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Samsung Galaxy S10 (Plus) im Test: Teurer, schneller, weitwinkliger

Samsung Galaxy S10 Plus mit Galaxy Buds. (Foto: t3n)

Mit dem Samsung Galaxy S10 und S10 Plus hat der Branchenprimus seine ersten High-End-Smartphones mit Triple-Kamera und In-Display-Fingerabdruckleser auf den Markt gebracht. Im Test konnte Samsungs neue Topriege in vielen Belangen überzeugen.

Seit zehn Jahren baut Samsung seine Galaxy-S-Reihe. In den ersten Jahren orientierte sich das Unternehmen ein wenig zu sehr an Apples iPhone, was für die Südkoreaner recht teuer wurde, um es milde auszudrücken. Mit dem Galaxy S6 kam der Umbruch, bei dem das Unternehmen auf ein vertrautes und dennoch neues Design sowie hochwertige Materialien wie Metall und Glas setzte. Das Galaxy S10 und S10 Plus können also als konsequente Weiterentwicklung des mittlerweile vertrauten Samsung-Designs verstanden werden, was nichts Schlechtes ist, denn Samsungs Topmodelle sehen schick aus und sind absolut hochwertig verarbeitet. Den S10-Modellen hat das Unternehmen ein paar neue und sinnvolle Features verpasst. Vollkommen perfekt sind die Geräte jedoch nicht.

Für den Test haben wir uns auf das Plus-Modell konzentriert, das abgesehen von Displaydiagonale, Akkugröße und einer fehlenden zweiten Frontkamera weitgehend baugleich mit dem S10 ist. Die konkreten Unterschiede zwischen den Modellen beleuchten wir in einem Vergleichsartikel:

Samsung Galaxy S10, S10 Plus und S10e im Vergleich: Was ist gleich, was sind die Unterschiede?

Samsung Galaxy S10 Plus: Vertrautes, symmetrisches Design

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung setzt bei seinen neuen Topmodellen weiterhin auf ein Gehäuse aus Glas und Metall, wobei die in Deutschland angebotenen Plus-Geräte lediglich in der hochpreisigen Variante ab sportlichen 1.249 Euro mit Keramikrückseite und viel RAM und Speicher angeboten werden. Wie bei den Vorgängern krümmt sich das Glas um die Gehäuseseiten vorn wie hinten und schmiegt sich nahtlos an den Metallrahmen an. Dieses Design kennen wir schon von den Vorgängern wie dem Galaxy S8 und S9 – einzige Ausnahme im aktuellen S10-Portfolio ist das Galaxy S10e, das keinen gebogenen, sondern einen flachen Bildschirm verbaut hat.

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Samsung Galaxy S10 Plus. (Foto: t3n)

Der Rahmen um das Display ist bei den neuen Modellen noch schmaler geworden, sodass Samsung es geschafft hat, die Displaydiagonalen zu vergrößern, ohne die Abmessungen des Gehäuses zu verändern. Im Vergleich zum 6,2 Zoll großen S9 Plus ist das S10 Plus mit seinem 6,4-Zoll-Bildschirm sogar noch kürzer und dünner, jedoch einen Millimeter breiter.

Samsung Galaxy S10 Plus mit Galaxy Buds. (Foto: t3n)

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Auf eine richtige Notch hat Samsung verzichtet, stattdessen ist die Frontkamera beziehungsweise Dual-Frontcam beim S10 Plus in einem Loch im Display untergebracht. Der Anblick des „Punchhole“-Displays ist zwar zuerst gewöhnungsbedürftig, im Alltag stört es aber nicht. Es lädt sogar dazu ein, lustige Wallpaper zu verwenden, in denen die Kamera kreativ in Szene gesetzt wird.

Das Frontkameraloch des Samsung Galaxy S10 Plus lädt zu m Einsatz verspielter Wallpaper ein. (Foto: t3n)

Das Frontkameraloch des Samsung Galaxy S10 Plus lädt zum Einsatz verspielter Wallpaper ein. (Foto: t3n)

Verbesserungswürdig: Der In-Display-Fingerabdruckleser

Der Fingerabdrucksensor, die einzige biometrische Authentifizierungsmethode beim S10 und S10 Plus, ist nicht mehr auf der Rück-, sondern wieder auf der Vorderseite gelandet. Jedoch ist er wie beim Galaxy S7 nicht unterhalb des Bildschirms, sondern in den Bildschirm unter das Displayglas eingelassen, wie es auch Huawei beim Mate 20 X und Oneplus beim 6T umsetzen.

Anstelle eines weniger sicheren optischen Sensors setzt Samsung auf eine Ultraschall-Lösung, die eigentlich von Qualcomm entwickelt wurde. Der Sensor sei nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Viel schneller als die Lösung des Mate 20 Pro (Test) entriegelt die Lösung im direkten Vergleich nicht, aber immerhin zuverlässiger, da der Finger bei jedem Tap erkannt wird; bei Huaweis Lösung sind teils mehrere Anläufe erforderlich.

Der In-Display-Fingerabdruckensor des Samsung Galaxy S10 (Plus) ist nicht so schnell wie ein herkömmlicher. (Foto: t3n)

Der In-Display-Fingerabdruckensor des Samsung Galaxy S10 (Plus) ist nicht so schnell wie ein herkömmlicher Sensor. (Foto: t3n)

Zur Entriegelung per Fingerabdrucksensor muss der Bildschirm nicht aktiviert werden – ihr könnt euren Daumen einfach auf das ausgeschaltete Display legen. Bei deaktiviertem Bildschirm muss jedoch die entsprechende Stelle des Fingerabdrucksensors erraten werden, da kein optischer Indikator vorhanden ist – selbst bei aktiviertem Always-on-Display fehlt ein entsprechender Hinweis, erst nach einem Tap auf den Bildschirm wird die Position mittels eines Piktogramms angezeigt.

Zusätzlich bietet das S10 (Plus) eine 2D-Gesichtserkennung, die über die Frontkamera realisiert wird. Sie ist weit unsicherer als Huaweis oder Apples 3D-Gesichtserkennung. Es scheint, als hätte Samsung zugunsten eines die Front ausfüllenden Displays den IR-Sensor gestrichen, der in der Vorgänger-Version verbaut war und immerhin etwas mehr Sicherheit als die jetzige Gesichtserkennung lieferte. So ist die Neuauflage nicht mehr als ein Bequemlichkeits-Feature, das man unter Umständen mit einem Foto oder Video überrumpeln könnte – uns ist dies im Test jedoch nicht gelungen.

Dennoch: Selbst die kleinste Barriere ist besser als überhaupt keine – trotzdem wünschen wir uns für die nächste Galaxy-S-Generation eine zuverlässige und sicherere Methode als eine einfache Kamera zur Gesichtserkennung. Denkbar wäre etwa der Einsatz eines Time-of-Flight-Sensors, wie er schon im später erscheinenden 5G-Modell des S10 und LGs G8 Thinq verbaut ist. Der Sensor könnte nicht nur für Augmented-Reality-Funktionen, sondern auch als 3D-Gesichtsscanner eingesetzt werden, so Infineon, ein Entwickler der Sensoren.

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