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Das Ruhrgebiet wird zur Startup-Szene – Corona-Folgen unklar

(Foto: Shutterstock)

Das Ruhrgebiet ist spät auf den Startup-Zug aufgesprungen. Doch inzwischen hat die Region den Rückstand wettgemacht, besagt eine neue Studie. Und sie hebt die Vorteile für junge Unternehmensgründer hervor.

Das Ruhrgebiet wird zunehmend zu einem Zentrum für die Gründung von Startups in Deutschland. Die Region profitiert dabei von der dichten Hochschullandschaft im Revier, wie eine Studie des Bundesverbands Deutsche Startups, der Beratungsgesellschaft PWC und der Universität Duisburg-Essen ergeben hat. „Alle Universitäten im Ruhrgebiet haben ihre Aktivitäten zur Förderung der Startup-Kultur massiv ausgebaut“, sagte Lutz Granderath, Standortleiter von PWC in Essen. Vor allem die Gesundheitswirtschaft sei bei den Unternehmensgründungen stark vertreten.

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Durch die Vielzahl an Universitäten und die Größe des Ballungsraums könnten neue Unternehmen im Ruhrgebiet vergleichsweise leicht qualifizierte Mitarbeiter finden. Bei der Umfrage für den siebten Deutschen Startup-Monitor hätten 44 Prozent der Befragten die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal im Ruhrgebiet als gut bezeichnet. Das seien fünf Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Ein weiteres Plus des Ruhrgebiets sei die Verfügbarkeit von Büroimmobilien, sagte Granderath. 60 Prozent hielten diese für gut – bundesweit liege der Wert nur bei 36 Prozent.

Viele Startups noch ganz am Anfang

Charakteristisch für die Startups im Ruhrgebiet sei, dass sie vielfach noch in der Anfangsphase steckten. Das gelte für knapp ein Drittel von ihnen, bundesweit sei es nur ein Viertel. Das liege auch daran, dass das Ruhrgebiet „erst später auf den Startup-Zug aufgesprungen ist als andere Regionen Deutschlands“, erläuterte Granderath. Entsprechend liegen die Ruhr-Gründungen auch beim Jahresumsatz und der Mitarbeiterzahl hinter dem Bundesdurchschnitt zurück: Im aktuellen Geschäftsjahr erwirtschafteten sie im Schnitt 700.000 Euro, bundesweit seien es zwei Millionen. Revier-Startups beschäftigten im Schnitt elf Mitarbeiter, bundesweit seien es durchschnittlich 16 Mitarbeiter.

Schwierig für die jungen Unternehmen aus dem Ruhrgebiet sei bereits vor der Coronakrise die Finanzierung gewesen. Nur 45 Prozent hätten sich Geld von einer Bank geliehen. Bundesweit liegt dieser Anteil mit 55 Prozent deutlich höher. Die Startups aus dem Revier finanzieren sich stattdessen vor allem über eigene Ersparnisse (83 Prozent) und staatliche Fördermittel (38 Prozent). Ein Viertel erhalte Geld von Freunden und Familie.

Wie sich die Pandemie auf die Gründerszene im Ruhrgebiet und überall in Deutschland auswirke, lasse sich momentan noch kaum abschätzen, sagte Granderath. In einer Krise komme es aber auf Innovationskraft und kreative technologische Lösungen an. „Und das ist eine klare Stärke der Startups.“ dpa

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