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Russland: Kryptowährungen sollen helfen, den US-Dollar zu schwächen

Russland will seine US-Dollar-Reserven abbauen und auch im internationalen Zahlungsverkehr auf andere Währungen setzen. Laut Präsident Putin sei es aber „ein bisschen früh“, Bitcoin für Ölgeschäfte zu verwenden.

2 Min. Lesezeit

Russland ist der Status des US-Dollar ein Dorn im Auge. (Foto: jorik / Shutterstock)

Russland ist der Status des US-Dollar als Weltwährung weiterhin ein Dorn im Auge. Nun hat man in Moskau allerdings ein weiteres Mittel ersonnen, um dem entgegenzuwirken. Denn das russische Außenministerium erwägt Berichten zufolge, dem US-Dollar nicht nur traditionelle Fiat-Währungen entgegenzusetzen. Auch Kryptowährungen sollen die Vormachtstellung des Dollars zusehends aushöhlen.

Dies ist einem Interview von Aleksandr Pankin mit der lokalen Nachrichtenagentur Interfax zu entnehmen. Pankin ist stellvertretender Außenminister Russlands. Er kündigte an, den Anteil des US-Dollars an den internationalen Reserven Russlands zu verringern. Auch bei der Abrechnung mit ausländischen Partnern möchte man nicht mehr auf die Devise zurückgreifen. Bereits seit mehreren Jahren erwägt Russland Schritte, um den Anteil des US-Dollars an seinem 186 Milliarden Dollar schweren nationalen Wohlfahrtsfonds zu verringern. Die lokalen Behörden planen, die Bestände an chinesischen Yuan drastisch zu erhöhen und in Gold zu investieren.

„Die Ersetzung des Dollars durch eine andere Währung ist jedoch keineswegs ein Selbstzweck, sondern eine Abwehrreaktion. Wir beschweren uns nicht über den Dollar als solchen und fordern auch nicht, ihn um jeden Preis aufzugeben. Wir haben jedoch erhebliche Beschwerden über die Finanzpolitik des Staates, der sie herausgibt, und der die nationale Währungseinheit als Wirtschaftswaffe auf internationaler Ebene einsetzt“, erklärt Pankin die Motivation Russlands. Er betont, dass die Wahl der Vertragswährung nach wie vor das Vorrecht der Vertragsparteien sei.

Generelles Krypto-Verbot für Russland kein Thema

Die Verwendung anderer Währungen als des US-Dollars im Zahlungsverkehr Russlands mit ausländischen Partnern sei für die eigene Wirtschaft nur von Vorteil. Pankin selbst erwähnt in dem Interview Kryptowährungen zwar nicht explizit – schließlich war Moskau bis dato nicht unbedingt als großer Bitcoin-Befürworter in Erscheinung getreten –, immerhin sprach sich der stellvertretende Finanzminister Alexei Moiseev aber kürzlich zumindest gegen ein generelles Krypto-Verbot aus.

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Die jüngsten Äußerungen des Außenministeriums könnte man also auch so deuten, dass Russland an der Verwendung von Kryptowährungen für die internationale Abwicklung zumindest nicht uninteressiert ist. Letzte Woche sagte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Interview mit CNBC zwar, dass es „ein bisschen früh“ sei, Kryptowährungen für die Abwicklung von Ölgeschäften zu verwenden. Der Präsident räumte im selben Atemzug aber auch das Potenzial von Kryptowährungen für den globalen Geldtransfer ein. Laut dem vollständigen Interviewtext, der auf der offiziellen Website des Kremls veröffentlicht wurde, sagte Putin, dass private Kryptowährungen „als Rechnungseinheit fungieren können“, aber „sehr instabil“ seien.

Autor des Artikels ist Christian Stede.

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