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Analyse

Neues Logo: Rocket Internet killt Rakete und verabschiedet sich vom Größenwahn

(Screenshot: rocket-internet.com)

Der Berliner Inkubator hat seine Website umgebaut und sich von seinem Logo und einem seiner Lieblingsslogans verabschiedet. Ein erster Schritt zu einem moderateren Auftreten?

Die Ziele von Rocket Internet konnte jahrelang niemand übersehen. Auf der Website des größten deutschen Startup-Inkubators prangte ein Bild aus dem Weltraum mit Blick auf die Erde. „Unsere Mission: Die größte Internetplattform außerhalb der USA und Chinas werden“, stand dort ganz unbescheiden. Es hätte auch „Unsere Mission: Weltherrschaft“ heißen können. Größenwahn, das war beim Unternehmen des „aggressivsten Manns des Internets“ (Zitat Oliver Samwer) Normalität.

Diese Normalität scheint sich zu wandeln. Zum neuen Jahr hat Rocket Internet die Mission von der Startseite genommen. Statt eines überambitionierten Slogans heißt es nun: „Incubation. Investment. Growth. We enable entrepreneurship“. Das könnte man nun als gewöhnlichen Relaunch ansehen,  zumal der ursprüngliche Satz weiterhin unter dem Punkt „Unsere Kultur“ steht.

Das neue Logo von Rocket Internet. (Grafik: Rocket Internet)

Jetzt hat sich Rocket Internet auch von seinem alten Logo verabschiedet. Statt einer roten Rakete setzt das Berliner Unternehmen ab sofort auf ein einfaches, stilisiertes R. Viel dezenter kann ein Unternehmenslogo im Grunde nicht sein. Aber die Zeichen bei der Berliner Startup-Schmiede deuten schon länger auf Abkehr vom Größenwahn. Nicht nur auf der Website.

Der Weg zu einem moderaten Rocket Internet

Schon 2015 gab es ein erstes Anzeichen dafür: Statt großer Universalversprechen nannte Rocket Internet im September neun konkrete Ziele, an denen sich der Inkubator messen lassen wolle. Drei Portfoliounternehmen würden bis Ende 2017 schwarze Zahlen schreiben, eines ginge an die Börse, der Konzern würde in den Prime Standard wechseln, um nur die zentralsten Aussagen zu nennen.

2016 setzte Rocket Internet diesen Kurs rigoros fort. Im Jahresbericht im April strich das Unternehmen die Bezeichnung „Proven Winners“ für Startups mit großem Umsatzplus. Seitdem firmieren sie unter „ausgewählte Portfoliounternehmen“. Auf der Website unterteilt der Investor nun in Fokus-Sektoren, regionale Gruppen und neue Unternehmen. Weniger Protz, mehr Nüchternheit.

„Die größte Internetplattform außerhalb den USA und China werden“: So sah die alte Startseite von Rocket Internet aus – und die alte Strategie. (Screenshot: Rocket Internet)

Auch auf der September vollzog das Unternehmen den versprochenen Wechsel in den Prime Standard der Deutschen Börse. Zur Nüchternheit gesellte sich damit die Offenheit.

„Unsere Geschäftsmodelle sind sich zu ähnlich geworden.“

Der neue Slogan auf der Website weist aber noch auf eine weitere Entwicklung hin: den Wandel vom Inkubator zum Investor. Seit Monaten halten sich hartnäckig Gerüchte über einen Kurswechsel von Rocket Internet – auch wenn das Unternehmen selbst wenig dazu sagt. Oliver Samwer ließ auf der DLD-Konferenz lediglich wissen, dass es seinen Investoren egal sei, wie er Geld verdiene. Doch der einstige Verbündete Kinnevik fand im Februar deutliche Worte: „Unsere Geschäftsmodelle sind sich zu ähnlich geworden“, sagte Interimschef Joakim Andersson dem Handelsblatt. Der einstige Verbündete hat seine Anteile an dem Berliner Inkubator mittlerweile drastisch reduziert.

Der Strategiewechsel dürfte dementsprechend nicht nur guter Wille sein, sondern auch der Versuch, die Anleger zu beruhigen. Ob das gelingt, hängt stark vom Erfolg der langfristigen Rocket-Ziele ab. Dafür müssen nicht gleich zehn Startups erfolgreich werden. Für den „Proof of Concept“ würde es reichen, wenn sich Delivery Hero langfristig gut an der Börse schlägt. Zum Anfang hat das Unternehmen ja einen guten Start hingelegt.

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2 Reaktionen
Egal

Ein ganzer Artikel zu Rocket Internet und nicht einmal wird die Webseite verlinkt. Wieso dieser Linkgeiz?

MfG

Antworten
Timo Fegeler

Sehe ich genauso!
Oft muss umständlich die Domain über Google gesucht werden.

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