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Kommentar

Die verwirrende Kommunikation von Rocket Internet

(Foto: dpa)

Rocket Internet und Kommunikation – das passt irgendwie nicht. Nach angeblichen Entlassungen verstrickt sich die Startup-Schmiede sogar in Widersprüche. Ein fatales Signal für Aktionäre.

Dass Kommunikation bei Rocket Internet nicht besonders hoch im Kurs steht, ist in Journalistenkreisen bekannt. Der Berliner Startup-Inkubator bezieht nur selten klare Stellung zu Berichten über sein Geschäft oder seine Beteiligungen. Wer sich Artikel über Rocket Internet und seine Portfoliounternehmen anschaut, der liest sehr oft: Rocket Internet äußerte sich dazu nicht.

So auch bei einer Geschichte, die t3n bereits im September veröffentlichte. Demnach hat Rocket Internet seine Mitarbeiterzahl in Berlin deutlich reduziert – von 400 auf 300. Eine Sprecherin sagte damals, man kommentiere Gerüchte grundsätzlich nicht.

„Wo es geht, werden Leute in Ventures verschoben“

Genau das hat sich nun aber offenbar geändert. Am Freitag berichtete auch das Manager Magazin über Stellenabbau. Laut des Berichts hat sich die Mitarbeiterzahl mittlerweile auf die Hälfte reduziert. Bis Ende des Jahres sollen nur noch 100 Beschäftigte bei Rocket arbeiten. „Wo es irgend geht, werden Leute in Ventures verschoben“, zitiert das Wirtschaftsmagazin einen Insider. Auf Nachfrage des Manager Magazins wollte sich Rocket Internet wieder nicht äußern – aber nur zunächst.

Denn plötzlich gab es am Freitag doch eine klare Ansage seitens Rocket Internet. „Die Behauptung, bei uns würden derzeit weniger als 200 und bis Jahresende sogar nur 100 Mitarbeiter arbeiten, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage“, schreibt eine Sprecherin auf Nachfrage von t3n.

Woher dieser Sinneswandel rührt, das lässt sich nur mutmaßen. Vielleicht ist auch Rocket klar geworden, dass man sich mit einer „No comment“-Strategie nur selbst schadet. Schließlich sind die Aktionäre ohnehin nicht allzu gut gestimmt, seit das Unternehmen ein Minus von 600 Millionen Euro für die ersten neun Monate bekanntgegeben hat. Das Unternehmen muss kommunizieren, um seine Anteilseigner bei Laune zu halten.

Strategieschwenk? „Davon kann keine Rede sein“

Und nicht nur sie. Auch mit Partnern wie Kinnevik soll es Unstimmigkeiten geben, wie t3n ebenfalls bereits im September berichtete. Aus Kreisen des schwedischen Investors wird beklagt, dass Rocket Internet immer mehr zum Risikokapitalgeber werde, anstatt dem Ruf als Startup-Schmiede gerecht zu werden. Damals hieß es von Rocket: „Wir werden weiter sowohl Firmen aufbauen als auch in sie investieren.“ Nun wiederholt der Inkubator diese Worte – und die Specherin wird sehr viel deutlicher: „Von einem Strategieschwenk kann keine Rede sein“.

Dass es sich um einen nachhaltigen Strategieschwenk in der Kommunikation handelt, ist allerdings fraglich. Auf Nachfrage von t3n, warum man denn erst jetzt dementiere, äußerte sich Rocket bislang nicht.

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5 Reaktionen
So schlecht ist Rocket nicht

Das weiss man aber wenn man dort investiert. Man jammert ja auch nicht das es so laut ist, bei Formel1 oder das es so scharf ist, wenn man Chili aufs Essen tut...

Das Problem ist aber die Abkühlung des Marktes. Amazon muss seine Cloud-Gewinne zugeben und nicht irgendwo investieren und verstecken. Google trennt das Profitable Kerngeschäft (Suche+Vermarktung) von den ganzen Cashburnern. Facebook hat wohl verkündigt, Aktien zurückzukaufen. Apple kauft seit Icahn wohl auch Aktien zurück.

Das Investment-Klima hat sich gewandelt und der Wind sich quasi gedreht.
In Europa ist üblich, geringen Burn zu haben und funktionierende Prototypen. In USA reicht die Idee einer Profitarisierung. Das sind zwei unterschiedliche Konzepte. So wie Benzin-Auto vs. Diesel-Auto.
In Urlaubs-Gebieten macht man auch 2 Monate lang zu (Florida Schnitzelhaus glaube ich gestern bei Auswanderer-Doku oder viele Mallorca-Betriebe) oder muss kleinere Brötchen backen.
Die Rezession kommt ja erst noch.
Und Tv-Sender senden parallel zu Straßenfegern wie Superstars oder DSDS oder Dschungelcamp halt irgendwas günstig zu produzierendes denn auch die Werbe-Budgets fliessen dort hin, wo die Kunden zugeschaut haben. Das darf man nie vergessen...

Rocket ist halt ein kleineres Schiff und ähnlich wie Stroer (ich glaube Short-Seller oder so machen da Unruhe) schwanken die Kurse dann stärker.

Korrekt ist allerdings die Kritik an der Kommunikation. Wenn man Leute abbaut oder umverteilt (siehe VW und Daimler Meldungen wegen E-Autos heute und letzte Woche) hat man sofort eine fertige Antwort oder Antwort-Strategie, falls die Presse fragen sollte.
Müssen Personal-Veränderungen nicht in der Quartals-Bilanz stehen ? Oder auch ein "Ausblick" oder so. Den kann man ja mit anderen Firmen vergleichen und zitieren oder die Länge/Wortzahl vergleichen wenn es Sinn macht.
Wenn man Brangelina nach Angelina bzw. Brad fragt, kriegt man auch nicht viel Antwort vermute ich mal... Aktienfirmen und Boni-Manager hingegen sollten stolz sein, was man macht und sich immer präsentieren wollen und etwas zu erzählen haben.

Elon Musk von Tesla präsentiert auch immer wieder Neues, vermutlich um die Dürre bis zur Auslieferung der Tesla3 durchzuhalten und nicht abverkauft zu werden.

Und während andere ihre teuren Auslands-Büros schliessen mussten oder sich mit kleineren Runden zufrieden geben mussten oder Angst haben, keine nächste Runde zu kriegen oder Insolvenz anmelden, kann Rocket noch einen Exit hinlegen im - deutlich abgekühlten - Investment-Klima. Das war damals schon eine gute Leistung und besser als vor der/in der Insolvenz etwas wertvolles oder alles billig verschachern zu müssen:
https://t3n.de/news/alibaba-mehrheit-an-rocket-internet-lazada-696526/

An den Büros/Fenstern/Kantine/... und Parkplatz-Belegung der Gebäude kann man normalerweise erkennen ob und wie viel dort gearbeitet wird. Speziell wenn es früh dunkel wird...
Analysten haben Satelliten-Bilder von den Supermärkten und zählen am Black Friday die Autos auf den Parkplätzen !!! um Geschäfts-Daten (Walmart, Tesco,...) vorherzusagen und Aktien zu kaufen/verkaufen.
Man könnte auch die Liefertrucks zählen und wie schnell die für die Route brauchen und somit wissen, wie viele Kunden ein Paket bekommen haben ! HINT HINT.

Wie schon beim Artikel über die Differenz zwischen Real und Test-Optimierung bei Auto-Sprit-Verbrauch sollte man unaufgeregt und nicht reisserisch sondern betont neutral berichten.
Wenn die Geschichte nicht stimmt, hat man den Mund zu weit aufgerissen und wenn sie doch stimmt, kann man hinterher stolz sein. Wichtiger ist also, die Zahlen herauszufinden.

"seit das Unternehmen ein Minus von 600 Millionen Euro für die ersten neun Monate bekanntgegeben hat. "
Bewertungs-Minus oder Cash-Burn ? Relevant ist wohl nur der Cash-Burn. Aktuell sind Cabrios und sonstiger Sommer-Krams eher un-gefragt und preislich niedrig (also "Bewertungs-Verluste") um beim ersten Sonnenschein im März oder Februar dick im Preis zu steigen. Also Cabrios vielleicht jetzt billig kaufen und im Februar oder März mit dickem Profit verkaufen (=EXIT).
Alle warten auf die Rezession. Allerdings schon sehr lange und das kann noch lange weitergehen wenn Trump wirklich seine Bauprojekte startet welche er (im Gegensatz zur von der Anti-Trump-Bundespresse bejubelten Regierung) sogar fertig-gestellt und erfolgreich verkauft hat.
Trump hat schon oft genug wirklich geliefert. Auf rot-grüns Erfolge warte ich immer noch: Neuer Markt und keine freien Wifis sind kaum was woraus man stolz sein sollte.

Antworten
Karl Marks

Hatte Trump nicht gerade erst wieder Verluste bei 3/4 seiner Immobilien?
Und leiht er sich nicht ständig Geld?
Und überhaupt, so aus der Erinnerung heraus hat der eigentlich immer mehr vergeigt, als hin bekommen - im Gegensatz zu seinem Vater.
Aber wer multiple Millionen vererbt bekommt, hat es natürlich auch nicht sehr schwer... ist ja nun wirklich kein self made man...

Und ein Blick in die Glaskugel zeigt hier das Rocket auf dauer nicht wie eine Rakete abgehen wird.

Ps.: Jaja die Analysten, .. lassen wir das ;-)

Antworten
lola

Wir sind ein Ofen und verbrennen Geld. Wie sollen wir die Strategie ändern ?

Antworten
Marius

Sehr postfaktisch!

Antworten

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