Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Salesforce präsentiert auf der Dreamforce erste Ergebnisse aus der Kooperation mit Google

(© Photo by Jakub Mosur Photography)

Auf der größten Tech-Veranstaltung der Welt präsentiert Salesforce den Einsatz von künstlicher Intelligenz in seiner Commerce Cloud.

Ein Bärenmaskottchen hüpft durch die Flure, auf der Ausstellungsfläche zwitschern digitale Vögel von künstlichen Bäumen, davor sitzen Menschen auf Kunstrasen, vor der Tür plätschert ein fünf Meter hoher Wasserfall über graue Plastikfelsen und Metallica geben ein Konzert. In San Francisco findet die Dreamforce statt, das jährliche Event des Softwareunternehmens Salesforce. Wer nicht in einen der Konferenzräume abbiegt, könnte meinen, auf einem Straßenfest gelandet zu sein, das aus einer Laune ein paar Hunderttausend Dollar in die Deko gesteckt hat.

Es ist voll und laut, die Stimmung ausgelassen. Rund 170.000 registrierte Besucher erfahren in über 2.000 Veranstaltungen, was das Unternehmen Salesforce zu bieten hat und was es in Zukunft vorhat. Wie kommt man da auf Wasserfälle und Metallica? Ja, man könnte natürlich sagen, hier feiert ein verrückter Software-Milliardär etwas überspannt seine eigene Firma. Tatsächlich setzt die Dreamforce die Unternehmensphilosophie um: Es wird gemacht, was der Kunde will – und das möglichst großartig. Und in diesem Fall sind die Kunden Sales-, Marketing- und IT-Mitarbeiter aus der ganzen Welt. Und ein Business-Trip, bei dem Metallica aufspielen und der Kaffee in einer Parklandschaft serviert wird, ist natürlich ein viel größerer Spaß, als nur in Konferenzräumen zu sitzen.

Einstein hat sich weiterentwickelt

Ein ähnliches Gespür für die Kundenbedürfnisse beweist Salesforce bei den Neuerungen der Commerce Cloud. Eine tragende Rolle spielt dabei Einstein, die im Jahr 2016 von Salesforce vorgestellte Plattform für künstliche Intelligenz. Seitdem hat Einstein einiges dazugelernt. Mittlerweile gibt es etwa einen gut funktionierenden Chatbot, der die häufigsten und unkomplizierten Kundenanfragen wie „Wo ist meine Bestellung“ abfängt und schwierigere Fälle an einen Kundenberater weitergibt.

Noch spannender ist aber die Bildersuche, offenbar aus der Kooperation mit Google (die wurde bei der Dreamforce 2017 bekanntgegeben). Sie macht es möglich, in die Shop-Suche ein Bild hochzuladen. Die KI durchsucht dann die Produktdaten nach den Eigenschaften wie Farbe, Größe, Material die sie auf dem Foto identifiziert hat. Google hatte die Produktsuche per Bild am Montag, den 24. September, vorgestellt. Salesforce präsentiert sie nun als bald einsatzfähiges Produkt für seine Kunden.

Auch in der Individualisierung von Internetseiten setzt Salesforce Einstein ein. Mit jeder Auswahl, die ein Kunde trifft, lernt das System, welche Produkte für ihn am wahrscheinlichsten interessant sind und ändert daraufhin die Zusammenstellung der Seiten, die Produktempfehlungen und Suchergebnisse. Auch das scheint ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit Google zu sein, im Prinzip dieselbe Technologie wurde am Montag von Google vorgestellt. Salesforce hat dazu noch ein schickes Dashboard entwickelt, die Commerce Einstein Insights. Hier können die Unternehmen einsehen, was ihre KI in der letzten Zeit dazugelernt hat und was sie daraufhin mit ihrer Seite anstellt.

Kritik von oben

Wenn diese Features tatsächlich für Salesforce-Kunden im Alltag nutzbar sind, wird das Unternehmen seine Marktmacht weiter untermauern.

Und so herrscht auf der Dreamforce fast nur Sonnenschein. Bis auf einen kleinen Schatten, den ein Luftschiff wirft, das im knallblauen Himmel über San Francisco seine Kreise zieht. „#failsforce“ steht in Fettschrift darauf. Auf Twitter sammeln sich dazu bereits über hundert Posts. Eine Guerilla-Aktion von Freshworks, einem Konkurrenzunternehmen. Die Botschaft: Salesforce ist ein aufgeblasener Gigant, der alles viel zu kompliziert mache. Sie wollen eine Revolution der CRM-Software. So wie Benioff vor fast 20 Jahren.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.