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Facebook: Sammelklage wirft dem Netzwerk Datenschutzverletzung vor

Sammelklage gegen Facebook. (Bild: Giovanni Saccone / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Facebook soll systematisch per Privatnachricht versendete Links analysieren und zu Werbezwecken auswerten. Das wird dem Konzern in einer Sammelklage vorgeworfen.

Privatnachrichten: Facebook soll Links zu Werbezwecken auswerten. (Foto: Marco Paköeningrat / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Privatnachrichten: Facebook soll Links zu Werbezwecken auswerten. (Foto: Marco Paköeningrat / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Facebook soll in Privatnachrichten verschickte Links auswerten

Facebook soll, so die Kläger, allen Links, die per Privatnachricht verschickt werden folgen und die Seiteninhalte zu Werbezwecken auswerten. Laut den Klägern würde der Konzern eine solche Auswertung von privaten Nachrichten nicht klar kommunizieren. Damit soll das soziale Netzwerk verschiedene Datenschutz- und Wettbewerbsgesetze in Kalifornien verletzten. Denn neben dem Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers würde Facebook auf diese Art Daten erlangen, die anderen Mitbewerbern nicht zur Verfügung stehen.

Laut der Klageschrift soll Facebook auf der verlinkten Seite nach einem Like-Button suchen. Existiert dieser, soll das soziale Netzwerk den Besuch der verlinkten Seite als Like ansehen. Ein Umstand, der einen Teil der privaten Kommunikation zwischen Nutzern um eine ungewollte öffentliche Komponente erweitern würde.

Sammelklage gegen Facebook: Potenziell Millionen US-Nutzer betroffen

Die Klage wurde von zwei Nutzern im kalifornischen San Jose im Namen aller amerikanischen Facebook-Nutzer eingereicht, welche die Nachrichtenfunktion verwenden. Bei 166 Millionen Facebook-Nutzern in den USA dürften einige Millionen Nutzer betroffen sein. Die Kläger wollen 100 US-Dollar für jeden Nutzer pro Tag für die angeblichen Datenschutzverletzungen oder 10.000 US-Dollar pro Nutzer.

Laut Facebook sei die Klage unbegründet. Der Konzern plant, sich rigoros gegen die Anschuldigungen vor Gericht zu verteidigen. Aufgrund der hohen Summen, zu deren Zahlung ein Angeklagter bei einer Sammelklage in den USA verurteilt werden kann, enden solche Klagen in vielen Fällen mit einem Vergleich. Facebook scheint daran aber kein Interesse zu haben.

via arstechnica.com

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5 Kommentare
Netz TV

Meines Wissens nach gibt es lt. AGB bei Facebook keine Privatnachrichten. Warum sollte sich Facebook also „vergleichen“ und damit ein Fass aufmachen welches das Geschäftsmodell beerdigt? Vor Gericht kann viel passieren aber ich glaube nicht dass die Facebook-Anwälte ins Schwitzen kommen. :-)

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Rabenknecht
Rabenknecht

Wer glaubt, dass Facebook Daten die über deren Netzwerk geschickt werden nicht auswertet, der hat das Konzept von Facebook nicht verstanden.

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