechtliche Verhinderungsgründe ein. Auch verfassungsrechtliche.

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Markus
Markus

Als Fahrer eines autonomen Autos hatte ich ein Problem damit, das ich einerseits kontrollieren soll und haftbar bin, aber auf der anderen Seite die Schilder nicht lesen kann.

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Sepp
Sepp

Die jetzigen teil Autonomen können was sie halt können (hab selber eines). Bis zum Auto, das überall ganz alleine fahren kann, ist noch ein sehr weiter Weg und es gibt ganz andere Probleme zu lösen bzw Erfahrung zu sammeln. Die Erkennung von Schildern ist das geringste Problem. Die Navis von heute erkennen geschlossene Ortschaften oder fixe Beschränkungen, weil sie online vorhanden sind. Und wechselnde Schilder zB über Autobahnen sollten nun auch kein Problem darstellen. Das ist eine unsinnige Diskussion von Leuten, die noch nie „autonom“ gefahren sind, über ein „Problem“ das sich von alleine löst.

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