Kolumne

Roboter trifft Mensch: Wir können nicht auf die Evolution warten

Seite 2 / 2

Damit hat er Recht, die Natur hat immer für eine Weiterentwicklung gesorgt. Liefen wir früher noch auf allen vieren, gingen auf die Jagd und lebten in Höhlen, laufen wir heute aufrecht, leben in Wohnungen, nutzen Laptops und kaufen über unser Smartphone ein. Doch die Evolution dauert erheblich länger als der Zeitraum, den Ben Goertzel im Kopf hat. Für ihn werden diese Entwicklungen in fünf bis sieben Jahren Realität werden. „Das ist eigentlich übermorgen”, sagt er. Umso drängender stellt sich die Frage, wie wir mit den Konsequenzen dieser Entwicklung umgehen wollen.

Seine Frage: „Wenn du deinen Körper mit Technik verbessern kannst und du fühlst dich viel besser als vorher, würdest du es deinen Freunden nicht weiterempfehlen?” stimmt einen nachdenklich. Vermutlich würde man ein solches „Körper-Upgrade“ weiterempfehlen, wenn es doch so gut funktioniert. Ganz bestimmt sogar, wenn es hilft Krankheiten zu heilen oder das Leben zu verlängern.

Wenn wir in der Geschichte zurückgehen, stellt man fest, dass wir seit jeher das Thema „Was macht uns als Mensch aus“ diskutieren und definieren. Man denke an die Sklaverei. Schwarze waren lange nicht als vollwertige Menschen angesehen eben so wenig wie Frauen im Mittelalter. Beide Gruppen wurden behandelt als Minderheiten und als minderwertig. Wiederholen wir das nun wieder mit den Cyborgs – ein Mix aus Mensch und Maschine? Wir werden darauf Antworten finden müssen, die die ethischen Fragen aber auch die rechtlichen und sozialen Fragen beantworten können.

Wir sind fasziniert von den Gedanken, die im Moment noch ein wenig wie Science-Fiction klingen, beruhigend ist es aber, dass wir als Mensch immer noch das Zentrum bilden. Wir entwickeln Technologien damit sie uns das Leben erleichtern oder verbessern, aber wir sind weit davon entfernt, dass Roboter unser Leben übernehmen. Jeder von uns ist einzigartig und wie viel „Maschine“ wir werden wollen, dass ist jedem selbst überlassen. Noch interessanter wird es aber, wenn Maschinen beginnen, sich selber weiter zu entwickeln. Und das ist, wenn man Ben glaubt, nicht mehr so weit entfernt. Wir sehen also zwei Entwicklungen:
1. Die Maschinen werden dem Menschen in vielen Dingen überlegen und sogar „menschlicher“.
2. Auch der Mensch rüstet auf und verbessert seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten mit Hilfe von Technologie.

Wir wollen fragen: Wo werden sich diese Wege kreuzen und was sollten wir wollen?

Ebenfalls spannend: 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.