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SAP will mit neuem Preismodell verärgerte Kunden besänftigen

Umdenken in Walldorf: In Zukunft wil SAP auch spezielle Lizenzen für IoT-Geräte anbieten. (Foto: dpa)

Der Walldorfer Softwarehersteller SAP reformiert sein Preismodell – wohl auch auf Druck von Kunden, die in der Vergangenheit teilweise Nachzahlungen in Millionenhöhe zu leisten hatten. 

Noch vor einigen Tagen wurde SAP als wertvollstes Unternehmen Deutschlands gefeiert. Mit einem Marktwert von 49 Milliarden US-Dollar liegt das Walldorfer Softwareunternehmen weit vor der Deutschen Telekom, die es immerhin auf 39 Milliarden Dollar bringt. Doch in Walldorf gibt es wenig Gründe, sich zurückzulehnen und das zu feiern. Gerade einige Großkunden sind offenbar mit dem Preismodell des Softwareriesen nicht mehr happy, hatten sie doch in der Vergangenheit stattliche Nachzahlungen leisten müssen.

Spezielle Lizenz für IoT-Geräte und Bots

Jetzt steuert das Walldorfer Unternehmen gegen und reformiert sein Preismodell. „Der neue Ansatz soll dafür sorgen, dass Kunden ihre SAP-Lizenzen in Zukunft leichter und transparenter nutzen können“, heißt es aus dem Unternehmen. Dabei soll beispielsweise unterschieden werden, ob es sich um einen menschlichen Nutzer handelt oder ob die Lizenz durch Geräte oder Bots erfolge. Gerade im Zeitalter von IoT-Nutzung und fortschreitender Industrie 4.0 ist das ein wichtiger Gesichtspunkt. Auch sieht das Preismodell eine mögliche Abrechnung nach einzelnen Transaktionen vor. In einem solchen Fall kassiert SAP nur noch, wenn es zu einer Transaktion kommt, also beispielsweise eine Bestellung ausgeführt wird. So sollen Kunden die Kosten genauer kalkulieren können.

In der Vergangenheit hatte es offenbar immer wieder für Verstimmung gesorgt, wenn Unternehmen höhere Nachzahlungen leisten mussten, beispielsweise weil dritte Systeme wie etwa Salesforce in hohem Umfang auf die Ressourcen der SAP-Infrastruktur zugegriffen hatten. Spektakulär etwa ein Fall, in dem der britische Getränkehersteller Diageo 54 Millionen Pfund nachzahlen sollte.

SAP soll Unterlizenzierung als Verkaufsargument genutzt haben

Dass die Nutzung von SAP-Ressourcen kein Schnäppchen ist, sagen IT-Experten seit Jahren. Doch so manche IT-Infrastruktur ist auf SAP angewiesen und fährt mit dieser Strategie gut. Stein des Anstoßes sind oftmals Drittsysteme, wie sie in der der IT nicht ungewöhnlich sind. Laut Handelsblatt sollen insbesondere in den letzten Jahren SAP-Vertriebler solche über Jahre tolerierten Nutzungen, deren Abrechnung lange nicht erfolgte, in Verhandlungen als „Verkaufsargument“ eingesetzt haben – Stichwort Unterlizenzierung. Vertriebler sollen dann angeboten haben, diese Gebühren mit neuen Produkten zu verrechnen – ein Vorgehen, das mit der ansonsten als partnerschaftlich geltenden Haltung der SAP nur schwer in Einklang zu bringen sei.

Klar ist auch, dass es einige Zeit dauern wird, bis alle Unternehmen eine entsprechende Entscheidung getroffen haben. Dabei wolle man laut Unternehmensangaben den Vertrieb in Zukunft von der Abteilung für Lizenzbemessung trennen. Immerhin will man den Kunden weitere Tools zur besseren Einschätzung der Nutzungsgewohnheiten und der damit verbundenen Kosten an die Hand geben.  Ob es unterm Strich für die Nutzer teurer wird oder ob die Walldorfer weniger Geld in der Kasse haben werden, ist unklar – und auch ein SAP-Sprecher will hierzu keine Aussage treffen. Es hängt sicherlich stark davon ab, wie gut ein Unternehmen (oder sein Systemhaus) die Nutzung vorhersagen kann.

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