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Exklusiv: Rocket Internet verliert zwei weitere wichtige Manager

Logo von Rocket Internet. (Foto: 360b/Shutterstock)

Wieder Abgänge bei der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet: SVP Finance Christian Senitz und Chief Compliance Officer Christian Lasch werden das Unternehmen verlassen. Insgesamt befindet sich Rocket weiter auf Schrumpfkurs.

Rocket Internet muss erneut den Abgang des Finanzchefs verkraften: Nachdem im August 2018 der damalige CFO Peter Kimpel als Deutschland-Chef zur Investmentbank Barclays wechselte, wird der SVP Finance Christian Senitz das Unternehmen im zweiten Quartal 2019 verlassen. Entsprechende Informationen von t3n bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

Chief Compliance Officer Christian Lasch wird Rocket bereits im ersten Quartal 2019 verlassen, bestätigte Rocket weiterhin. Für den Compliance-Officer wird ein Nachfolger gesucht – für Senitz nicht. Details zu den Abgängen will das Unternehmen nicht nennen.

Rocket Internet auf Schrumpfkurs

Laut Insidern ist Rocket bereits seit Längerem auf Schrumpfkurs. Die Büroräume in der Charlottenstraße in Berlin leerten sich zusehends. Im jüngsten Jahresbericht nannte Rocket 171 Mitarbeiter. Bettina Curtze, SVP Finance and Investments, bestätigte auf t3n-Anfrage, dass es heute „in der Tendenz ein paar weniger sind“. Eine exakte Zahl zum Jahresende 2018 wird das Unternehmen auch wieder im Jahresbericht nennen, der im April 2019 veröffentlicht werden soll. Ende 2015 waren es noch 425 Mitarbeiter.

Seit Rocket Internet im Oktober 2014 an die Börse ging, war Unternehmen wie Anlegern wenig Glück vergönnt. Die Aktie tendiert seit Jahren weit unter dem Ausgabepreis – und verlor in den letzten sechs Monaten wieder rund ein Drittel an Wert.

Eine veränderte Strategie des Company Builders und Startup-Investors dementiert Curtze. Rocket Internet werde auch weiterhin Unternehmen aufbauen: „Rocket Internet verfolgt nach wie vor die Strategie, sowohl Internetunternehmen zu gründen als auch im Internetsektor zu investieren“, sagte Curtze. „Ein Inkubationsbeispiel aus der jüngeren Historie ist Expertlead, das erfahrene Freelance-Experten im Digitalsektor an Geschäftskunden auf Projektbasis vermittelt.“

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass Rocket Internet 2014 laut dem damaligen Jahresbericht noch 1.586 Mitarbeiter beschäftigte. Dabei handelte es sich jedoch um eine „vollkonsolidierte“ Zahl inklusive der Mitarbeiter von Rocket-Unternehmen, die nicht mit der Zahl der direkt bei Rocket arbeitenden Mitarbeitern vergleichbar ist.

t3n meint:

Dass der Börsengang von Rocket Internet keine Erfolgsgeschichte ist, ist bereits lange klar. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Als Rocktet 2014 an die Börse ging, waren sich zahlreich Kenner der Startup-Szene sicher, dass Berlins damals noch relativ junges Startup-Ökosystem stark mit dem Schicksal von Rocket verbunden ist. Doch die Befürchtung „Scheitert Rocket, scheitert Berlins Startup-Szene“, hat sich nicht bewahrheitet. Berlins Startup-Szene hat sich längst vom Schicksal der Startup-Schmiede gelöst.

Stephan Dörner

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