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Rocket-Chef Oliver Samwer: „Wir können auch mal eine Milliarde in die Hand nehmen“

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer auf der Noah 2016. (Foto: Britta Pedersen/dpa)

Rocket Internet konnte 2017 zwei wichtige Erfolge feiern. Der Aktienkurs bleibt aber ein Problem. Jetzt hat Oliver Samwer in einem Interview Bilanz gezogen – und stellt Forderungen an die Politik. 

Das Jahr von Rocket Internet lässt sich aus zwei Blickwinkeln betrachten. Aus der einen Perspektive hat sich der Aktienkurs seit dem Börsengang halbiert. Wichtige Versprechen wie die Profitabilität dreier Startups konnte der Inkubator nicht einhalten. Aus der anderen Perspektive konnte er zwei Food-Firmen erfolgreich an der Börse platzieren.

Es verwundert nicht, dass Oliver Samwer, der Chef der Startup-Schmiede, lieber die zweite Perspektive einnimmt. „2017 war ein Superjahr für uns“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zusammen seien Delivery Hero und Hellofresh, zwei „einst kleine Unternehmenspflänzchen“, nun mehr als acht Milliarden Dollar wert und hätten zwei der erfolgreichsten Börsengänge der vergangenen Jahre hingelegt.

Oliver Samwer schließt Investment in Kryptowährungen nicht aus

„Wir sind an der Börse und bleiben auch da.“ 

Von dem fallenden Aktienkurs seines eigenen Unternehmens lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Seit dem IPO 2014 sei das Rocket-Papier sowohl um 50 Prozent gestiegen als auch gefallen. „So schnell verändert sich ein Unternehmen gar nicht, um solche Schwankungen zu rechtfertigen“, sagt der Serienunternehmer. Rocket war vor drei Jahren mit einem Ausgabepreis von 42,50 Euro an die Börse gegangen, zwischenzeitlich stieg das Papier auf 60 Euro. Mittlerweile kursiert es bei 20 Euro. Den Rufen, Rocket von der Börse zu nehmen, will Samwer nicht nachgeben. „Wir sind an der Börse und bleiben auch da.“

Seinen Fokus legt der Gründer auf bestehende Geschäftsmodelle. Die Global Fashion Group soll weiter wachsen, genau wie Home24 und Westwing. Außerdem will er sich Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent und in Südostasien widmen. Unter dem Dach der Asia Pacific Internet Group hat Rocket etwa in Startups wie das Autoportal Carmudi, die Immobilienplattform Lamudi oder auch den Mode-Onlinehändler Daraz investiert.

Oliver Samwer beim Börsengang 2014. (Foto: dpa)

Auch neue Geschäftsfelder schließt Samwer nicht aus. „Vielleicht machen wir irgendwann auch in Immobilien, E-Mobilität oder Kryptowährungen“, sagt er. Aber man renne nicht irgendwelchen Trends hinterher, wenn man nicht zu 100 Prozent überzeugt sei, dass man die Zukunft nachhaltig gestalten könne. Dass der Unternehmer in diesem Zusammenhang den Begriff „nachhaltig“ verwendet, ist interessant, wird den Berlinern doch gerne vorgeworfen, dass sie Startups und deren Umsatz nur aufblasen, ohne echten Wert dahinter zu schaffen.

Oliver Samwer: „Ohne Unterstützung aus der Politik wird es nicht gehen“

Samwer macht deutlich, dass er nicht abgeneigt ist, in eine große Idee zu investieren. „Wir selbst können ja mittlerweile auch mal eine Milliarde in die Hand nehmen, wenn wir an eine Idee glauben“, so der Rocket-Chef gegenüber dem Handelsblatt. Genügend liquides Kapital hat die Startup-Schmiede angehäuft – mehr als 3,8 Milliarden Euro liegen mittlerweile auf den Konten von Rocket.

Samwer fordert zudem mehr Engagement von der Politik. In Europa backe man noch kleine Brötchen. Während in den USA ständig neue 100-Millionen-Euro-Finanzierungen zu sehen seien, erlebe man auf dem alten Kontinent vielleicht zehn pro Jahr. „Ohne mehr Unterstützung aus der Politik wird es nicht gehen.“

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