Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

Schadet Social Media der Demokratie? Jetzt treibt auch Facebook diese Frage um

(Foto: achinthamb / Shutterstock, Inc.)

Facebook zeigt Reue. Der Konzern erkennt erstmals an, dass soziale Netzwerke negative Effekte auf die Demokratie haben – und erklärt, wie das Unternehmen dagegen vorgehen will. Aber reicht das aus?

Fake News, Filterblasen und die gezielte Einflussnahme auf die öffentliche Wahrnehmung durch andere Nationen: Spätestens seit der US-Wahl 2016 wird der Einfluss sozialer Medien auf die westliche Demokratie zunehmend kritisch betrachtet. Ein Umstand, den auch Facebook nicht länger ignorieren kann. In einem ersten Schritt hat das weltgrößte soziale Netzwerk Anfang Januar 2018 seine Algorithmen angepasst. Das Ziel: Zukünftig sollen Nutzer wieder mehr Beiträge von ihren Freunden und weniger Nachrichten zu Gesicht bekommen.

Da sich die Diskussion damit natürlich längst nicht erledigt hat, geht Facebook in die Offensive und hat eine Artikelreihe gestartet, in der Firmensprecher und Experten die Auswirkungen von Social Media auf die Demokratie erörtern. Den Anfang machen Samidh Chakrabarti, Facebooks Produktmanager für bürgerschaftliches Engagement, und der Harvard-Juraprofessor Cass R. Sunstein. Doch wie kritisch kann Facebook gegenüber sich selbst eigentlich sein?

Diese Facebook-Anzeigen sollen russische Gruppen während des US-Wahlkampfes geschaltet haben
(Quelle: US-Repräsentantenhaus)

1 von 9

Im Text von Chakrabarti werden immerhin die wichtigsten Probleme der Plattform angesprochen. Auch diskutiert der Facebook-Manager darin verschiedene Lösungsstrategien. Wie erfolgreich diese sein werden kann aber auch er nur vermuten. „Ich wünschte, ich könnte garantieren, dass die positiven Effekte dazu bestimmt sind, die negativen auszugleichen, aber das kann ich nicht“, heißt es gegen Ende von Chakrabartis Text, der neben den aktuellen Problemen auch immer wieder betont, welche Vorteile eine Kommunikationsplattform wie Facebook für die Demokratie habe.

Interessanter ist da schon der Artikel des Harvard-Professors Sunstein. Er geht in seinem Text vor allem darauf ein, wieso soziale Netzwerke dazu beitragen, Menschen in ihren festgelegten Überzeugungen zu bestärken. Auch er zeigt sich jedoch – was in Anbetracht der Plattform und seiner Tätigkeit als Facebook-Berater wenig überraschen dürfte – grundsätzlich optimistisch.

Alles in allem ist es erfreulich, dass sich Facebook zunehmend zu der Verantwortung der Plattform bekennt und mögliche Lösungen offen kommentiert. Letztlich handelt es sich bei der Frage um die Demokratieschädlichkeit von sozialen Netzwerken aber um eine, die uns alle angeht, nicht nur die Netzwerke selbst. Auch Politik und Zivilgesellschaft sind aufgerufen, zu möglichen Lösungswegen Stellung zu beziehen und sie im Notfall auch gegen den Willen von Facebook einzufordern.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst