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Video

Roland Berger: „Man muss den Menschen Optimismus einimpfen für die Zukunft“

(Screenshot: t3n)

Mit dem neuen Video-Format Changerider wollen Philipp Depiereux und t3n den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Der aktuelle Interviewgast: Roland Berger.

In der neuen Folge des Video- und Podcastformats Changerider von Etventure-Gründer Philipp Depiereux und t3n sitzt diesmal der Pionier der europäischen Beratungsbranche, Roland Berger, auf dem Beifahrersitz. Auf seiner Fahrt erzählt er, wie Deutschland aus seiner Sicht die Herausforderungen der Elektromobilität meistert, wie sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung entwickelt und warum Veränderungen immer auch etwas Positives mit sich bringen.

Roland Berger – ein Mann, den man zweifellos zu den großen Ikonen des Beratungsgeschäfts zählen kann. Als Unternehmer, Stifter, Wissenschaftler und erfolgreicher Investor zeigt er sich mit vielen Facetten und einem Leben, in dem er nie müde wurde, den Wandel mitzugestalten.

Nachdem er etwa fünf Jahr bei der Boston Consulting Group in Mailand und Boston gearbeitet hat, gründete er 1976 seine eigene Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants. Auch politisch ist Roland Berger ein gefragter Berater. So hat er beispielsweise dem CSU-Politiker Edmund Stoiber die Wirtschaft erklärt oder den ehemaligen Kanzler Gerhard Schröder beraten – immer pro bono, Geld wollte Berger für diese Arbeit nicht haben. Heute ist er bei der Roland Berger Holding als Ehrenratsvorsitzender tätig und engagiert sich für seine Roland-Berger-Stiftung, die sich dafür einsetzt, Kindern und Jugendlichen aus unterprivilegierten Familien Zugang zu einer besseren Schulbildung zu ermöglichen.

„Ich glaube nicht, dass wir es nicht können“

Mit über 60 Jahren Berufserfahrung hat Roland Berger viel Entwicklung in der deutschen Wirtschaft miterlebt. Vor der Digitalisierung sorgt er sich nicht, sieht die Stärke für Deutschland allerdings eher in der B2B-Branche: „Wir haben eine industrielle Basis, die in der Lage ist, unendlich viele Daten zu produzieren. Sobald unsere Lieferanten in der Lage sind, das zu verstehen und diese Daten zu nutzen, können sie sich einen riesigen Vorteil erarbeiten.“ Die Automobilindustrie sieht auch er immer noch als das Zugpferd der Wirtschaft.

In der viel diskutierten Elektromobilität allerdings könnte der Eindruck entstehen, Deutschland hat den Trend verschlafen. Roland Berger sieht wenig Grund zur Sorge, die deutsche Automobilindustrie sei immer noch enorm stark. „Ich glaube nicht, dass wir es nicht können. Ich bin aber auch etwas enttäuscht, dass unsere großen Hersteller so spät mit ihren E-Autos auf den Markt kommen. Auf der anderen Seite ist die deutsche Industrie sehr stark, vor allem was die Produktionsabläufe anbelangt.“ Eine industrielle Basis alleine reicht allerdings nicht aus. Unternehmen sollten vor allem neue Geschäftsmodelle und Trends nicht verschlafen, wie beispielsweise die neue Shared Economy. Ein eigener Firmenwagen sei längst nicht mehr das Ziel. Heute gäbe es dafür Mobilitätskonten, mit denen man sich ein Auto least oder eine Bahncard kauft.

„Jede Veränderung tut zunächst ein bisschen weh“

Die Digitalisierung verändert allerdings nicht nur unsere Mobilität, sondern auch die gesamte Entwicklung der Arbeitswelt. Roland Berger wird im November 81 Jahre alt. In seinem Leben hat er selbst viele berufliche Veränderungen durchlebt und beobachtet, was Veränderungen mit unserer Gesellschaft machen. Dabei betont Berger, es werden Jobs wegfallen – im Handwerk, in Dienstleistungsbereichen und der Informationsverarbeitung. Die Branchen haben sich verändert. Ein Unternehmen, das nicht mit der Digitalisierung mitgeht, gäbe es bald nicht mehr. Deswegen sei es umso wichtiger, die Menschen mit der digitalen Welt vertraut zu machen und auch die Lehrer zu schulen. Man müsse die Menschen begeistern und ihnen Optimismus einimpfen, denn, so Berger: „Jede Veränderung tut zunächst ein bisschen weh. Aber jede Innovation hat die Menschen bisher reicher gemacht.“

Berger appelliert am Ende seiner Fahrt, die Chancen der Digitalisierung zu sehen und nicht nur die Probleme, auch wenn man diese selbstverständlich erkennen und lösen müsse. Die Frage, ob Berger mal gescheitert sei, beantwortet der 80-Jährige gelassen: „Gescheitert bin ich eigentlich nie im Leben.“

Für eine weitere Fahrt im Changerider nominiert er Herbert Hainer, der unter anderem die Speedfactory von Adidas ins Leben gerufen hat, und Regina Pötke, die in der Leitung des Jugendprogramms der Roland-Berger-Stiftung arbeitet.

Ihr kennt ebenfalls Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominiere sie als Changerider-Mitfahrer! Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als Podcast bei Soundcloud und Spotify verfügbar.

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