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Salesforce stellt Artificial-Intelligence-Cloud „Einstein“ vor: Der Data-Scientist für Jedermann

Vermutlich hätte Einstein seine Plüsch-Version mit Humor ertragen, als Personifizierung einer AI-Cloud ist der Name auf jeden Fall ein Marketing-Clou. (Foto: t3n/Jochen G. Fuchs)

Ein Überblick über die Funktionsweise der neuen AI-Plattform Einstein sowie über weitere Salesforce-Neuerungen direkt von der Dreamforce in San Francisco.

Während Commerce Cloud, wie Demandware nach der Übernahme jetzt heißt, dürfte die Artificial-Intelligence-Plattform „Einstein“, die Technologien aus Dutzenden Übernahmen enthält, die bemerkenswerteste Neuerung sein: Einen „Data Scientist für Jedermann“ verspricht das US-Unternehmen. Ein Überblick über die wichtigsten Salesforce-Neuerungen von unserem Redakteur Jochen G. Fuchs, der für euch in San Francisco auf der Dreamforce war.

Einstein: Was die neue Artificial-Intelligence-Cloud kann

Einstein als drolliges Plüsch-Maskottchen auf der Dreamforce. Foto: t3n/Jochen G. Fuchs)
Einstein als drolliges Plüsch-Maskottchen auf der Dreamforce. (Foto: t3n/Jochen G. Fuchs)

Mehr als eine Milliarde US-Dollar will Salesforce in die Technologie hinter der neuen Artificial-Intelligence-Plattform „Einstein“ investiert haben – rund hundert AI-Experten aus aller Welt hat das Unternehmen dazu nach eigenen Angaben eingestellt und dutzende Unternehmen eingekauft. Die Kerntechnologie scheint aus einem Zukauf namens „PredictionIO“ zu stammen, eine Machine-Learning-Engine, die auch nach dem Zukauf weiterhin als Open-Source-Server zur Verfügung steht.

Einstein, die neue AI-Cloud von Salesforce. (Screenshot: Salesforce)
Einstein, die neue AI-Cloud von Salesforce. (Screenshot: Salesforce)

Die AI-Cloud von Salesforce soll sich in alle anderen Salesforce-Angebote nahtlos integrieren und diese Cloud-Dienste um Machine-Learning-Funktionen erweitern. Das Produkt wird als „Jedermanns Data Scientist“ beschrieben und liefert Erkenntnisse mittels Predictive-Analytics, Machine- und Deep-Learning und Natural-Language-Procession.

Die AI-Cloud analysiert und sagt Nutzerverhalten voraus und liefert daraufhin beispielsweise Produktempfehlungen oder Handlungsempfehlungen, die innerhalb der Salesforce-Plattform automatisiert von den Marketing-, Verkaufs-, Service- oder E-Commerce-Plattformen des US-Unternehmens weiterverarbeitet werden.

Vereinfacht ausgedrückt greift die AI-Engine von Einstein dabei auf Daten-Modelle zurück, die anhand des Verhaltens alle Nutzer auf den Salesforce-Plattformen erstellt werden. Millionen von Nutzern auf der Endkundenseite großer und kleiner Unternehmen dienen als Grundlage zur Abstrahierung verschiedener Daten-Modelle. Beispielsweise auf einer E-Commerce-Website analysiert Einstein anhand weniger Sekunden Nutzerverhalten welches Nutzerprofil aus den bereits bestehenden Daten-Modellen auf den Nutzer zutreffen könnte und beginnt bereits personalisiert Daten auszuspielen – je länger der Nutzer in der Anwendung ist, desto spezifischer werden die Ergebnisse des Predictive-Analytics-Dienstes.

Die Rechte am Namen Einsteins hält übrigens die Hebrew University of Jerusalem, die der Benennung der AI-Cloud erst zustimmen musste – und den Namen „Einstein“ schließlich an Salesforce lizensiert hat.

Salesforce1 geht in die App Stores: MySaleforce1 erlaubt gebrandete Apps

Die Salesforce1-Plattform ermöglicht mit Hilfe des Lightning-Design-Systems auch die Erstellung von Apps mit verschiedenen Funktionalitäten, entweder für Mitarbeiter, oder für Kunden eines Unternehmens. Bisher konnten diese Apps als Salesforce1-Apps auch in die App-Stores der mobilen Betriebssysteme exportiert werden. In Zukunft können Endkunden-Apps als Whitelabel-Lösung vom Kunden selbst gebrandet werden und ohne jeden Hinweis auf Salesforce direkt in die App-Stores eingestellt werden.

Quip: Kollaborativ-Working-Suite wird integriert

Die Kollaborations-App Quip ist jetzt in die Salesforce1-Plattform integriert worden. (Foto: Salesforce)
Die Kollaborations-App Quip ist jetzt in die Salesforce1-Plattform integriert worden. (Foto: Salesforce)

Quip ist im Prinzip eine Kombination aus Google Doc, Calc, Slack und Wunderlist, erweitert um Salesforce-Funktionen. Quip ermöglicht alleinstehend sogenannte „Living Documents“, Textverarbeitungsdokumente oder Tabellenkalkulations-Dokumente mit integrierten Task-Listen und Chats. So können Teams gemeinsam an Dokumenten arbeiten, chatten und Arbeitsschritte und Aufgaben festhalten.

Nach der Übernahme durch Salesforce wurde Quip mit einer Lightning-Komponente direkt in die Salesforce1-Plattform integriert, der Quip-Login ist jetzt mit Salesforce-Login möglich, ebenso die Nutzung direkt innerhalb des CRM-Systems. Die volle Funktionalität der Integration offenbart sich in den sogenannten „Rich Mentions“, die es Salesforce-Nutzern ermöglichen Live-Daten aus Salesforce direkt in die Dokumente zu integrieren. Aktuelle Verkaufszahlen würden sich dann Beispielsweise selbstständig im Dokument aktualisieren.

Quip wird allem Anschein nach Endkunden weiterhin separat als iOS oder Android-App zur Nutzung zur Verfügung stehen, der B2C-Sektor wird also weiterhin bedient.

Weitere Neuerungen: Salesforce LiveMessage und Lightning Bolt und die Thunder-IOT-Cloud

LiveMessage integriert nahezu jede aktuell verfügbare Messaging App und jedes weit verbreitete Social Network als User Interface in die Salesforce1-Plattform.

Lightning Bolt ist ein neues Framework zur Erstellung von Portalen, Communities oder anderweitig an den Endkunden gerichtete Anwendungen. Mit Bolt können Salesforce Kunden ihren eigenen Endkunden auf der Basis von Salesforce Funktionen Anwendungen zur Verfügung stellen.

Noch sind nicht alle vorgestellten Funktionalitäten in den aktuellen Salesforce-Clouds vollständig integriert, die Roadmap der Integrationen reicht noch bis ins nächste Jahr hinein.

Dieses Thema von der Dreamforce wird dich auch interessieren: Die mobile Revolution ist vorbei, Revoluzzer pack deinen Koffer.

Disclosure: Die Reise unseres Autors zur Dreamforce-Konferenz in San Francisco wurde von Salesforce.com finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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