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Rocket Internet: Investor Kinnevik steigt komplett aus

Oliver Samwer, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Rocket Internet (Bild: dpa)

Der schwedische Investor Kinnevik hat seine letzten Aktien an der Berliner Startup-Schmiede verkauft. Für das Beteiligungsunternehmen waren die gemeinsamen Jahre aber lukrativer als für die Aktionäre.

Die Beteiligungsgesellschaft Kinnevik steigt nun endgültig bei den Samwer-Brüdern aus. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, die letzten noch vorhandenen 6,6 Prozent an Rocket-Intenet-Aktien (immerhin noch 10,9 Millionen Stück) an institutionelle Anleger verkaufen zu wollen. Das ist keine Überraschung in der Branche: Bereits im Februar hatte sich der schwedische Investor von der einen Hälfte der Anteile getrennt und offen gelassen, ob man auch den Rest nach Ablauf einer Haltefrist veräußern wolle.

Diese Haltefrist ist nun abgelaufen – und um das Geschäft der Samwer-Brüder steht es zumindest aus Aktionärssicht nicht zum Besten. Gerade in den letzten Monaten dümpelte das Papier bei zuletzt 16 Euro, bevor Rocket Internet vergangene Woche bekanntgab, mit Delivery Hero den Börsengang vorzubereiten.

Interessenskonflikte mit Rocket Internet

Doch hinter dem Ausstieg steckt noch mehr, wie Joakim Andersson, Interims-Chef bei Kinnevik, gegenüber dem Handelsblatt erklärt: „Unsere Geschäftsmodelle sind sich zu ähnlich geworden. Rocket baut nicht mehr nur junge Firmen auf, sondern investiert auch in größere Unternehmen. Wir tun dasselbe.“ Insofern ist der heutige Schritt zumindest kein weiterer Grund, am Geschäft von Rocket Internet zu zweifeln, sondern eher ein Zeichen dafür, dass das Samwer-Imperium auf dem richtigen Weg ist.

Doch wirklich innig war das Verhältnis zwischen Rocket Internet und Kinnevik in den letzten Monaten offenbar nicht mehr: Samwer hatte noch anlässlich der Hauptversammlung am vergangenen Freitag gesagt, er wisse nicht, wann Kinnevik seine Anteile veräußern wolle. Kinnevik sei oft dort Mehrheitseigner, wo auch Rocket Internet investiere.

Für Kinnevik hat sich die Zeit mit den Samwer-Brüdern aber in jedem Fall gelohnt: Das Unternehmen war einer der ersten Investoren nach der Gründung 2007 und hat sein Investment in den letzten zehn Jahren immerhin versechsfacht. Die Rocket-Internet-Aktie entpuppte sich dagegen nach dem Börsengang für die Aktionäre als schlechtes Investment: Um rund 60 Prozent ist der Kurs seitdem gefallen.

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