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Samsung: Smartphone-Kamera-Qualität wird mit einem DSLR-Foto beworben

(Bild: Dunja Djudjic, DIYPhotography)

Mal wieder bewirbt mit Samsung ein Smartphone-Hersteller die Fähigkeiten seiner Smartphone-Kameras mit Bildern, die nachweislich von einer DSLR stammen. Mit solchen Marketing-Tricks verspielt man Glaubwürdigkeit.

Das internationale Fotoportal DIY-Photography erhebt schwere Vorwürfe gegen Samsung. Wie die serbische Fotografin Dunja Djudjic in einem Blogpost ausführt, habe der Hersteller Samsung ein Foto von ihr – wenn auch wohl korrekt erworben – verwendet, um damit die Leistungsfähigkeit des Porträtmodus des Galaxy A8 Star unter Beweis zu stellen. Das Bild, um das es geht, befand sich auf dem Stock-Verkaufsportal Eyeem. Als die Fotografin das Bild verkaufen konnte, wollte sie natürlich wissen, wo ihr Werk Verwendung findet und nutzte die Reverse-Bildersuche von Google. Sie staunte nicht schlecht, als sie sah, dass Samsung mit dem Bild, das mithilfe einer digitalen Spiegelreflexkamera erzeugt worden war, in bearbeiteter Form auf der malaysischen Website von Samsung für die Porträtfunktion des Galaxy A8 Star wirbt.

Auch wenn sich der kleine Hinweis „Image Simulated for Demo Purpose“ darunter befindet, würde der Kunde eigentlich erwarten, dass die Bilder tatsächlich mit dem Smartphone erstellt sind, das der Hersteller da bewirbt. Noch dazu ist die Photoshop-Bearbeitung doch eher suboptimal gelungen. Die Fotografin bezeichnet das Ganze als irreführende Werbung – der Kunde könne zumindest erwarten, dass bearbeitete Bilder, die als Qualitätsbeweis dienen sollen, auch wirklich vom jeweiligen Gerät stammen.

Fake-Bilder: Samsung in bester Gesellschaft mit Huawei

Es ist nicht das erste Mal, dass insbesondere Smartphone-Fotos, die als Beispiel herangezogen werden, eben nicht von dem Gerät stammen, sondern von deutlich teureren DSLR. Sowohl Samsung und nochmal Samsung als auch Huawei und nochmal Huawei sind mit solchen Praktiken in der Vergangenheit bereits unangenehm aufgefallen – und sie dürften nicht die einzigen sein. Das bedeutet für Interessenten und Käufer, dass sie die Bilder eines Smartphones (wie auch die anderer Kameras) immer hinterfragen sollten – und sich lieber auf die Erkenntnisse von Testportalen und Foto-Communitys verlassen sollten als auf die Marketingbemühungen der Hersteller. Es bedeutet aber auch, dass die Hersteller einiges an Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen. Wer vom Kunden ernst genommen werden will, sollte auf solche Tricks verzichten, zumal die Fähigkeiten aktueller Smartphones der Mittel- und Oberklasse ohnehin schon beeindruckend genug sind.

Die Fotografin jedenfalls hat den Weg, den das Bild genommen hat, nicht wirklich nachvollziehen können – weder über Eyeem noch über Getty Images noch über Samsung selbst gelang es ihr, eine Stellungnahme zu dem Fall zu bekommen. Davon abgesehen lässt sich aber sehr gut belegen, dass es sich um dasselbe Bild handelt und dass es seit längerer Zeit bei Eyeem erhältlich war (auch vor der Ankündigung des entsprechenden Gerätes und somit dem Entstehen der Samsung-Produktseite).

Wir haben bei Samsung ebenfalls angefragt, wie eine solche Situation zustande kommen kann und ob der Kunde sich da nicht hinters Licht geführt fühlen muss. Eine Antwort dazu steht noch aus, wir werden diese zeitnah nachreichen, sobald wir ein Statement haben.

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2 Kommentare
Sepp
Sepp

Das ist doch lächerlich. In der Werbung wird mit professionellem Gerät gearbeitet. Niemand käme auf die Idee, mit einem Smartphone Werbeaufnahmen zu machen. Auch das, was gezeigt wird hat meist wenig mit dem eigentlichen Produkt zu tun. Das besteht die schöne Krone auf dem Bier aus Sahne und die Flüssigkeit ist gefärbtes Wasser. Was also soll das?

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Roberto
Roberto

@Sepp
Es handelt sich doch nicht um Werbefotos für oder über ein Smartphone, sondern um angebliche Beispielfotos.

Das wäre eher als würde man Bierproben des selbstgebrauten Biers verteilen, die in Wahrheit von einem anderen Hersteller kommen.

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