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Russische Behörde will gegen Facebook und Twitter vorgehen

Moskau. (Foto: Shutterstock)

Russland wirft Facebook und Twitter einen Verstoß gegen die Datenschutzgesetze des Landes vor. Den sozialen Netzwerken droht jetzt womöglich eine Sperrung in Russland.

Die für die Internet-Massenkommunikation zuständige russische Behörde Roskomnadsor verlangt, dass die großen sozialen Netzwerke alle Daten über russische Staatsbürger in dem Land selbst speichern. Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen Facebook und Twitter Mitte Dezember 2018 aufgefordert worden sein, entsprechende Pläne vorzulegen. Da die Behörde keine zufriedenstellende Antwort erhalten habe, will sie jetzt „administrative Schritte“ gegen die zwei sozialen Netzwerke einleiten.

Ein Behördensprecher erklärte im staatlichen Nachrichtensender Rossija 24, dass Facebook und Twitter mit Geldstrafen belegt werden könnten. Dazu könnten aber auch noch andere Strafen kommen. Im April 2018 hatte Roskomnadsor-Chef Aleksandr Zharov gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS erklärt, dass auch eine Sperrung von Facebook in Frage käme, wenn das Unternehmen nicht die Vorgaben der Behörde befolgt.

Russland: Zensurbehörde könnte Ernst machen

Dass die russische Behörde im Zweifel die sozialen Netzwerke blockiert, ist nicht unwahrscheinlich. Nachdem die Betreiber des Telegram-Messengers ihre Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht auf Geheiß des russischen Staates aufgeben wollten, blockierte Roskomnadsor den Dienst. Daraufhin wechselten die Betreiber immer wieder ihre IP-Adressen. Was zu einem Katz-und-Maus-Spiel führte, in dessen Verlauf mehr als 19 Millionen IP-Adressen blockiert und eine ganze Reihe unbeteiligter Dienste wie Spotify, Soundcloud, Viber oder Mastercard gesperrt wurden.

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3 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Ich würde mir ähnliche Regelungen wie in Russland und China auch für Europa wünschen.

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Stephan
Stephan

Viel Glück beim Blockieren so großer Medienkanäle, jeder kennt NordVPN und ExpressVPN, also wird Blockieren nicht helfen.

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Julia Nikolaeva
Julia Nikolaeva

Genau wie Europa, verlangt auch Russland, dass Daten über die eigenen Staatsbürger im eigenen Land gespeichert werden. Das ist sinnvoll und vernünftig. Die Dienste sollten sich an diese Datenschutzvorgabe in Russland genauso halten wie in der EU, andernfalls ist es völlig legitim, dass die Dienste mit Bußgeldern belegt oder gesperrt werden.

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