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Kolumne

Rosige Aussichten für Podcasts und andere Audioangebote

(Foto: Shutterstock)

Audioangebote wie Podcasts profitieren besonders, wenn kabellose Kopfhörer und Smart Speaker zu Verkaufsschlagern werden, schreibt Martin Weigert in seiner Kolumne Weigerts World.

Wer profitiert vom Erstarken des Interaktionskanals Audio? Unter anderem natürlich alle Anbieter im Bereich Musikstreaming, Podcasting und Hörbücher. Der von mir in meiner letzten Kolumne prognostizierte Durchbruch kabelloser Kopfhörer sowie die steigende Zahl an aktiven Smart-Home-Speakern dürfte den genannten Segmenten ordentlich Anschub geben. Denn das maximal verfügbare Zeitbudget für den Konsum von Audioinhalten nimmt zu.

Riesiges Wachstumspotenzial für Podcasts

Gerade für Podcasts ist das Potenzial riesig: Nur 1,3 Millionen Deutsche hören täglich mindestens einmal einen Podcast. Dabei ist das Angebot mittlerweile enorm und wächst ständig. Eigentlich gibt es keinen Grund anzunehmen, dass der Podcast-Konsum in naher Zukunft nicht explodieren wird.

Kurz vor Weihnachten lancierte Apple endlich einen Analytics-Dienst für seine (noch knapp) marktführende Podcast-Plattform. Erstmals können Podcast-Macher auf der Plattform Statistiken zum Hörverhalten auf Basis einzelner Abschnitte abrufen. Auch wenn Kritiker befürchten, dass Produzenten nun ihre Podcasts radikal auf Engagement trimmen und für Massengeschmack ummodelieren könnten, war die Schaffung einer besseren Messbarkeit überfällig. Sie erlaubt nun eine weitere Professionalisierung des Sektors.

Die Grenzen verschwimmen

Zwei Meldungen der letzten Tage legen nahe, dass 2018 die Grenzen zwischen den verschiedenen audiobasierten Medientypen und Plattformen stärker verschwimmen werden. So kündigte der zu Amazon gehörende Hörbuchanbieter Audible an, sein im November 2017 gestartetes Podcast-Portfolio dieses Jahr deutlich ausbauen zu wollen. Unter anderem soll es eine journalistische Live-Sendung geben – was dann quasi Radio wäre.

Der demnächst an die Börse strebende Musikstreaming-Anbieter Spotify arbeitet seit längerem daran, sich als Distributionskanal für Podcasts zu etablieren. Gerade gab das schwedische Unternehmen eine neue Offensive in diesem Bereich bekannt.

Dass die Übergänge zwischen Musikstreaming, Podcasting, Hörbüchern und klassischem Radio sukzessive immer fließender werden, ist eine natürliche Entwicklung. Letztlich geht es Hörern allein darum, für ihre jeweilige Aktivität die geeignete Beschallung parat zu haben. Wie die Kategorie heißt, kann ihnen egal sein. Anders als visuelle Medien werden Audioinhalte häufig nebenbei konsumiert. Lieblingsmusik, Hintergrundgedudel, Nachrichten, ein zum Nachdenken anregender philosophischer Podcast oder die Audiofassung eines Bestseller-Romans besitzen alle ihr jeweils ganz eigenes ideales Hörszenario. Wer alles zu guten Konditionen aus einer Hand anbieten kann, darf sich auf eine beeindruckende Nutzungsdauer und Zahlungsbereitschaft der Anwender einstellen.

Vielleicht behalten Hörbücher ihre gesonderte Stellung aber auch bei und werden weiterhin vorrangig im Einzelverkauf angeboten. Google gab gerade den Startschuss für den Verkauf von Hörbuchern über den Google-Play-Store.

Auswirkungen auf Radio und Bildschirmmedien?

Ein bevorstehender digitaler Audioboom wirft eine Reihe interessanter Fragen auf, darunter: Wie wird sich der noch immer intensive Konsum des klassischen Radios mit Blick auf das wachsende Angebot an mobil optimierten Online-Audioangeboten verändern? Letztlich könnte es freilich auch so kommen, dass Millionen Airpod-Träger doch nur den ganzen Tag lang die Live-Streams oder Podcasts der altehrwürdigen Rundfunkkanäle anhören. Sehr wahrscheinlich ist das jedoch nicht.

Noch spannender: Nagt die Zunahme des Konsums digitaler Audioangebote am Nutzungsbudget bildschirmbasierter Medien? Zwar ist es problemlos möglich, gleichzeitig bei Facebook herumzuscrollen und Musik oder Podcasts zu hören. Andererseits entsteht gerade, als Konsequenz der unguten Entwicklung sozialer Medien, unter dem Motto „Time Well Spent” ein neues Narrativ für eine bedachte, fokussiertere Verwendung von Onlinemedien. Eine bewusst gewählte Verlagerung von Bildschirmzeit zu Audioinhalten anstelle von noch exzessiverem Multitasking passt da eigentlich gut ins Konzept.

Weitere Kolumnen der Serie Weigerts World findet ihr hier. Ihr könnt die vom Autor täglich kuratierten News zur Netzwirtschaft abonnieren oder seinen wöchentlichen E-Mail-Newsletter mit englischsprachigen Leseempfehlungen beziehen.

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