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Russland will Telegram-Nachrichten entschlüsseln: Aber geht das überhaupt?

(Foto: Shutterstock)

Der russische Geheimdienst verlangt von Telegram Zugang zu den Nachrichten der Nutzer. Der Messaging-Dienst weigert sich und bringt ein durchaus überzeugendes Argument vor: Die privaten Schlüssel befänden sich gar nicht im Besitz der Plattform.

Ein 2016 in Russland eingeführtes Gesetz schreibt vor, dass Unternehmen dem Inlandsgeheimdienst FSB Zugang zu ihren Kypto-Schlüsseln geben müssen. Der Messaging-Anbieter Telegram hat das jedoch mit der Begründung abgelehnt, die privaten Schlüssel, die zur Entschlüsselung der Nutzerkommunikation nötig sind, befänden sich gar nicht im Besitz des Unternehmens. Das hat ein russisches Gericht jedoch nicht davon abgehalten, Telegram zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 800.000 russischen Rubel zu verurteilen. Das sind umgerechnet etwas mehr als 11.000 Euro.

Telegram hat daraufhin Berufung eingelegt – allerdings erfolglos. Das oberste Gericht der Russischen Föderation hat das ursprüngliche Urteil bestätigt. Telegram hat jetzt 15 Tage Zeit, die Schlüssel an den Inlandsgeheimdienst zu übergeben. Ramil Akhmetgaliev, der Anwalt des Unternehmens, hat gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg angekündigt, erneut in Berufung zu gehen. Der Prozess könnte sich, so Akhmetgaliev, bis in den Sommer 2018 hineinziehen. Eine etwaige Blockierung der Plattform in Russland könne außerdem nur ein separates Gerichtsverfahren erwirken.

Telegram-Gründer Durov: Drohungen werden nicht fruchten

Unterdessen erklärt Telegram-Gründer Pavel Durov, dass die Drohungen einer Blockierung des Dienstes keinen Erfolg haben werden. „Telegram steht für Freiheit und Datenschutz“, erklärt Durov, dessen Messaging-Dienst immer wieder von Kryptoexperten kritisiert wurde, weil es keine Möglichkeit gibt, die Sicherheit der selbstentwickelten Verschlüsselungsmechanismen zu überprüfen.

Pavel Durov galt als der Mark Zuckerberg Russlands. (Foto: dpa)

Der 33-jährige Unternehmer Durov gründete 2006 die russische Social-Media-Plattform Vkontakte. Nachdem er seine Firmenanteile im Januar 2014 verkauft hat, verlor er im April desselben Jahres den CEO-Posten. Durov erklärte daraufhin, dass Vkontakte nunmehr unter der „vollen Kontrolle“ des Kremls stehe und er seine Anteile habe verkaufen müssen, weil der Inlandsgeheimdienst zunehmend Druck auf ihn ausgeübt habe. Nach Angaben von Durov wollte der FSB persönliche Daten von russlandkritischen Demonstranten in der Ukraine.

Nachdem er seinen Posten bei Vkontakte geräumt hatte, verließ Durov Russland und erwarb durch eine Spende die Staatsangehörigkeit des karibischen Inselstaats St. Kitts und Nevis. Seitdem konzentriert sich Durov auf den Messaging-Dienst Telegram, der 2018 vor allem durch die Durchführung eines Initial Coin Offerings mediale Beachtung fand.

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