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Ryan Hood im Changerider: „Durchhaltevermögen bleibt oft auf der Strecke“

(Screenshot: Youtube)

Mit dem neuen Video-Format Changerider wollen Philipp Depiereux und t3n den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Der aktuelle Interviewgast: Ryan Hood.

Er nimmt den Reichen und gibt den Armen: Nicht ganz so drastisch, aber ebenso motiviert wie Robin Hood wollte Ryan Hood einen Onlineverkauf ermöglichen, der im Vergleich zu anderen Portalen kostengünstige Gebührenstrukturen bietet. In der neuen Folge des Video- und Podcastformats Changerider von Etventure-Gründer Philipp Depiereux und t3n sitzt diesmal Ryan Hood, Gründer des deutschen Onlinemarktplatzes Hood.de, auf dem Beifahrersitz und spricht unter anderem über Herausforderungen und Learnings der Startup-Kultur.

Den Onlinemarktplatz Hood.de hat Ryan Hood schon 1999 mit zwei weiteren Freunden und einem Startkapital von nur 5.000 D-Mark gegründet. Nach Livegang im Jahr 2000 konnten Nutzer den Marktplatz bis 2008 komplett gebührenfrei nutzen. In dieser Zeit verklagte Hood.de sogar Amazon wegen deren Zwang zur Preisparität. Verkäufer mussten sich damals verpflichten, nirgends günstiger anzubieten als bei Amazon. Zu einem Urteil kam es nie, Amazon schaffte 2013 die Preisparität ab.

Hood.de wurde letztes Jahr durch die Karstadt-Mutter Signa übernommen. Sie erwarb 70 Prozent der Anteile. Ryan Hood hält nach wie vor 30 Prozent und ist weiterhin an Bord. Der Marktplatz bietet heute nach eigenen Angaben über 5 Millionen Angebote täglich bei etwa 9 Millionen Kunden. Mit über 18 Jahren E-Commerce-Erfahrung zählt Ryan Hood sicherlich zu den Marktplatz-Pionieren.

„Wir haben sehr früh in Technologie investiert“

Mit einer digitalen Geschäftsidee zu wachsen und dabei alle Herausforderungen zu meistern, das ist wohl die Königsdisziplin. Aus Kostengründen versuchten die Gründer, vor allem in ihre Technologie zu investieren – eine Strategie, die sich bewährte. „Wir haben uns immer gefragt, brauchen wir einen Mitarbeiter? Und in 90 Prozent haben wir das durch Technologie erledigt. Wir waren technisch sehr früh sehr vorbildlich.“ Durch den Einsatz von Algorithmen konnte das Startup auch mit nur wenig Kapital stetig wachsen. In diesen Jahren hat Ryan Hood viel gelernt – über Startups, Innovation und Mut. Wichtig sei es, so der Gründer von Hood.de, sich nicht in Details zu verlieren, sondern das große Bild im Auge zu behalten und dabei auch immer wieder das komplette Geschäft zu hinterfragen. Es ergebe in diesem Zusammenhang durchaus Sinn, sich Expertenwissen durch Beratungen,  andere Startups oder Firmenkäufe reinzuholen.

„Einfach alles mal ausprobieren, selbst wenn es die wildesten Ideen sind“

Ryan Hood ist heute außerdem als Business-Angel tätig und berät auch Startups auf ihrem Weg. Dabei stellt der Gründer immer wieder fest, dass ein gutes Team wichtiger ist als die Idee. Für Erfolg braucht es aus seiner Sicht vor allem eine Hands-on-Mentalität. Darüber hinaus sollte man sich auch einfach mal trauen, die Dinge wirklich auszutesten. Schließlich sei ein Mockup manchmal hilfreicher, als sich in irgendwelchen Planungen zu verlieren.

Und wenn es trotzdem nicht reicht? Gründe fürs Scheitern von Startups seien vielfältig, aber: „Ich habe oft das Gefühl, dass das Durchhaltevermögen auf der Strecke bleibt, weil man sich mit vielen Themen gleichzeitig auseinandersetzt, die nichts mit dem Kernthema zu tun haben. Man muss eben auch wie ein echter Unternehmer denken und nicht nach acht Stunden den Stift fallen lassen. Einfach mal durchhalten.“

Natürlich gab es aber auch bei Ryan Hood einen persönlichen Scheitermoment: „2003 war ich in den USA und habe Myspace gesehen. In einem Anfall von Größenwahn haben wir versucht, nach diesem Vorbild eine coole Plattform ins Leben zu rufen. Uns wurde dann bewusst, dass man damit kein Geld verdienen kann und die Idee zudem relativ schnell ersetzbar ist. Unsere Arbeit war dahin. Das Learning: Bleib bei einem Thema.“

Hoods Appell an Gründer am Ende seiner Fahrt: „Einfach mal die Idee rausbringen. Und wenn man dann das Feedback bekommt, dass die Idee was taugen könnte: einfach mal anfangen. Die Nächte durchmachen, die Idee online bringen und dann einen Realitätscheck durchführen.“

Für eine weitere Fahrt im Changerider nominiert er den Geschäftsführer von Karstadt,  Stephan Fanderl, der sich mit dem Unternehmen zurzeit mitten im Wandel befindet. Und Tim Schumacher von Eyeo Adblock Plus, der sich mit dem Thema Onlinewerbung befasst.

Ihr kennt ebenfalls Querdenker, Gamechanger und unermüdliche Optimisten, die für den digitalen Wandel einstehen? Nominiert sie als Changerider-Mitfahrer! Diese und alle weiteren Folgen, sind als Video oder als Podcast bei Soundcloud und Spotify verfügbar.

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