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Rocket Internet geht auf Schrumpfkurs – CTO wechselt zu Delivery Hero

(Foto: dpa)

Rocket Internet will sich in Berlin schlanker aufstellen. CTO Christian Hardenberg wechselt zur Delivery Hero und es gibt Hinweise auf einen stärkeren Fokus auf Investitionen.

Rocket-CTO Christian Hardenberg wechselt zu Delivery Hero

Rocket-Internet-CTO Christian Hardenberg wechselt in gleicher Position zu der Rocket-Beteiligung Delivery Hero. Neuer CTO von Rocket wird ab dem 1. Oktober Ronny Rentner, der in dieser Position schon einmal arbeitete und zuletzt SVP Engineering war. Entsprechende Informationen von t3n.de bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag. „Der Wechsel erfolgt in Absprache mit Delivery Hero, einer der größten und wichtigsten Beteiligungen von Rocket Internet“, sagte die Sprecherin.

Offenbar will Rocket sich im Zuge der erhöhten Transparenz des Prime Standards der Frankfurter Börse auch etwas schlanker aufstellen. Bis Ende des Jahres sollen in der Rocket-Holding in Berlin nur noch rund 300 Mitarbeiter arbeiten, heißt es aus Unternehmenskreisen. Zuletzt hatte Rocket rund 400 Mitarbeiter in Berlin gemeldet. Rocket wollte dazu auf Anfrage keine Stellung nehmen. „Wir kommentieren Gerüchte grundsätzlich nicht“, sagte eine Sprecherin.

Delivery Hero bereitet sich momentan auf einen anstehenden Börsengang vor. Für Rocket, dessen Aktienkurs derzeit bei rund 18 Euro weit unter dem Ausgabepreis von 42,50 Euro notiert, ist ein erfolgreicher Börsengang der Beteiligung von äußerster Wichtigkeit.

„Samwer verliert über Portfoliounternehmen kein Wort mehr“

Insider sprechen davon, dass Rocket seinen Fokus stärker vom Aufbau von Startups hin zum Beteiligungsgeschäft eines klassischen Venture Capitalist verschiebt. „Wenn ich mit Oliver Samwer rede, verliert er kein Wort mehr über seine Portfoliounternehmen – er spricht nur noch über VC“, sagte ein Insider.

Rocket-Internet-Vorstandsvorsitzender Oliver Samwer soll intern nur noch über Venture-Capital sprechen. (Foto: dpa)

Rocket-Internet-Vorstandsvorsitzender Oliver Samwer soll intern nur noch über Venture-Capital sprechen. (Foto: dpa)

Aus Kreisen des Großinvestors Kinnevik wird bereits seit längerem die Verschiebung des Fokus von Rocket weg vom Company Builder hin zu einem klassischen Investor beklagt. Damit würde Rocket zunehmend zu einer Konkurrenz zu der schwedischen Beteiligungsgesellschaft. Kinnevik-CEO Lorenzo Grabau hatte den Rocket-Aufsichtsrat im Mai 2016 verlassen. „Wir werden weiter sowohl Firmen aufbauen als auch in sie investieren“, sagte dagegen die Rocket-Sprecherin. Von Seiten Rockets wird immer noch von einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Kinnevik gesprochen.

Rocket Internet kämpft schon lange mit einer schwachen Entwicklung des Aktienkurses und hat erst eines von neun Unternehmenszielen erreicht, die es im vergangenen September gesetzt hatte: Den Wechsel vom Entry Standard in den strenger regulierten Prime Standard an der Frankfurter Börse. Die Ziele sollten damals innerhalb von 18 bis 24 Monaten erreicht werden – also spätestens bis September 2018.

Der Prime Standard ist unter den gesetzlich regulierten Börsensegmenten der Frankfurter Wertpapierbörse der mit den höchsten Transparenzstandards und gleichzeitig die Voraussetzung für eine Aufnahme in die Indizes Dax, M-Dax, Tec-Dax und S-Dax. Am 22. September hatte Rocket die jüngsten Quartalszahlen veröffentlicht. Das Unternehmen verringerte demnach seine Verluste. Wesentliche Beteiligungen von Rocket Internet machten Fortschritte auf dem Weg zur Profitabilität.

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2 Kommentare
Fernando Ardenghi
Fernando Ardenghi

They are full (in excess) of phantom companies, shell companies.
And not only they have lots of phantom companies, shell companies. There is a very complicated and intriguing interlace of them. (very suspicious situation)
There is a very intriguing interlace of „Jade xxxx GmbH.“, „Brillant xxxx GmbH.“, „Bambino xx V V UG“, „VRB GmbH. & Co. B-xxx KG“ and „Juwel xxx V V UG“ and other companies !!!

Do you know that ALL European countries fit in Brazil, Russia, Africa or Australia?
It means: If you want to replicate a big success in Brazil, it will be as hard as the same to replicate it in ALL European countries, but in this case with 1/8 of population and the majority of the persons DO NOT own or WILL NOT use a credit/debit card to buy online!
They will prefer to research online and then buy offline.
Many if not most, USA, Canadian or European businesses models are unfeasible in Latin American countries, African countries, Russia or even Australia because transportation costs could be 10 times bigger than in Europe.

All the domino should fall … when they run out of money!!!

Antworten
Rubart

Hi Fernando,
I think you are right. Their system (to copy a an existing business and bring the copy of it in another country) will not work in many countries. So they fail a lot and produce phantom companies.
But I think they did not care for this a long time. They got a lot of money from many different sources and build big companys with it. If the companies look big enough, they bring them to stock market and get back their monex plus a big revenue.
Their aktual problem is, that thei fail with this strategy too often and people see it. How can you sell companies with week publisity on the stock market?

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